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Gastwirt Hermann Fenkner feiert seinen 70. Geburtstag mit einem „Tag der offenen Tür“

Fürstenkind und Elektriker

Bückeburg. Bückeburgs bekanntester Gastwirt feiert heute Geburtstag. Hermann Fenkner, Inhaber des gleichnamigen Gasthauses Wallstraße 61, erblickte vor 70 Jahren das Licht der Welt. „Als Fürstenkind im Krankenhaus Bethel“, wie der Jubilar betont. Dass der weithin beliebte Gastronom beruflich nicht in einem anderen Metier tätig wurde, ist dem plötzlichen Tod des Vaters geschuldet. „Eigentlich hatte ich eine Laufbahn im technischen Bereich angestrebt“, verrät das äußerst rüstige Geburtstagskind.

veröffentlicht am 10.09.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:41 Uhr

In der Tat begann Fenkner im Anschluss an seine an der (seinerzeit ausschließlich männlichen Heranwachsenden vorbehaltenen) Graf-Wilhelm-Schule absolvierte Schulzeit eine Ausbildung zum Elektriker und erwarb auch einen Gesellenbrief. Der Wechsel in die Gastronomie erfolgte indes bereits in den 1960er Jahren. „Zunächst musste der Mutter geholfen werden, denn es war damals recht viel zu tun“, erklärt der Jubilar. Bald standen umfangreiche Renovierungsarbeiten auf dem Programm.

Das Wirtshaus, dessen Existenz Dokumente im Staatsarchiv bereits für das Jahr 1730 belegen, war anno 1879 von Hermann Fenkners Urgroßvater Georg Wimmer übernommen worden. 1909, drei Jahre nachdem Großvater Hermann Fenkner und dessen Frau Martha, geborene Wimmer, die Regie übernommen hatten, erfolgte mit der Errichtung des großen Festsaales auf dem hinteren Grundstücksteil eine erste bemerkenswerte Baumaßnahme. Nach dem Tod des Großvaters bewirtschaftete Martha Fenkner den Betrieb bis 1935 allein. In diesem Jahr wurden Georg und Auguste Fenkner die neuen Inhaber, die den Familienbesitz schließlich 1967 an die heutigen Betreiber weitergaben.

Mit Ausnahme des Saalbaus war die Gaststätte mehr als fünf Jahrzehnte lang größtenteils unverändert geblieben. Unter der Federführung von Hermann Fenkner und dessen Ehefrau Brigitte entstand die nach wie vor beinahe täglich nachgefragte Kegelbahn. Ein erster Umbau ließ den Saal in neuem Glanz erstrahlen. „Nur durch Vielseitigkeit kann man in der heutigen anspruchsvollen Wohlstandswirtschaft überleben“, zitierte die örtliche Presse den Bauherren. 1975 erhielt die zur Wallstraße gelegene Hausfront ein neues Gesicht. 1977 rückten die Handwerker an, um im Saal die bis dahin existierende Bühne zu demontieren. Zum „Hundertjährigen“ wurde der Saal – innen wie außen – erneut auf Vordermann gebracht.

Der Saal erfreut sich als Veranstaltungsort bis auf den heutigen Tag großer Beliebtheit. Ebenso wie der mit dem charmanten Ambiente einer Altstadtkneipe ausgestattete Thekenraum. „Die vielen fröhlichen Gäste um mich herum halten mich jung“, gibt das während des zurückliegenden Bürgerschießens mit dem Bürgermeisterorden ausgezeichnete Geburtstagskind zu verstehen.

Da Fenkner nicht nur langjähriger Chef der 2. Kompanie des Bürgerbataillons, sondern auch Mitglied in mehr als einem Dutzend Vereine und ringsum bekannt wie der sprichwörtliche „Bunte Hund“ ist, steht heute an der Wallstraße allerhand Besuch zu erwarten. „Wir veranstalten gewissermaßen einen Tag der offenen Tür“, lässt der Wirt wissen.

Schön für Stammgäste und alle anderen Besucher: „Elektriker“ Fenkner denkt anlässlich des runden Wiegenfestes keineswegs ans Aufhören.bus




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