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Erfolgsquote von 60 Prozent: Jobcenter Schaumburg zeigt sich zufrieden mit Programm „JobKompass“

Gemeinsam auf Arbeitssuche

STADTHAGEN/LANDKREIS. Die Arbeitslosenquote ist auf einem historisch niedrigen Stand. In vielen Bereichen, sei es dem Handwerk oder der Pflege, wird über Fachkräftemangel geklagt. Dennoch, so scheint es, passen häufig Arbeitssuchende und Arbeitgeber nicht zusammen. Beim Programm „JobKompass“ des Jobcenters Schaumburg sollen Hartz IV-Empfänger nicht nur fit in Sachen Bewerbung gemacht werden, sondern bekommen auch Gelegenheit, im Vier-Augen-Gespräch mit Betrieben in Kontakt zu treten.

veröffentlicht am 11.07.2018 um 19:24 Uhr

Die bunten Zettel, die im Raum hängen, wo gerade der „JobKompass“ durchgeführt wird, stehen für jeweils einen Teilnehmer, der einen Job gefunden hat. Foto: rg

Autor:

Mira Colic
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Eingeführt wurde der „JobKompass“ im Jahr 2014. Seit damals haben 1498 Menschen das achtwöchige Programm in Stadthagen durchlaufen. Jeweils drei Stunden an vier Tagen in der Woche kommen die bis zu 18 Arbeitssuchenden und zwei Mitarbeiter des Jobcenters zusammen. „Beim ,JobKompass‘ geht es darum, die Interessen der Leistungsbezieher zu ergründen“, erklärt Jobcenter-Geschäftsführer Bernd Dittmer. Es werde an den Bewerbungsunterlagen gefeilt sowie Zeitungs- und Internetrecherche nach passenden Stellenangeboten betrieben. „Das Erfolgsgeheimnis liegt hierbei in der gegenseitigen Unterstützung.“

Das Konzept wurde dahingehend erweitert, dass sich Unternehmen vorstellen können und ihre freien Stellen anbieten dürfen. In den vergangenen Jahren haben sich laut Dittmer circa 30 Unternehmen aus den Branchen Handwerk, Dienstleistung, Handel und Zeitarbeit vorgestellt. „Interessenten können im Anschluss Einzelgespräche führen.“ Erst in der vergangenen Woche war die Citipost-Logistik vor Ort, die auch für die Verteilung der Schaumburger Nachrichten zuständig ist.

Gebietsleiterin Dana Gottschalk war zusammen mit Ihrem Kollegen Sören Welzhofer und einem Auszubildenden bei einem „JobKompass“-Treffen dabei. „Außerdem hatten wir vier Zusteller dabei, um zu zeigen, wie unterschiedlich die Menschen sind, die bei uns arbeiten.“ Und um mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass es nur Teilzeitstellen gebe. „Wir suchen ja sogar noch einen Auszubildenden für Transportlogistik.“ Drei Bewerbungsgespräche haben noch vor Ort stattgefunden, die Jobcenter-Mitarbeiter haben dafür ihre Büros zur Verfügung gestellt. Drei weitere Bewerbungen drudelten noch im Nachgang ein. Nur wenige Tage nach dem Termin hat Gottschalk schon zwei Einstellungsverträge unterschrieben.

Das Konzept ist aufgrund der guten Resonanz Mitte 2016 auch in der Dienststelle in Rinteln eingeführt worden. Dort haben 220 Arbeitssuchende teilgenommen; 15 Unternehmen, darunter die Bundeswehr, haben sich vorgestellt. Natürlich hätten nicht alle Teilnehmer die Maßnahme erfolgreich durchlaufen – sei es aus Krankheitsgründen, Totalverweigerung oder auch Wegzug aus dem Landkreis. „Aber schaut man sich die Gruppe von Teilnehmern an, die die Maßnahme beendet haben, was die überwiegende Zahl ist, und danach in Arbeit gegangen sind oder noch während der Maßnahme eine Arbeit aufgenommen haben, können wir auf eine Integrationsquote von rund 60 Prozent verweisen. Sowohl in Stadthagen als auch in Rinteln“, sagt Dittmer.




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