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„Happiness Studies“ sind auch bei der Rintelner Sommeruni ein Thema

Glück als oberstes Staatsziel?

Rinteln (jaj). Geisteswissenschaften werden an den Universitäten immer stärker nachgefragt. Doch was kann man mit einem Abschluss in Sozialwissenschaften, Soziologie oder Politikwissenschaften machen? Eine Möglichkeit ist der Weg in die Forschung. Und da hat sich in den vergangenen Jahren ein ganz neues, fächerübergreifendes Forschungsgebiet aufgetan: Die „Happiness Studies“, oft übersetzt als „Glücksforschung“. Ein Fachgebiet, zu dem es während der Sommeruni eine eigene Veranstaltung geben wird.

veröffentlicht am 16.04.2012 um 11:22 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:41 Uhr

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Die deutsche Übersetzung des Begriffes sei eigentlich nicht ganz treffend, sagt Philipp Schaumann, der das Seminar halten wird. Er ist Diplom-Sozialwissenschaftler, beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit den „Happiness Studies“ und schreibt derzeit an der Uni Hannover seine Doktorarbeit. Natürlich auch zum Thema Glück.

„Eigentlich müsste man den englischen Namen mit ,Glücklich-sein-Forschung‘ übersetzen“, erklärt er. Denn es gehe vor allem darum, herauszufinden, was Menschen glücklich macht – und ob die Politik durch ihr Handeln beeinflussen kann, wie glücklich die Einwohner eines Landes sind.

In Europa ist die Thematik noch relativ neu, erst seit wenigen Jahren fordern einige Wissenschaftler und Politiker sogar, das Glück der Bevölkerung zum obersten Staatsziel zu machen. Andere Länder sind da schon viel weiter, allen voran das Himalaya-Königreich Bhutan. Schon vor über 30 Jahren rief der bhutanische König eine Entwicklung ins Leben, die der industrialisierten Welt lange Zeit sehr fremd erschien: Nicht das Bruttonationaleinkommen, sondern die Bruttonationalglücklichkeit wurde als Maßstab für die Entwicklung des Landes angesehen, und 2008 sogar in der ersten demokratischen Verfassung des Landes verankert.

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  • Philipp Schaumann

Soweit sind die Europäer noch nicht, auch wenn es mittlerweile sowohl auf deutscher als auch auf europäischer Ebene offizielle Gremien gibt, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Im Moment kreisen die Gedanken dabei vor allem um zwei zentrale Fragen: Was macht Menschen glücklich und wie könnte man Glück messen? Das sind auch die Fragen, mit denen sich Philipp Schaumann in seiner Doktorarbeit beschäftigt, die den Titel „Auf dem Weg zur Glückspolitik“ trägt.

Bei seiner Veranstaltung während der Sommeruni wird Schaumann den Teilnehmern am Beispiel der „Happiness Studies“ einen Einblick in die Sozialwissenschaft geben und dieses Fachgebiet von anderen Fachbereichen abgrenzen. Außerdem soll vermittelt werden, mit welchen Fragen sich die moderne Sozialwissenschaft beschäftigt und welche Methoden eingesetzt werden. Eins verrät Schaumann vorab: „Man muss kein Mathegenie sein, aber ein bisschen Lust auf Statistik sollte man schon mitbringen.“

Weitere Informationen zur Sommeruni, die vom 28. Juli bis zum 3. August stattfindet, gibt es unter www.sommeruni-rinteln.de. Dort gibt es auch das Vorlesungsverzeichnis und Anmeldeformulare.




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