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"Schaumburg ist bunt" kämpft für Toleranz

Gemeinsam gegen Fremdenfeindlichkeit

Landkreis (wöb). Ein Netzwerk gegen Fremdenfeindlichkeit wollte die Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit ihrem Projekt "Schaumburg ist bunt" erreichen. In den vergangenen fünf Jahren starteten die Teilnehmer mehrere Aktionen, um einen Gegenpol zu einem negativen Umgang mit Fremden zu schaffen.

veröffentlicht am 15.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Volkshochschule läuft, soll die positiven Aspekte des Zusammenlebens von Schaumburgern unterschiedlicher Herkunft hervorheben. "Farbenfrohe Flaggen, verschiedene Hautfarben, vielfältige Meinungen, andere Gerüche und exotisches Essen: Das Leben ist geprägt durch Vielfalt statt Einfalt", stellt die Awo das Bild vor, das sie vermitteln möchte. "Schaumburg ist bunt" wurde vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz" in Berlin mit einer Urkunde und einem Geldpreis ausgezeichnet. Für den kommenden Herbst ist eine vom Land geförderte Postkarten- und Aufkleberaktion geplant. Das Projekt startete im Jahr 2001 mit einer kreisweiten Plakat- und Aufkleberaktion. Adressaten der Aktion waren hauptsächlich Schüler und Jugendliche. Rund 900 Institutionen und Vereine wurden aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Ein Jahr später folgte Phase zwei. Eine Broschüre stellte die Vielfalt und die Probleme eines multikulturellen Lebens in Schaumburg dar. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier übernahm dazu die Schirmherrschaft. Die Erfahrungen der ersten beiden Phasen hätten die Defizite in der ländlichen Region Schaumburg klargemacht: Es habe eine Vernetzung einzelner Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit in Schulen, Jugendzentren und Initiativen gefehlt, fasst die Awo zusammen. In Phase drei wurde deshalb ein Workshop gestartet, der Multiplikatoren aus den Bereichen Schulsozialarbeit, Jugendpflege, Vereinsarbeit, Migrations- und Integrationsarbeit sowie Parteien und Behörden zusammenbringen sollte. Es bildete sich eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe, die in der vierten Phase den "Kommunalen Arbeitsplan für Weltoffenheit und Demokratie - gegen Rassismus und Intoleranz im Landkreis Schaumburg" entwickelt hat. Der Plan richtet sich an Politiker, Verwaltung und anderen Adressaten. In der fünften Phase wurde der Workshop "In Schaumburg zu Hause" ins Leben gerufen. Vertreter von Schulen, politischen Parteien und Gremien, Vereinen und Verbänden wurden auf einer Konferenz zu unterschiedlichen Themeschwerpunkten zusammengebracht. Sie wurden gebeten, eigene Schwerpunkte zum Thema einzubringen, zu diskutieren und neue Aktionen zu starten. Die Initiatoren von "Schaumburg ist bunt" hoffen darauf, dass die Aktion auch in den nächsten Jahren fruchtbare Ergebnisse liefert. In Zukunft soll es heißen: "Schaumburg ist wirklich bunt!"

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