weather-image
10°
×

Viele Ladengeschäfte und einige Wohnungen ohne Nachnutzer / Lange Straße bleibt Sorgenkind

Gähnende Leere an heimlicher Hauptstraße

Rodenberg (kil). Eine belebte Innenstadt sieht anders aus. Die „Lange Straße“ bleibt ein Sorgenkind. Mindestens acht Geschäfte stehen derzeit leer, dazu kommen noch einige Wohnungen. Das Interesse von Nachmietern ist eher mäßig. Fast alle Immobilien sind in privater Hand, nur vereinzelt hat die Stadt begonnen, Flächen zu kaufen. Potenziellen Nachmietern eine finanzielle Starthilfe zu geben, hält Stadtdirektor Uwe Heilmann für keine sinnvolle Option. Geht man die Lange Straße von der Allee kommend entlang, bietet sich ein trister Anblick, besonders auf den ersten hundert Metern der rechten Straßenseite reihen sich unbelebte Häuser aneinander. „Zu vermieten“, „Zu verkaufen“, „Freie Gewerbeflächen“ – hinter vielen Schaufenstern wartet gähnende Leere, manche nutzen die freien Flächen für Werbeplakate, andere versuchen, mit Tierfiguren oder Secondhand-Büchern zumindest optisch einen Eindruck von Leben zu vermitteln.

veröffentlicht am 21.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:22 Uhr

Schlecker ist im April ausgezogen, Rossmann hat seine Anfrage zurückgezogen. Für 2800 Euro zuzüglich Nebenkosten kann man die Ladenflächen im vorderen Erdgeschoss mieten, für 1850 Euro die hinteren Räume, in denen sich mal eine Spielothek befand.

Auch das komplette Haus sei zu verkaufen, so der zuständige Makler Andreas Brodehl aus Potsdam, der die Immobilie seit etwa einem Monat betreut. Die Nachfrage sei verhältnismäßig gering. In vier Wochen seien geschätzte 15 Anfragen gekommen. Zuvor hatte die Eigentümerin selber versucht, die Immobilie zu vermieten.

Im Eckgebäude, Lange Straße 2, tut sich was. Vermutlich im Oktober dieses Jahres will der Bauspar- und Finanzfachmann Marcel Harald Ihrig einziehen. Statt Blumenladen gibt es dann Postbank Finanzberatung und BHW Immobilien. Grund für die neue Geschäftsstelle sei, dass Ihrig nun auch den Ortsteil Rodenberg betreue. Bisher habe er dort nur ein „Homeoffice“ (Heimbüro) gehabt, die Lage an der Straßenecke „springt ins Auge“ und sei deshalb gut geeignet, sagt er. Derzeit saniere die Stadt die „etwas desolaten“ Räume. Abrisspläne der Stadt, die das Gebäude gekauft hat, scheinen damit vom Tisch. Stadtdirektor Uwe Heilmann zufolge sei dann nur noch eine von drei Einheiten im Haus leer. Man bemühe sich weiterhin, die Räume „mit Leben zu füllen“.

4 Bilder
Für die Ex-Schleckerräume ist kein Nachmieter in Sicht.

Seit Ende des Jahres 2011 steht das denkmalgeschützte Fachwerkhaus Nummer 51 leer. Die Café- und Weinstube „Galerie 51“ existiert nur noch auf der Homepage des Betreibers. Hinter der bemalten Fassade fließen längst weder Wein noch Kaffee. Zwar habe es schon viele Interessenten gegeben, so der Besitzer Manfred Wenzel, diese hätten es sich aber alle wieder „anders überlegt“.

Die Gewerbeflächen sind zu vermieten, das ganze Haus nur zu kaufen. Anfragen habe es aus unterschiedlichen Branchen gegeben, von Kaffeehaus und Weinstube über Tattoo-Studio und Mischwarenanbieter. Gescheitert sei es entweder an den Mietvorstellungen der Interessenten oder an Wenzels Vorstellungen: Nicht jedes Gewerbe passe in so ein denkmalgeschütztes Haus. Die Suche geht weiter.

Kommunalwahl 2011“ steht noch auf einem Schild und zeigt, dass sich in der Langen Straße 25 seit Monaten nichts tut. Das Büro hatte die CDU für Wahlkampfzwecke genutzt – nicht gemietet, wie der Ortsverbandsvorsitzende Erhard Steege erklärte.

Dass der Schriftzug noch nicht beseitigt sei, liege schlichtweg an der Bequemlichkeit der Parteimitglieder. Pläne, die Räume weiter als Parteibüro zu nutzen, gebe es nicht. „Eine Geschäftsstelle in Rodenberg lohnt sich nicht.“ Es gebe die Überlegung, dort einen Seniorentreff einzurichten. Entscheidungen sind noch nicht gefallen. Steege geht davon aus, dass sich in den kommenden ein bis zwei Monaten etwas bewege. Eigentümer ist die „Watermeyer Grundbesitz GmbH“ aus Hildesheim.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige