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950 Jahre Hülsede: Einwohner feiern in Scheunen des Wasserschlosses das große Dorfjubiläum

„Geschichte, Tradition und Platz für Neues“

Hülsede (nah). 950 Jahre Hülsede: Mehr als 300 Besucher haben am Wochenende zum Auftakt des Hülseder Dorfjubiläums die Verbundenheit mit ihrem Ort erklärt. In einer von Moderator Clemens-Christian Stummeyer mit vielen launigen Bemerkungen garnierten Feierstunde fiel jedoch der Rückblick auf die Historie kurz aus: „Das kann man nachlesen“, warb Stummeyer für den Kauf eines von Eckhard Arndt erstellten „Jubiläumsbuchs“, dessen erstes Exemplar dem mit der Amtskette geschmückten Bürgermeister Herbert Weibels in die Hand gedrückt wurde.

veröffentlicht am 03.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:22 Uhr

950 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung von „hulside“ drängelten sich die Zuhörer in einer der großen Scheunen des örtlichen Wasserschlosses. Die Eigentümerfamilie Monika und Hans-Wilhelm von Bronsart und Schellendorf hatten weite Teile ihres historischen „Edelhofs“, darunter alle Scheunen mit einer Gesamtfläche von 1800 Quadratmetern, kostenfrei zur Verfügung gestellt: „Als Dank an die Einwohner“, wie von Bronsart in seinem von anhaltendem Beifall begleiteten Grußwort betonte, „weil sie oft durch unsere Vermarktung unter parkenden Fahrzeugen und lauter Musik leiden müssen“. Seit Jahren werden Rittersaal, Scheunen und andere Räume tageweise verpachtet: „Die Einnahmen sind für den Erhalt unserer Gebäude notwendig“, stellte von Bronsart klar.

Zum festlichen Anlass trug der Bürgermeister sogar erstmalig seine Amtskette. In seinen Gruß schloss er neben „allen Neubürgern“ auch „alle ehemaligen Einwohner“ ein. „Einmal Hülseder, immer Hülseder“, kommentierte Weibels die Tatsache, dass einige Besucher weite Reisen in Kauf genommen hatten, um an diesem Wochenende mitzufeiern. Weibels lobte „Geschichte, Tradition und Platz für Neues“ in seinem Heimatort, verschwieg jedoch den dörflichen Wandel der vergangenen Jahrzehnte nicht: „Statt Wohnungsnot haben wir heute Parkplatznot. Von einst fünf Läden existiert heute keiner mehr. Und von 14 landwirtschaftlichen Höfen sind gerade noch zwei übrig geblieben.“ Er dankte dem Arbeitskreis mit Marion Passuth an der Spitze, der in den vergangenen zwei Jahren das Festwochenende vorbereitet hatte. Es blieb von Anfang bis Ende in eigener Regie: Vereinsabordnungen aus Nachbargemeinden standen für fällige Tresendienste zur Verfügung.

Die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm überraschte mit einer Liebeserklärung: „Ich bin ein Fan von Hülsede.“ Bereits als Kind sei sie mit dem Vater von Rodenberg an den Süntel geradelt. Allerdings war es mit den örtlichen Kenntnissen offenbar nicht weit her. Stummeyer, der schon zum Auftakt des Abends einen fernsehähnlichen Test („Wer wird ‚Hülsedär‘?“) angekündigt hatte, konnte ihr nur mit Publikumshilfe die richtige Antwort auf einen Straßennamen entlocken.

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Festauftakt mit Amtskette und Gemeindeglocke: Bürgermeister Herbert Weibels.

Dafür klappte die allgemeine Frage, welches das schönste Dorf in Niedersachsen sei, auf Anhieb. Bei „Hülsede“ flogen alle Finger hoch. Für so viel Lokalpatriotismus hatte schon zum Auftakt die Gesangsgruppe des TuS Concordia eingestimmt – mit einem auf den Ort gereimten Text.




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