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Was Bückeburger Christen in den Kirchen als Osterbotschaft hören

Germanwings-Absturz ist Thema

Bückeburg/Obernkirchen. Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke ist in seiner Predigt während des Festgottesdienstes in der Stadtkirche am Vormittag des Ostersonntags auch auf den Absturz von Flug 4U9525 in Frankreich zu sprechen gekommen: Die Bilder des zerschellten Flugzeugs berührten beinahe jeden, da fast jeder schon einmal in einem Flugzeug mitgeflogen sei. Und dabei werde es längst als selbstverständlich angesehen, dass Technik funktioniere. „Wir vergessen dabei nur all zu oft: Unser Leben auf diesem Glücksfall Erde ist real und zugleich sehr zerbrechlich!“

veröffentlicht am 07.04.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:22 Uhr

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Die Osterfreude sei gerade deshalb so lebensnah, da sie gerichtet sei auf die Verwandlung und Neuwerdung des leidenden und beschädigten Menschenlebens. Die Wirksamkeit der Osterbotschaft hänge dabei auch von uns Menschen selbst ab: „Wir sind es unseren Kindern und Enkelkindern schuldig, in Bildern, in Gleichnissen, in eigenen Erzählungen und Erfahrungen von der Kraft der Osterbotschaft zu erzählen und sie weiterzugeben.“ Aber die Osterbotschaft schenke auch Humor im Angesicht des Todes, ergänzte der Landesbischof mit dem berühmten Zitat Dietrich Bonhoeffers, der den Männern, die ihn hinrichten sollten, auf die Frage nach der Bedeutung des gekreuzigten Jesu geantwortet habe: „Für Euch nur das Ende, für mich der Beginn eines Neuen.“

Ein intensives Erleben des Lichts als Symbol der Osterbotschaft und der Hoffnung auf den Sieg über den Tod bot auch wieder der Osternacht-Gottesdienst der evangelisch-lutherischen Stadtkirchengemeinde Bückeburg am frühen Morgen des Ostersonntags: Begonnen wurde der Gottesdienst mit Pastor Jan-Uwe Zapke in der beinahe stockfinsteren Stadtkirche. Nach und nach wurden während des Gottesdienstes immer mehr Kerzen rund um den Altar und das Taufbecken entzündet, bis das in diesem Jahr 400 Jahre alt werdende Gotteshaus von ihnen hell erleuchtet war. Nach dem Gottesdienst lud die Stadtkirchengemeinde zu einem festlichen Osterfrühstück in das Gemeindehaus ein.

Eine Besonderheit erlebte in diesem Jahr die Feier der Osternacht bei der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Bückeburg: Bei dem traditionellen Ostergottesdienst am Abend des Karsamstages, der turnusgemäß in diesem Jahr in der Kirche St. Joseph in Obernkirchen stattfand und wie in jedem Jahr mit der Lichtfeier und dem Entzünden der Osterkerzen am brennenden Feuer im Freien eröffnet wurde, erhielt mit Robert Christian Malcoci ein Erwachsener im Rahmen eines Gottesdienstes zugleich die Taufe und die Erstkommunion.

Das Evangelium nach Markus wolle mit seinem Bericht über die Frauen, die Jesu Grab geöffnet und den Stein davor weggewälzt vorfanden, ermutigen und im Glauben festigen, sagte Pfarrer Bogdan Dabrowski in seiner Predigt. Die Auferstehung Jesu ermögliche es dem Glaubenden, auch unüberwindbar scheinende Steine im eigenen Leben wegzuwälzen, so wie Streit, Enttäuschungen, Schmerz oder Krankheit. Gerade jetzt biete das Weltgeschehen dem Betrachter viele Steine, so Pfarrer Dabrowski, angefangen von Naturkatastrophen über Krieg, Flucht, Vertreibung und Elend bis zum nach wie vor fassungslos machenden Absturz des Germanwings-Flugs in den Alpen.

„Mitten hinein in diese Verhältnisse verkünden wir jedes Jahr die Osterbotschaft. Die vielen Steine verschwinden damit nicht. Aber wir können eine andere Sicht auf sie gewinnen. Auferstehung bedeutet: Der Stein ist ins Rollen gekommen.“ Diese neue Perspektive habe der von den Nazis ermordete Dietrich Bonhoeffer beschrieben mit den Worten: „Die Nacht ist noch nicht vorüber, aber es tagt schon.“ Im Anschluss an die Feier der Osternacht trafen sich die Gemeindemitglieder zum Agapemahl im Obernkirchener Pfarrhaus.




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