weather-image
21°
×

Heimatverein stellt 35. Auflage der „Schaumburg-Lippischen Mitteilungen“ vor / Anno 1904 erstmals erschienen

„Geschichte ist unerschöpflich“

Bückeburg. Rund fünf Jahre nach der bislang letzten Veröffentlichung hat der Schaumburg-Lippische Heimatverein ein neues Heft der „Schaumburg-Lippischen Mitteilungen“ publiziert. Das nunmehr 35. Exemplar der anno 1904 begründeten Reihe umfasst neun Beiträge, die recht unterschiedliche Themen behandeln und erhellen. „Geschichte ist unerschöpflich, es gibt auch hierzulande vieles, was noch nicht erforscht ist“, stellten Stefan Brüdermann vom Niedersächsischen Staatsarchiv und Jürgen Schneider vom Heimatverein während der Vorstellung der Publikation fest.

veröffentlicht am 23.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:21 Uhr

Autor:

Brüdermann, der beim Heimatverein seit 2005 für die Schriftleitung der „Mitteilungen“ verantwortlich zeichnet, und Schneider erinnerten daran, dass in den bisherigen 34 Veröffentlichungen alles in allem 216 Themen Berücksichtigung fanden. Das aktuelle Heft steuere sowohl faktenschwere und bis ins kleinste Detail recherchierte als auch aus persönlicher Sicht geschilderte oder auf Vorträgen basierende Beiträge bei.

Roswitha Sommer legt die wechselvolle Geschichte des Burgmannshofes offen, auf dessen Areal heute das Hubschraubermuseum steht. Insgesamt 120 Fußnoten, mehrere Karten, Ansichten und Familienstammbäume unterstützen den Leser beim Studium der komplexen Materie. Im Beitrag des im Januar 2012 verstorbenen früheren Gymnasiallehrers Helge Bei der Wieden geht es um das Erstgeburtsrecht im gräflichen Haus Holstein-Schaumburg. Hier werden unter anderem die Begriffe Primogenitur und Erbgerechtigkeit erläutert.

Margarete Sturm-Heumann lenkt die Aufmerksamkeit der Geschichtsinteressierten auf Probsthagen. Das Augenmerk der Autorin gilt dem Leben der Familien Barterman und Lutter im 16. und frühen 17. Jahrhundert.

Der Artikel greift eine Meldung auf, der zufolge in Schaumburg Nachkommen von Martin Luther leben sollen. Udo Jobst beschäftigt sich mit dem „Gymnasium illustre“ Stadthagen. Die am 27. April 1610 in den Räumen eines Franziskanerklosters eröffnete Lehranstalt „darf uns mit seinen hohen Bildungszielen weiterhin als Leuchtstern vorausleuchten“, schreibt Jobst.

Stefan Brüdermann erinnert an „400 Jahre Bückeburger Marktrecht“ und geht dabei unter dem Motto „Wie kam die Residenz nach Bückeburg?“ auch der Frage nach, warum die Stadt Sitz des Landesherrn – „Von Gottes Gnaden Wir Ernst Graff zu Holstein/Schaumburg...“ – und des Hofes wurde. Im Mittelpunkt der von Beate Christine Fiedler zu Papier gebrachten Schilderung finden sich der preußische General und Heeresreformer Gerhard Scharnhorst und dessen vermeintliche Bückeburger Jugendliebe Karoline Knodt. Fiedlers quellenkritische Studie wird alsbald beim Dichter Viktor von Strauß fündig.

Claus Bernets Thema sind die „Quäker in Obernkirchen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts“. Kirchengeschichtlich dürfe man deren Auftauchen „als eine kleine Sensation“ betrachten, lässt der Verfasser wissen.

Heinz Brandes widmet sich unter dem Untertitel „ein Lehrerleben im Schaumburger Land“ dem Pädagogen Heinrich August Christoph Brandes, der im September 1898 in Wölpinghausen das Licht der Welt erblickte. Brandes zeichnet einen seiner Ansicht nach „ereignisreichen, unkonventionellen und oft entbehrungsreichen Weg“ nach.

Ute Brüdermann berichtet über die Kontroversen um den im November 1942 – während deutsche Truppen in Stalingrad kämpften – in Bückeburg organisierten Nordwestfälischen Bach-Tag. Der Tag sollte seinerzeit eine neue Institution im kulturellen Leben der Stadt darstellen, mit der man bewusst an die Bach-Tradition der Residenz anknüpfen wollte. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung kam es zu Spannungen.

Heft 35 der Schaumburg-Lippischen Mitteilungen ist in einer Auflage von 1120 Exemplaren erschienen. Mitglieder des Heimatvereins erhalten die Publikation gratis. Einzelhefte sind zum Preis von 15 Euro beim Heimatverein (Lange Straße 32), im Museum (Lange Straße 22) und im Bückeburger Buchhandel erhältlich.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige