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"Macht alles nix" aus Meinsen-Warber und die "Marathonis" spielen um Kreismeisterschaft mit / Sieben Stunden Hochbetrieb

Ganz starker Sport: "Jägerstraße" holt Stadtmeistertitel

Bückeburg (sig). Spannung zum Anfassen, geballte Konzentration, viele Augenblicke des Nachdenkensüber Spielsituationen und dann plötzlich laute Freudenausbrüche - so erlebten die zahlreichen Zuschauer die Finalrunde um die Boule-Stadtmeisterschaft. Irgendwie schien es eine verkehrte Welt zu sein. Die Tennisplätze an der Ahnser Straße schlummerten vor sich hin. Aber rund um die beiden Boulebahnen herrschte über sieben Stunden hinweg Hochbetrieb, bis endlich feststand: Der neue Titelträger kommt aus der Jägerstraße.

veröffentlicht am 01.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

"Ganz starker Sport" stand auf den Trikots der Bückebouler. Diese Aussage galt nicht nur für dieses Team, sondern für alle Mannschaften, die es bis in die Finalrunde geschafft hatten. Was man dort zu sehen bekam, hatte nichts mehr mit dem Spiel zu tun, das ursprünglich als gemütliche Feierabendunterhaltung auf irgendeinem Dorfplatz gedacht war. Erstaunlich entwickelte Wurf- oder Anlegetechniken, abwägende Taktik und entschlossener Kampfgeist prägten die Begegnungen der acht besten Bückeburger Teams. Diejenigen, die das Ganze nur so zum Spaß betreiben wollen, mögen diese Entwicklung bedauern und vielleicht davon reden, dass sich wieder deutsche Gründlichkeit auch dieses Vergnügens bemächtigt hat. Sie haben aus ihrer Sicht Recht. Aber wer sich aus wohl verstandenen Gründen beim Boulespiel nicht um Perfektion bemühen will, der darf dann auch nicht enttäuscht sein, wenn er bei einem solchen Wettbewerb frühzeitig auf der Strecke bleibt. Oder er sollte erst gar nicht an den Start gehen. Für die Teilnehmer der Finalrunde war der Ansporn groß, sich den Titel des Stadtmeisters 2006 zu holen, winkten doch große Pokale und Medaillen und außerdem ein sicherer Platz bei der Qualifikationsrunde der Kreismeisterschaft. Niemand erstarrte mehr vor den Teams, die in den vergangenen Jahren ihre Meriten erwarben und in den Siegerlisten häufig ganz vorn standen. Das mussten die "Bückeburger Jungs" um Jürgen Neumann ebenso erfahren wie die "Unzertrennlichen" mit ihrem Kapitän und Turnierleiter Dieter Getzschmann. Diese beiden Teams des VfL Bückeburg kamen diesmal nicht unter die letzten Vier. Die "Bückeburger Jungs" kassierten nur eine Niederlage, und zwar gegen den späteren Stadtmeister Jägerstraße. Sie fiel mit 2:13 aber so deftig aus, dass sich in ihrer Gruppe mit der gleichen Punktzahl von 4:2 das Team der Jägerstraße und die dritte Mannschaft des VfL (Die Marathonis) mit dem besseren Spielergebnis durchsetzten. In dieser Gruppe musste leider auch das letzte verbliebene reinrassige Damenteam sieglos die Segel streichen. Die Bückeboulerinnen unterlagen dem Stadtmeister aber immerhin nur knapp mit 10:13. Ungeschlagen setzte sich in der anderen Gruppe "Macht alles nix" aus Meinsen-Warber durch.Überraschend war hier das eindeutige 13:2 gegen den Mitfavoriten Bückeboule I, der dann aber noch als Gruppenzweiter mit 4:2 Punkten weiterkam. Die "Unzertrennlichen" vom VfL mit Dieter Getzschmann an der Spitze besaßen diesmal keine Chance auf einen vorderen Rang und wurden sogar noch von den "Bankrotören" überholt, die sich den dritten Platz in ihrer Gruppe erkämpften. Im Halbfinale bekam es die Mannschaft von der Jägerstraße mit Bückeboule I zu tun. Bei dieser Begegnung ging es lange Zeit recht eng zu, bis sich der neue Titelhalter mit 13:9 durchsetzte. Mit den "Marathonis" schied dann das letzte Team des ausrichtenden VfL mit 3:13 aus dem Titelrennen aus. Im spannenden Finale setzte sich das etwas glücklicher agierende Team von der Jägerstraße mit 13:7 gegen "Macht alles nix" durch. Die Entscheidung fiel im letzten Durchgang beim Stande von 9:7. Nach der Finalniederlage im Vorjahr gegen den KC Blau-Weiß-Rot war dem neuen Meister der Titel zu können. Die Ehre des VfL retteten im kleinen Finale die "Marathonis", die sich gegen Bückeboule I knapp mit 13:11 behaupteten. Jürgen Freitag gelangen dabei einige Zauberwürfe. Dem Dritten winkt immerhin noch die Teilnahme an der Kreismeisterschaft. Die Übergabe der großen Pokale und der Medaillen in Gold, Silber und Bronze nahm Bürgermeister Rainer Brombach vor. Neidlos erkannte der Tenniscrack an, dass aus dem Boulespiel ein Sport mit einem nicht geringen Leistungsanspruch geworden ist.

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Sie retteten die Ehre des VfL und holten sich mit dem Sieg im kleinen Finale die Qualifikation für die Kreismeisterschaft(von links): die "Marathonis" Jürgen Freitag, Gerhard Dammeyer und Wolfgang Arnts. Erster Gratulant war Bürgermeister Rainer Brombach.



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