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Bürgerinitiative will Druck machen / Politiker reagieren / Kirchhöfer: Sturm im Wasserglas

Geschlossenes Freibad schlägt hohe Wellen

Stadthagen (sdi). Tropische Temperaturen und ein geschlossenes Wellenfreibad -das sorgt für hitzige Debatten in Stadthagen. Eine Bürgerinitiative (BI) hat sich gegründet und will die Wiedereröffnung 2007 forcieren. Die Wirtschaftsbetriebe glätten die Wogen - und sämtliche Bürgermeisterkandidaten unterstützen das Ziel der BI.

veröffentlicht am 01.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Der aus ihrer Sicht desolate Zustand des Wellenfreibades hat für einige Stadthäger das Fass zum überlaufen gebracht. Sie hoben die BI "Rettet das Freibad Stadthagen" aus der Taufe. "Wir wollen Druck machen, die Kreisstadt braucht 2007 wieder ein Freibad", sagt Klaus Unruh von der BI. Es müsse bereits jetzt etwas getan werden, "um nächstes Jahr wieder eröffnen zu können". In einem offenen Brief an Bürgermeister, Rat und Fraktionen fordert die BI, die "kostengünstige Freizeitmöglichkeit" wieder anzubieten und das Bad in Stand zu setzen. Für Helmut Kirchhöfer, Leiter der Wirtschaftsbetriebe Stadthagen Gmbh, ist dies gewissermaßen ein Sturm im Wasserglas. Es gebe für kommendes Jahr noch keine Entscheidung. "Desolater Zustand stimmt nicht, wir unterhalten das Bad weiter und führen Pflegearbeiten durch." Beispielsweise würden Hecken geschnitten, im Winter arbeite die Enteisungsanlage. Notwendige Arbeiten an den Fliesen und andere würden wie üblich erst im Frühjahr begonnen. "Dann beginnen wir, das Bad aufzuklaren", betont Kirchhöfer, der ferner eine Wasserstandsmeldung gibt: "Die technische Anbindung an das Tropicana ist bereits vorhanden, die Filteranlage kann sofort in Betrieb genommen werden." Wegen des Tropicana-Neubaus habe das Wellenfreibad nicht in Betrieb genommen werden können (wir berichteten). Kirchhöfer: "Wir bedauern es, aber beides wäre personell nicht zu ?wuppen' gewesen. Einem Beschluss für 2007 will ich nicht vorgreifen." Das reicht der BI nicht. Sie will eine wasserdichte Zusage von offizieller Seite. Laut Unruh ist das Sammeln von Unterschriften und Anfertigen von Plakaten geplant: "Wir haben den Eindruck, dass fadenscheinige Argumente angeführt werden. Wir wollen eine verbindliche, schriftliche Zusage." Die wird es ziemlich sicher nicht geben. Ein definitives Ja könnte die Politiker im Kommunalwahlkampf ins Schwimmen bringen. Die Bürgermeister-Kandidaten Stadthagens wünschen sich eine Öffnung. Die Reaktionen lauten wie folgt: Bernd Hellmann (SPD): "Ich unterstütze die Öffnung des Freibades 2007. Wir werden dazu schnellstens die Rahmenbedingungen festlegen, damit das möglich ist." Gunter Feuerbach (CDU): "Aus meiner Sicht soll 2007 geöffnet und das Bad in den Freizeitpark eingebunden werden. Es ist nicht daran gedacht, es mittelfristig zu schließen." Torsten Bödeker (FDP): "Ohne Kostenprüfung ist keine Entscheidung möglich. Wir müssen uns genau überlegen, wofür wir das Geld ausgeben - ob es nicht dringender gebraucht wird."




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