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Abschiedsstimmung bei der Entlassungsfeier: "Der Mensch ist mehr als seine schulischen Leistungen"

"Glaubt nicht, dass Computerspiele bilden!"

Obernkirchen (sig). So festlich hatte man sie in der Schule noch nie gesehen, die jungen Mädchen und Männer, die am gestrigen Freitag in Scharen zum Schulzentrum "Am Ochsenbruch" strömten. An diesem Vormittag stachen die meisten von ihnen zweifellos ihre Eltern aus, die sie zum Abschied von der Schulbank begleiteten. Gemeinsam erlebten sie eine zweistündige Feier, die es in sich hatte. Sie war beeindruckend abwechslungsreich, stimmungsvoll -- kurz: Sie hatte Niveau.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:42 Uhr

Für herausragende schulische Leistungen geehrt: René Bolm, Aless

Und dazu hatten nicht nur das Lehrerkollegium und die Schulleitung beigetragen, sondern zu einem großen Teil die Schüler selbst, die das Programm mitgestalteten. Für den musikalischen Gesamtbeitrag war zum letzten Male Elke Krückeberg zuständig, die in Kürze aus dem Schuldienst ausscheidet. Die allgemeine Abschiedsstimmung steigerte sich noch angesichts der Tatsache, dass Rektor Wolfgang Fließ zum letzten Male einen Jahrgang in das berufliche (hier und da auch noch schulische) Leben entließ. Als Moderatoren machten sich verdient: die Lehrerinnen Petra Mehrens und Karoline Tietjen sowie die Schüler Lisa Polster und Krishante Ehambram. Rektor Fließ hat sie gemocht - seine Schüler, sogar diejenigen, die häufiger als andere sein Zimmer aufsuchten, aus welchem Grund auch immer. Mit den Leistungen, die vom Abschlussjahrgang erreicht wurden, war er sehr zufrieden. Aber er bedauerte auch, dass fünf Schüler ohne Abschluss blieben und lediglich ein Abgangszeugnisaus der 8. Klasse erhielten. "Euer Zeugnis ist ein Zustandsberichtüber den augenblicklichen Leistungsstand und zugleich ein Berechtigungsschein für künftige Lebenschancen", betonte der Schulleiter. Die erreichten Zensuren würden aber nichts (oder wenig) aussagen über das persönliche Auftreten oder über das Sozialverhalten und auch nichts über die Fähigkeit, nach Misserfolgen mit vermehrter Kraft neu zu beginnen. Ihnen sei auch nicht zu entnehmen, ob sich jemand durchsetzen und dennoch mit anderen zusammenarbeiten kann, ob er tolerant, kritikfähig, anpassungsfähig und höflich im Umgang mit anderen Menschen sei. Erst das persönliche Auftreten und das äußere Erscheinungsbild zusammen mit dem Zeugnis seien der Schlüssel zum Erfolg. Fließ: "Nehmt Euch mehr Zeit zum Denken und Nachdenken, damit Ihr vernünftige Entscheidungen fällt, und glaubt nicht, dass Computerspiele bilden. Viel besser sind Kreativität und Aktivitäten in der Gemeinschaft." Auch auf seinen eigenen bevorstehenden Abschied bezogen, stellte der Schulleiter fest: " Beendigung heißt auch immer, Gewohntes zu verlassen, Freundschaften zu verlieren und Spuren zu verwischen." Neben der feierlichenÜbergabe der Abschlusszeugnisse gab es eine Reihe von Ehrungen. Die Realschülerin Lynn Pawelzyk erhielt eine besondere Anerkennung, weil sie sich vier Jahre lang als Klassensprecherin eingesetzt hatte und sich zusätzlich während der Krankheit des Klassenlehrers engagierte. Zydrune Venckus hatteein Sonderlob als "Front-Frau" der Schulband verdient und zusätzlich für ihren Einsatz als AG-Leiterin im Rahmen des schulischen Ganztagsangebotes. Für langjährige Mitarbeit in der Schulband wurden zudem geehrt: Johannes Hesse, Jasmin Jürgens, Sandra Elstner, Jan Kuhlmann und Alessandro Panzica. Als "Streitschlichter" wurden verabschiedet: Maike König, Jana Gehweiler, Edwin Adputaraja, Daniel Fletcher und Florian Dreyer. Zu besonders herausragenden schulischen Leistungen gratulierte der Rektor Alessandro Panzica (Notendurchschnitt 1,87), Kyra Warnecke (1,8) und Rene Bolm (1,9). Letzterer kann jetzt nach seinen Leistungen den direkten Sprung von der Hauptschule zum Gymnasium machen. Logisch, dass er dafür viel anerkennenden Beifall erhielt. Auch die beiden anderen können jetzt als nächste Hürde ebenfalls das Abitur anpeilen. Umrahmt wurde die Entlassungsfeier im Forum von flotten Rhythmen der Schulband. Außerdem lieferte die Realschulklasse 10/2 eine eindruckvolle Schwarzlichtshow unter dem Motto "Olympia" ab. Die Vorsitzende des Schulelternrates, Astrid Semler, wünschte den 117 Abgängern, von denen 18 den Erweiterten Sekundarabschluss I geschafft haben, 44 den Sekundarabschluss der Realschule und 14 den der Hauptschule, einen guten Start in den nächsten Lebensabschnitt. Elterlicher Beistand sei auch weiterhin sehr wichtig und hilfreich. Das Leben sei spannend und zudem aufregend.

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