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Bei ihren Wünschen an das neue Jahr sind die Bückeburger nicht gerade bescheiden

Gesundheit, Segelyacht, Weltherrschaft

BÜCKEBURG. Stimmungsvoll und gut gelaunt haben die Bückeburger das Jahr 2018 begrüßt. In diversen Lokalen und Veranstaltungsstätten wurden bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen gefeiert. Ernsthafte Zwischenfälle gab es dabei nicht zu vermelden: Polizei und Rettungsdienste sprachen von einer vergleichsweise unspektakulären Silvesternacht. Bei den Wünschen an das anbrechende Jahr ließen die Bückeburger diesmal aus der Laune des Abends heraus den einen oder anderen Schuss Größenwahn aufblitzen.

veröffentlicht am 01.01.2018 um 15:05 Uhr
aktualisiert am 01.01.2018 um 17:22 Uhr

Claudius Kohlmann (rechts) hat 2017 den „DJ Wutz“ an den Nagel gehängt und feiert diesmal als privater Besucher im Minchen.
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Stimmungsvoll und gut gelaunt haben die Bückeburger das Jahr 2018 begrüßt. In diversen Lokalen und Veranstaltungsstätten wurde bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen gefeiert. Ernsthafte Zwischenfälle gab es dabei nicht zu vermelden: Polizei und Rettungsdienste sprachen von einer vergleichsweise unspektakulären Silvesternacht. Bei den Wünschen an das anbrechende Jahr ließen die Bückeburger diesmal aus der Laune des Abends heraus den einen oder anderen Schuss Größenwahn aufblitzen. Von schlechtester Laune war hingegen das Wetter: Bei Apriltemperaturen, Sturmböen und immer wieder heftigsten Regenschauern ließ es sich diesmal ausnahmslos in geschützten vier Wänden angenehm feiern.

Gestartet werden konnte der Jahresabschied bereits um die Mittagsstunde: Im Historischen Wirtshaus „Zur Falle“ ließ es die Band Route 66, einst bekannt als Section und heute bestehend aus Bernd Hofmeister (Gitarre), Albrecht Bartels (Gitarre), Thorwald Hey (Bass), Ralf Schröter (Keyboard) und Daniel Hey (Schlagzeug), mit zahlreichen Oldies but Goldies von Buddy Holly bis zu den Beatles und von J.J. Cale bis zu Procol Harum nach Leibeskräften rocken und rollen. Einer, der sich diese mittägliche Einstimmung auf den Silvesterabend schon seit Jahren nicht entgehen lässt, war der Vorsitzende des Sport- und Partnerschaftsausschusses der Stadt Bückeburg, Wolfhard Müller. An seiner Seite hatte er diesmal mit Gilles Marceau und Patrick Bonnet zwei Gäste aus der Partnerstadt Sablé, mit denen ihn eine weit über 40-jährige Freundschaft verbindet. Auch der ehemalige „Fallen“-Wirt Fritz Wegener kennt die beiden seit fast einem halben Jahrhundert – umso größer war jetzt die Wiedersehensfreude.

Als etwas ganz Besonderes muss Claudius Kohlmann die Silvesterfeier im „Minchen“ empfunden haben, wo er es sich im großen Freundeskreis gut gehen ließ. Zum ersten Mal erlebte der langjährige Plattenteller-Veteran den Jahreswechsel im ehemaligen Ostbahnhof nämlich als ganz normaler privater Besucher – und nicht wie sonst am Mischpult hinter den Reglern. Tatsächlich dürfte das Jahr 2017 für ihn als ein ganz besonderes in Erinnerung bleiben: Denn nachdem Claudius Kohlmann genau 30 Jahre lang als DJ Wutz unzähligen Veranstaltungen den musikalischen Stempel aufgedrückt hatte, hängte er im Frühjahr den Party-(Neben-)Job endgültig an den Nagel und sagte den Plattentellern Adieu. Sein Wunsch für das neue Jahr: „Gesundheit! Alles andere kommt von ganz allein.“

Bei der Gala im Rathaussaal mit dem Geiger Anton Sjarov und seinem World Light Orchester bleibt so mancher Platz leer.
  • Bei der Gala im Rathaussaal mit dem Geiger Anton Sjarov und seinem World Light Orchester bleibt so mancher Platz leer.
In der Schraub-Bar wird nach Leibeskräften abgetanzt.
  • In der Schraub-Bar wird nach Leibeskräften abgetanzt.
Route 66 spielen im Historischen Wirtshaus Zur Falle Fotos: jp
  • Route 66 spielen im Historischen Wirtshaus Zur Falle Fotos: jp
Scarabeo-Wirt Mohamed „Momo“ Salah freut sich über den Erfolg seiner Party. Foto: jp
  • Scarabeo-Wirt Mohamed „Momo“ Salah freut sich über den Erfolg seiner Party. Foto: jp
Bei der Gala im Rathaussaal mit dem Geiger Anton Sjarov und seinem World Light Orchester bleibt so mancher Platz leer.
In der Schraub-Bar wird nach Leibeskräften abgetanzt.
Route 66 spielen im Historischen Wirtshaus Zur Falle Fotos: jp
Scarabeo-Wirt Mohamed „Momo“ Salah freut sich über den Erfolg seiner Party. Foto: jp

Während Claudius Kohlmann also den wohlverdienten DJ-Ruhestand genießt, startete ein anderer 2017 richtig durch: Der Wiedenbrügger Sänger Rouven Tyler stellte Ende Juni auf Schloss Bückeburg sein erstes Album „31556“ vor und kann sich seitdem vor Engagements kaum retten. Nicht nur, dass er eine Woche nach der „Destille Revival Party“ an gleicher Stelle schon wieder auf der Bühne stand und den Besuchern der Silvester-Party in der Lifestyle-Bar „Scarabeo“ einen ungemein rockigen und souligen Jahreswechsel bescherte. Zwischendurch jettete er auch mal eben nach Sylt, um dort das Publikum im Grandhotel „Miramar“ zu begeistern.

Gefühlvolle Momente bot die Silvester-Gala „Nur die Liebe zählt – Tanz mit dem Wind“ mit dem Mindener Geiger Anton Sjarov und seinem World Light Orchester, die am Silvesterabend zwei Mal im Großen Rathaussaal aufgeführt wurde. Trotz der hochklassigen musikalischen und tänzerischen Inszenierung, die als vierte große Bühnenshow von Anton Sjarov in Zusammenarbeit mit Heiko Biermann entstand, blieb unübersehbar so mancher Platz an diesem Abend leer.

Richtig proppevoll war es dagegen in der „Schraub-Bar“, in der diesmal zwei DJs das tanzfreudige Publikum mit allem versorgten, was zum Abfeiern taugt und musikalisch in Richtung hard & heavy ausschlägt. Für Sascha Hessling konnte es daher zu Silvester auch kein anderes Ziel geben als die Bar mit dem Bus jenseits des Bahnhofs. Bei seinen Wünschen für das neue Jahr gab sich der 46-jährige Bückeburger gänzlich unbescheiden: „Eine Segelyacht, mit der ich auf dem Mittelmeer schippern kann“, sollte es bitteschön sein. Genau das Richtige war die „Schraube“ auch für Marie-Luise Zander aus Bückeburg und ihre Freundin Katrin Busch aus Berlin, die sich für diesen Jahreswechsel felsenfest vorgenommen hatten: „Alles, nur nicht Familie!“ Ihr Wunsch für 2018 hörte sich da noch ein klein wenig unbescheidener an: „Am liebsten die Weltherrschaft!“

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