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Vor Gericht: Beleidigung kostet Geld

Für zwei Männer ist zu wenig Platz auf dieser Welt

Bückeburg (ly). Für zwei Männer ist die Welt manchmal zu klein. Es gibt Menschen, die können einfach keinem Streit aus dem Weg gehen. Hin und wieder endet dies sogar bei der Justiz. Nach einer handfesten Auseinandersetzung hat das Amtsgericht jetzt zwar ein solches Verfahren wegen Körperverletzung und Beleidungvorläufig eingestellt, einem Bückeburger (54) aber 300 Euro Geldbuße auferlegt. Es ging um ...

veröffentlicht am 18.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Ja, worum ging es eigentlich? Der 4. Juli 2006, es ist kurz nach Mittag. Von der Georgstraße will der 54-Jährige nach links auf den Hof der Sparkasse abbiegen. Im Gegenverkehr nähert sich ein Portaner (33), der es nicht so eilig hat und seinen Wagen vor der Ampel ausrollen lässt. "Du dumme Sau, verpiss dich da!", fährt der Bückeburger den anderen Mann lauthals aus dem offenen Autofenster an. Kopfschüttelnd weiterzufahren wäre vielleicht auch eine Lösung gewesen. Doch der Jüngere zieht es vor, den Schreihals auf dem Parkplatz zur Rede zu stellen, worauf Letzterer schlägt und tritt. Nur am Rande: Zuvor hat der Portaner zur Kamera gegriffen und seinen Kontrahenten rasch fotografiert hat, "um Beweismaterial zu haben", wie er sagt. So sieht den Ablauf die Staatsanwaltschaft, und da der gerichtserfahrene Angeklagte (zehn Vorstrafen) am Ende der Verhandlung einer Einstellung gegen Geldauflage zustimmt, erkennt er zumindest eine geringe Schuld an. Was freilich auch Strategie sein kann, denn im Fall einer Verurteilung wäre die Sanktion wohl deutlich höher ausgefallen als 300 Euro. Anfangs hat der Angeklagte zunächst den Vorwurf der Beleidigung empört von sich gewiesen. "Das gehört nicht zu meinem Wortschatz", betont er. "Mensch, fahr und schlaf nicht", will der Bückeburger stattdessen gerufen haben. Und geschlagen haben will er schon mal gar nicht. "An die Schulter getippt habe ich ihn." All dies hatdas mutmaßliche Opfer natürlich etwas anders in Erinnerung. "Er hat gleich geschlagen und getreten", versichert der 33-Jährige. Schlimmer noch, sogar einen Schlagstock soll der Aggressor aus seinem Auto geholt haben. Gegen Ende der Verhandlung geht's dann noch ein wenig unter die Gürtellinie. Wohin denn der Schlag gegangen sei, will Richter Armin Böhm wissen. "In meine Lendengegend", antwortet der Zeuge, druckst ein wenig herum und startet den ersten Versuch, die Angaben zu präzisieren: "Fast in die ..." Ihm fehlen die Worte. Nur knapp daneben jedenfalls habe der Bückeburger getroffen. "Wir sind hier unter uns", ermuntert Böhm den 33-Jährigen. Und endlich fällt das schlimme Wort.




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