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Mann rastet aus und kassiert eine Bewährungsstrafe von fünf Monaten wegen Körperverletzung

Gefährlicher Mix: Eifersucht und Alkohol

Hülsede-Schmarrie. Ein 43-jähriger Bad Mündener hat in Schmarrie seine Ex-Freundin und deren Bekannten traktiert und verletzt. Dafür hat er eine Bewährungsstrafe von fünf Monaten bekommen.

veröffentlicht am 22.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 15:22 Uhr

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Alkohol enthemmt, Eifersucht stachelt an. Jeder Umstand für sich genommen ist schon problematisch, wenn beides zusammenkommt, kann daraus ein brisanter Cocktail entstehen. Gut ein Promille hatte ein Mann aus Bad Münder im Blut, als er seine Ex-Freundin und deren Bekannten schlug. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung in zwei Fällen ist der 43-Jährige vom Amtsgericht Stadthagen zu einer Haftstrafe von fünf Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

An einen „guten Abend“ im Haus der ehemaligen Freundin in Schmarrie erinnerte sich der Angeklagte vor Gericht. Mit auf dem Sofa saß in jener Mainacht im letzten Jahr ein Bekannter der Frau aus dem Nachbarort. Ihm gab die 33-Jährige zu fortgeschrittener Stunde einen Kuss – und jäh kippte die Stimmung. Der Ex-Freund, Vater eines gemeinsamen Kindes, wurde wild und sprengte das gesellige Beisammensein auf wüste Art.

An allzu viel konnte sich die Frau nicht mehr entsinnen, sie habe ein bisschen viel Alkohol getrunken, erklärte die Frau Erinnerungslücken. Nichts sagen konnte sie zum Ablauf des Geschehens. Die Gesamtschau fehlte, aber Details wisse sie noch genau. Dazu gehöre die Erinnerung, wie sie mit dem Kopf gegen die Knie geschlagen wurde, als sie in Kauerstellung Schutz suchte.

Ganz klare Erinnerungen, von Alkohol ungetrübt, hatte der Bekannte und mit seiner Zeugenaussage legte er die Notwehrversion des Angeklagten lahm. „Sehr glaubhaft“, stufte der Ankläger die Schilderung des Mannes ein. Der hatte beschrieben, wie er den Konflikt zwischen dem ehemaligen Liebespaar schlichten wollte und vom Angeklagten dann aufs Korn genommen worden war. Eine schwere Augenverletzung hatte der Mann bei der Auseinandersetzung erlitten, ihm musste im Krankenhaus das Lid genäht werden.

Das Strafregister belegte, dass der Angeklagte auch früher schon ein aufbrausendes Temperament nicht hatte zügeln können. Am Tattag war die Bewährungszeit für vergangene Gewalttätigkeiten kaum abgelaufen. Selbst der Verteidiger sprach in seinem Plädoyer von einer Neigung zur Gewaltbereitschaft und mahnte den Mandanten, dieser müsse „an sich arbeiten“.

Mit einer Geldstrafe, die Ankläger und Anwalt in unterschiedlicher Höhe beantragt hatten, sah Strafrichterin Gönna Freifrau von Blomberg die Handgreiflichkeiten des Angeklagten nicht genügend sanktioniert. Zum Glück habe es keine dauerhaften Verletzungen der Opfer gegeben, erinnerte sie daran, dass Gewalt gegen den Kopf „potenziell immer lebensbedrohlich“ sei. Für die nächsten drei Jahre läuft eine neue Bewährungsfrist für den Bad Mündener, außerdem muss er 300 Euro Geldauflage bezahlen.




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