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Potenziale der landwirtschaftlichen Energieerzeugung in Gelldorf vorgestellt

Glatt doppelt so viele Biogasanlagen möglich

Landkreis. Biogasanlagen wie die des Gelldorfer Landwirts Hinrich Gottschalk bieten deutliche Potenziale für landwirtschaftliche Betriebe und Bürger, so das Ergebnis des Arbeitskreises „Bürgerenergiewende Schaumburg“. Der Arbeitskreis hatte kürzlich zu Gottschalk auf den Hof eingeladen, um zu veranschaulichen, was möglich ist. In zwei anschließenden Fachvorträgen von Hans-Jürgen Hesse, Projektleiter der „Bioenergieregion Weserbergland Plus“, und Professor Michael Rode von der Universität Hannover erfuhren die rund 25 Anwesenden, dass in Schaumburg landwirtschaftlich durch Biogas noch viel bewegt werden kann.

veröffentlicht am 03.06.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 21:22 Uhr

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Hesse stellte die Strukturdaten des Landkreises vor. Von den rund 28 500 Hektar Ackerfläche seien gut elf Prozent mit Mais belegt. Ein Wert, der fast nichtig sei im Vergleich zum Weizenanteil, der rund 45,7 Prozent stellt. Insgesamt, so meint Hesse, könne eine Grenze bei 14 Prozent Maisfläche gezogen werden, wobei Mais nicht der einzige gut funktionierende Energiestoff für Biogasanlagen sei. Zuckerrüben, so erzählt er, hätten ein ähnliches Leistungspotenzial. So könne die Anzahl der Biogasanlagen in Schaumburg, die derzeit bei 18 Stück liegt, locker verdoppelt werden. Die Abfallstoffe der Biogasanlage, die Gärreste, eigneten sich ideal als organischer Dünger. Zurzeit könnten Landwirte jedoch nur rund 7,4 Prozent ihrer Fläche so düngen, weil nicht genügend Gärreste produziert würden. Die Vorteile bei mehr Biogasanlagen lägen dabei auf der Hand: ständig verfügbare Energie durch Speicherung, Unabhängigkeit von anderen Versorgern, Klimaschonung, Einkommenssicherung für Landwirte und Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Rode hingegen zeigte auf, wie sich durch die Nutzung von Biogasanlagen Klimaschutz verwirklichen lässt. Als Beispiel hierfür gilt unter anderem auch der Hof von Gottschalk. Die Abwärme der Motoren nutzt er zum Beheizen seiner Schweineställe. Rund 37 bis 38 Grad bräuchten die Tiere, erklärte er vor Ort. Im Sommer erzeuge er durch seine rund zwei Millionen Euro teure Anlage mehr Wärme als benötigt, im Winter reiche diese nicht immer aus. Gottschalk will in diesem Jahr seine Anlage noch um einen weiteren Gärbehälter und eine Restlagerstätte erweitern. Insgesamt leistet seine Anlage mit zwei Motoren bis zu 400 Kilowatt.




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