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Autofahrer missachten Vorschriften / Bodenschweller, Kontrollen, Tempo 30 und ein Spiegel sollen helfen

Gallgattweg: Anlieger haben die Nase voll

Gelldorf (rnk). Nein,überempfindlich sind die Anlieger des Gallgattweges wahrlich nicht. Schließlich leiden sie schon seit langem unter den immensen Lärmbelästigungen, die der Flugverkehr in Achum verursacht. Und auch an den landwirtschaftlichen Verkehr haben sie sich gewöhnt. Doch jetzt haben sie die Nase voll und sich an den Ortsbürgermeister Andreas Hofmann und die Öffentlichkeit gewandt: Sie fordern für den Bereich von der Dorfstraße bis zum Ortsausgang Bodenschweller, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer, häufigere Polizeikontrollen und einen Spiegel, damit sie gefahrlos auf die Dorfstraße einbiegen können.

veröffentlicht am 07.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Auf einem Ortstermin erklären Andrea Butzke-Ebeling und Andrea Timmermann die Probleme. Der Gallgattweg ist eine Anliegerstraße und als solche auch deutlich ausgewiesen. Motorisiert benutzt werden darf er nur von den Anwohnern und den Landwirten. Als Landstraße taugt er auch nicht: Er ist viel zu schmal. Was die Autofahrer aber nicht stört, denn der Weg hat einen großen "Vorteil": Er führt direkt auf die Bundesstraße - und umgekehrt. Der Gallgattweg werde nicht nur von nicht berechtigten Autofahrern benutzt, erklären Butzke-Ebeling und Timmermann, es werde auch sehr oft viel zu schnell gefahren: "Die dadurch verursachten Gefahren für Anlieger, Radfahrer, Spaziergänger, Jogger und natürlich Kinder sind nicht mehr hinnehmbar", betonen sie im Namen der Anlieger. Denn durch den Lärm der Hubschrauber seiendie zu schnell fahrenden Pkw oft auch gar nicht zu hören, weisen sie auf einen weiteren Punkt hin und erzählen von einer Anwohnerin, die beim Mähen ihres Randstreifens von einem Auto gestreift wurde. Die Hoffnung auf die Polizei haben die Anlieger aufgeben: Es würden nur sehr wenige effektive Kontrollen durchgeführt. Und wer als Anlieger die Pkw-Fahrer anspreche, treffe nicht auf Einsicht, sondern ernte hämische, spöttische, arrogante Reaktionen - bis hin zu offenen Beleidigungen. Einen Spiegel an der Dorfstraße verlangen die Anwohner, weil die Ausfahrt aus dem Gallgattweg hochgefährlich ist. Wer nach links abbiegen will, sieht zu seiner Linken eine Kurve, die vor allem von Motorradfahrern gerne als sportliche Herausforderung betrachtet wird. Die Anwohner haben die Konsequenzen gezogen: Wer in Richtung Bornemann abbiegen will, fährt an der Verkehrsinsel rechts vorbei und biegt dann nach links ab. Das ist zwar verboten, bringt aber einige Meter mehr Sicht und Bruchteile von Sekunden mehr, in denen reagiert werden kann - unter Umständen sei das der Unterschied zwischen Unfall und Nicht-Unfall, erklären die Anlieger. Mittlerweile hat Ortsbürgermeister Andreas Hofmann auf die Klagen schriftlich geantwortet und gibt den Anliegern grundsätzlich recht: Die häufige Missachtung der Anliegerstraße sei nicht akzeptabel, die oft überhöhte Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer stelle eine zusätzliche Gefahr dar. Eine polizeiliche Überwachung sei jedoch nicht wirkungsvoll, die von den Anliegern inzwischen zeitlich angedachte Anzeigenkampagne der örtlichen Atmosphäre nicht dienlich. Sollten sich alle Anlieger aber einig sein, würde es sich aus seiner Sicht anbieten, so Hofmann, ab dem Ende der Bebauung - am Ortsausgangsschild - nur noch landwirtschaftliche Fahrzeuge zuzulassen. Dies würde bedeuten, dass alle Autofahrer - sofern sie nicht Anlieger oder mit einem Trecker oder Mähdrescher unterwegs sind - den Gallgattweg in Richtung Bundesstraße (oder von dort aus kommend) nicht mehr benutzen dürften. Hofmann: Am Beginn des Gallgattweges (dort, wo jetzt schon ein Verkehrsschild das Befahren des Weges für Nicht-Anlieger und nicht-landwirtschaftliche Maschinen untersagt), würde dann darauf hingewiesen, dass es sich um eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit handele und die Anliegerstraße nach 300 Metern ende. Es ist eine Ortsbürgermeister-Antwort, die den Anliegern offensichtlich nicht ausreicht. Butzke-Ebeling und Timmermann verweisen daher mit ihren Nachbarn auf den Ort Vennebeck: Dort hätten die Bodenschweller durchaus zu den gewünschten Ergebnissen geführt.

2 Bilder
Sind die Gefahren leid: Andrea Butzke-Ebeling (l.) und Andrea Timmermann. Fotos: rnk



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