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Bau der Umflut im Kurpark nutzt Schule und Kindergarten / Senken des Pegels um bis zu 20 Zentimeter

Gegen Aue-Fluten: Bad Eilsen schützt Heeßen

Bad Eilsen/Heeßen (tw). Der Plan für das Ausbaggern der Aue-Umflut im Kurpark ist fix und fertig. Effekt der Maßnahme: Wenn die 2150 Kubikmeter Erde ausgekoffert sind, soll der Hochwasserspiegel im Bereich, der oberhalb der Brücke über die Bahnhofstraße liegt, um 18 bis 20 Zentimeter sinken. Damit wären drei Objekte in Heeßen vor einer Jahrhundertflut sicher: Grundschule, Kindergarten und Sportanlage; geschützt wäre darüber hinaus auch der künftige Caravan-Platz in Bad Eilsen. Nebeneffekt: Da die Umflut nicht nur bei einem Jahrhundert-Hochwasser "anspringt", wird die in Teilen bereits vorhandene Altmulde künftig nicht nur ein-, sondern mehrmals im Jahr unter Wasser stehen.

veröffentlicht am 20.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:21 Uhr

Bei einem Ortstermin im Kurpark klärte Bürgermeister Horst Rinne (CDU) gemeinsam mit Dr. Michael Franke, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft GEUM.tec GmbH (Hannover), Mitarbeiter Tristan Posselt, Matthias Dornbusch, Untere Wasserbehörde des Landkreises, Bauausschusschef Dr. Willly Dreves (CDU) und Bauholleiter Bertram Meier letzte Fragen. Die Fachfirma arbeitet bereits den Antrag zwecks Genehmigung des Projekts aus. Schön dabei: Durch Eigenleistungen der Gemeinde (Einsäen des Rasens) wird das Projekt mit 40 000 Euro vermutlich ein Drittel billiger als zunächst gedacht. Weitere Details, die beim Ortstermin geklärt wurden: Für den Bau der Flutmulde wird ein 20 Meter breiter Rasenstreifen in den Gartenanlagen, der unterhalb der Brücke über die Bahnhofstraße beginnt, um bis zu 60 Zentimeter vertieft; anschließend wird die Umflut um den Tuffsteinbrunnen herum geführt. Weil hinter dem Brunnen ein Ensemble von vier Lärchen erhalten werden soll, wird sich die Umflut vor der Baumgruppe (bei Hochwasser eine "Insel") wie eine Zwille gabeln und hinter ihr wieder zusammen geführt. 40 Meter hinter den Lärchen sollen die Erdbewegungen enden. Entgegen früheren Berechnungen gilt das weitere Terrain bis zum Wiedereintritt eines potenziellen Hochwassers in die Aue als tief genug, muss nicht weiter ausgebaggert werden. Schön auch: Weil im Kurpark, abgesehen von drei Birken, für die an anderer Stelle Ersatz gepflanzt werden soll, im Zuge des Baus der Umflut keine weiteren Bäume gefällt werden müssen, werden die Natur- und Denkmalschützer beim Landkreis vermutlich keine Bedenken anmelden. Allerdings rät GEUM.tec der Gemeinde ab, die früheren Schlammteiche rechts der Aue als Stauraum für die Auefluten (wir berichteten) herrichten zu lassen. Franke: "Zwar ließen sich dort bei einem Hochwasser 6500 Kubikmeter zurück halten - das aber nur für 15 bis 20 Minuten." Gemessen daran, dass die Maßnahme mit 30 000 Euro fast ebenso teuer wie der Bau der Umflut im Kurpark wäre, stünden Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis. Anders ausgedrückt: Der Effekt für den Raum Ahnsen wäre gleich Null. Indes: Die Frage, wann der erste Spatenstich für den Bau der Umflut erfolgen kann, hängt vom Zeitpunkt der Freigabe der Zuschüsse ab. Dornbusch: "Landesweit gesehen, genießt das Bad Eilser Projekt eine vergleichsweise niedrige Priorität." Allerdings könne die Gemeinde - fertige Pläne vorausgesetzt - womöglich Minderausgaben abschöpfen, die anderen Orts eingespart würden. Und das heißt: Mit dem Bau der Umflut könnte eines Tages gleichsam über Nacht begonnen werden ...

Die alte Flutmulde im Kurpark, die bei dem Schutzprojekt vertieft wird: Kurz vor der Sandsteinbrücke soll das (Hoch-)Wasser wieder in die Aue geleitet werden. Foto: tw



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