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„In“ sind jetzt Vampire: Jüngste Verfilmung der „Twilight“-Romane sorgt für volle Kinos

Geschichten mit „Biss“ erobern Kinderzimmer

Bückeburg/Landkreis (jp). Zauberlehrlinge sind out Vampire sind in. Der neueste Lese- und Postertrend in den Kinderzimmern zwischen Flensburg und Garmisch hat im wahrsten Sinne des Wortes „Biss“. Mit weit über 40 Millionen verkauften Exemplaren haben die „Twilight“-Romane der amerikanischen Autorin Stephenie Meyer weltweit die Bestsellerlisten und Kinderzimmerwände in Beschlag genommen. Im Oktober erschien mit „Bis(s) zum Ende der Nacht“ der vierte Roman der Saga. Jetzt steht mit „New Moon“ die Verfilmung des zweiten Teils „Bis(s) zur Mittagsstunde“ in den Startlöchern, deren Premieren in den Schaumburger Kinos für eine bislang noch nicht da gewesene Vorverkaufshysterie sorgten.

veröffentlicht am 01.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 12:41 Uhr

Am 18. Oktober, also vor über einem Monat, begann um Punkt Mitternacht im Residenz Kinocenter Bückeburg und im Kinocenter Stadthagen der Vorverkauf für die in dieser Woche laufenden Vorpremieren. „Und bereits zwei Stunden früher standen die Fans in einer langen Schlange und warteten auf die Kinokarten“, berichtet Kinochef Frank Rubba. „So etwas Verrücktes hatten wir hier noch nie.“ Die erste der beiden Doppelvorstellungen mit beiden Teilen war bereits nach zwanzig Minuten ausverkauft, die nächste nach einer Stunde. Ein Mädchen, das sich in der Nacht vom 18. Oktober rechtzeitig in die Schlange im Residenzkino gestellt hatte, zog mit 23 Karten von dannen. „Die hat gleich für alle Freundinnen mitgekauft.“ Wenige Restkarten gibt es noch für das Twilight-Doppelfeature im „Resi“ am kommenden Sonntag um 11 Uhr.

Als kulturelles Phänomen scheinen Vampire unsterblich. Doch Stephenie Meyers Blutsauger haben wenig mit den bislang bekannten literarischen Vertretern der Gattung gemein, weder mit Bram Stokers elegantem Dandy-Blutsauger Dracula noch mit Brian Lumleys Monstern. Und im Gegensatz zu den wirklich clever und vertrackt konstruierten, oftmals mit kriminalistischer Raffinesse geschriebenen Harry-Potter-Romanen sind die Bücher der Mormonin Meyer eher schlichte Schmöker. Literarisch hat die Liebesgeschichte zwischen dem All-American-Girl Bella Swan und Vampir Edward Cullen kaum mehr Gehalt als eine Bravo-Foto-Lovestory. Blutsauger Edward ist überirdisch schön, sittenstreng und keusch, lehnt vorehelichen Geschlechtsverkehr ab und müht sich wacker, seine apart duftende Freundin nicht auszulutschen. Dazu schickt Autorin Meyer ein paar Werwölfe von links nach rechts und garniert das Ganze mit einer Messerspitze Viktorianismus fertig. Sicher nicht zu Unrecht werfen Kritiker der Autorin vor, mit ihren Romanen erzkonservative Überzeugungen zu transportieren.

Das schreckt jedoch in Bückeburg keine Leser. In der Hofbuchhandlung Frommhold ist die Nachfrage nach der Vampir-Romanze seit Monaten ungebrochen. „Alle vier Bände werden ständig verlangt“, so Buchhändlerin Ute Stender. „Und der Filmstart des zweiten Teils hat da nochmal einen zusätzlichen Schub erzeugt.“ Ein Dauerbrenner ist die Twilight-Saga auch in der Buchhandlung Scheck. „Alle drei bis vier Tage muss ich nachräumen“, berichtet Geschäftsführerin Kerstin Schulte. Aber auch beim Merchandising wie dem „offiziellen Buch zum Film“ oder dem „Directors Notebook“ lassen sich die überwiegend weiblichen Fans nicht lumpen. Dabei seien mehrere Generationen von dem Twilight-Fieber ergriffen: „Ganz häufig kommen die Käuferinnen mit ihren Müttern im Schlepptau“, berichtet Kerstin Schulte. „Wenn die Töchter die Bände durch haben, lesen die Mütter weiter.“




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