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Vielfalt im Garten für Insektenschutz

Gegen Bienensterben und Garten-Einerlei

LANDKREIS. Man hört und liest diese Tage viel von Bienensterben – allein der letzte Winter war hart für die Insekten. Was kann jeder von uns tun? Die Vielfalt beginnt vor der eigenen Haustür – im Garten oder auf dem Balkon.

veröffentlicht am 13.06.2017 um 14:38 Uhr
aktualisiert am 13.06.2017 um 16:40 Uhr

Weg mit dem Einheitsgrün im Garten: Bunte, viefältige Gärten sind gut für Natur, Insekten und Tiere. Foto: Kathy Büscher/Nabu

LANDKREIS. Die Schlagworte machen die Runde: Die Bienen sterben, nach und nach. Dieser Winter war besonders hart, laut Bayerischem Rundfunk lag das Sterben von Bienenvölkern diesmal bei 15 und 20 Prozent über der normalen Sterblichkeitsrate von zehn Prozent pro Jahr. Gut 170 000 Völker seien das in Deutschland gewesen.

Doch jeder kann etwas für die Bienen tun – und damit auch für andere Insekten und wilde Tiere vor der eigenen Haustür. Der Naturschutzbund Deutschland, kurz Nabu, startet eine Offensive für mehr Vielfalt im Garten: Er stellt Tipps und Tricks zur Verfügung und hilft dabei, den eigenen Garten oder Balkon in einen Wohlfühl-Ort zu verwandeln, in dem auch Vögel, Bienen, Igel und Co. ein Zuhause finden.

„Durch die zunehmende Flächenversiegelung und die Intensivierung der Landwirtschaft verschwinden Hecken, Säume und blütenreiche Wiesen, die Vögeln und Insekten Lebensraum und Nahrung bieten“, sagt Dr. Nick Büscher, Vorsitzender des Nabu Rinteln. „Die Zahl der Insekten hat in Deutschland seit den 90er-Jahren rapide abgenommen. Und gerade Gärten können zu wichtigen Rückzugsräumen für Tiere und Pflanzen werden, wenn sie naturnah und vielfältig gestaltet sind.“

Als Alternative zum Einheitsgrün aus Rasen, Bambushecke und Kirschlorbeer empfiehlt der Nabu vor allem heimische Pflanzen, die mit Pollen, Nektar und Beeren Vögel und Insekten anlocken. Außerdem rät er zu einer Vielfalt an kleinen Biotopen und zum Verzicht auf Pestizide, torfhaltiger Erde und chemischen Dünger.

Auch bei der Pflege lässt sich Arbeit sparen, wenn man weniger aufräumt, sondern gezielt lenkt – und Nützlingen die Arbeit überlässt.

„Wer glaubt, dass Naturschutz im Garten anstrengend ist und Unordnung verursacht, liegt falsch“, sagt Büscher „Schon mit kleinen Handkniffen lassen sich tolle Erfolge erzielen, die Freude machen und für Entspannung sorgen.“

Ein buntes Beet aus heimischen Wildstauden etwa oder eine Igel-Ecke, an der auch Kinder Spaß haben. Essbare Wildkräuter können im Garten bleiben und den Speiseplan ergänzen. Gleichzeitig liefern sie Blüten für Hummeln und Schmetterlinge, über die wir uns im Garten freuen.

„Vielfalt fördert auch das Naturerlebnis. Gerade Tiere zu beobachten, geht nirgendwo leichter als im eigenen Garten“, so Büscher.

Auch für Vögel kann man viel im Garten tun. Sie finden in der freien Landschaft immer weniger Nahrung und wandern in die Siedlungsräume. Für jede Art lässt sich im Garten etwas verbessern: Bäume und Sträucher sind wichtig als Nistplätze, zum Schutz und als Nahrungsquelle. Vor allem Standvögel wie Grünfink und Rotkehlchen, die hier im Lande verweilen, benötigen Beeren und Sämereien heimischer Sträucher wie die des Holunders als Nahrung im Winter.

Wichtig für Insekten und damit auch für Vögel ist der Verzicht auf chemische Schädlingsbekämpfung. Zudem hilft den Tieren räumlich und zeitlich versetztes Mähen sowie mehr Handarbeit als laute Maschinen. Wer zusätzlich zu Bäumen und Sträuchern Vögeln gezielt Nistmöglichkeiten anbieten möchte, sollte auf artspezifische Besonderheiten achten: Höhlenbrüter wie Kohlmeise, Sperling, Star oder Trauerschnäpper bewohnen beispielsweise Höhlenkästen.

Homepage: Wer noch keine Vorstellung davon hat, wie sein Stück Grün aussehen könnte, der kann auf www.nabu.de/gartenvielfalt herausfinden, was zu ihm und seinem „grünen Wohnzimmer“ passt. Ob für Genießer, Naschkatzen oder Deko-Freunde – für jeden Hobbygärtner und jede Hobbygärtnerin ist etwas dabei.




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