weather-image
23°
×

Teures Nickerchen in der Eisenbahn

Gemopstes Handy taucht bei Ebay auf

Bad Nenndorf (rwe). Durch detektivischen Spürsinn hat ein Schaumburger einen Handy-Dieb auffliegen lassen und so sein Funktelefon zurück erhalten. Er hatte die Beute im Internet auf der Handelsplattform Ebay entdeckt und die Polizei eingeschaltet. Die ermittelten einen 20-jährigen Bad Nenndorfer als Täter.

veröffentlicht am 03.05.2010 um 19:15 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:22 Uhr

So ein Nickerchen im Zug kann teuer werden. Nach einer Feier mit Kollegen fuhr ein Schaumburger in den frühen Morgenstunden mit der Bahn nach Hause in den Landkreis. Kurz vor seinem Heimatbahnhof übermannte ihn die Müdigkeit. Zu Hause angekommen bemerkte er, dass sein etwa 500 Euro teures Handy verschwunden war. Jemand hatte ihm offenbar das Ding im Schlaf gemopst.

Dabei war der junge Mann noch zwei Stationen vor seinem Ziel mit dem Gerät im Internet. Da er sich zunächst keine Hoffnung machte, das Handy je wiederzubekommen, erstattete er auch keine Anzeige. Dafür hielt er allerdgins intensiv Ausschau im Internet auf der Tauschbörse „Ebay“, ob dort jemand sein Gerät anbot. Und siehe da: 15 Tage nach dem Verlust hatte der junge Mann Erfolg, entdeckte ein solches Handy. Anbieterstandort war Bad Nenndorf.

Daraufhin erstattete er Strafanzeige. Umgehend beantragte die Bad Nenndorfer Kriminalpolizei mit Erfolg einen Durchsuchungsbeschluss beim Amtsgericht Stadthagen, der auch erlassen wurde. Damit wurde die Anbieterin dieses Handys zum Auslaufen der Auktion aufgesucht. Eine Überprüfung des Funktelefons ergab, dass es tatsächlich das Modell war, das dem Mann aus dem Landkreis gehörte.

Die Polizei kassierte das Handy und ermittelte weiter. Dabei kam ans Tageslicht, dass vermutlich ein 20-jähriger Bad Nenndorfer für die Tat im Zug in Frage kommt. Gegen ihn und seine mutmaßliche Komplizin laufen Ermittlungen wegen Verdacht des Diebstahls beziehungsweise der Hehlerei bei der Staatsanwaltschaft Bückeburg. Kriminalhauptkommissar Gerhard Böttcher freut sich über die „kriminalistische Arbeit“ des Geschädigten und erklärt: „Solche Recherchen bei Ebay sind für die Polizei aus personellen Gründen leider nicht möglich.“ Er rät dazu, solche Fälle gleich anzuzeigen: „Wären wir davor im Rahmen anderer Ermittlungen zufälligerweise auf dieses Handy gestoßen, hätten wir es bei dem Dieb oder der Hehlerin belassen müssen, weil wir keine Kenntnis von der Straftat hatten.“ Das Handy hat der junge Schaumburger schon lange zurück. Vermutlich wird er künftig immer ein wachsames Auge auf sein Mobiltelefon haben.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige