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„Nora“-Bewohnerin wird nach stundenlanger Suche im Dachboden-Winkel gefunden

Glücklicher Ausgang nach unruhiger Nacht

Lauenau (nah). Das rätselhafte Verschwinden einer 81-jährigen Bewohnerin im Lauenauer Seniorenzentrum „Nora“ hat ein glückliches Ende gefunden. 16 Stunden nach Beginn der Suche wurde sie in einem entlegenen Winkel des weitläufigen Dachbodens entdeckt. Durch einen technischen Mangel in der Fahrstuhlbedienung geriet die Frau auf ihren Irrweg.

veröffentlicht am 07.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 08:42 Uhr

In der Nacht zum Mittwoch hatten der komplette Mitarbeiterstab des „Nora“, mehrere Streifenwagenbesatzungen, ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera sowie 80 Feuerwehrleute die Gegend abgesucht. „Ich war selbst bis morgens um 3 Uhr unterwegs“, berichtete der „Nora“-Geschäftsführer Raid El Salmi.

Am Dienstagnachmittag war gegen 17 Uhr das Verschwinden der demenzkranken Elisabeth S. bemerkt worden. Da sie sich nur mit einem Rollator bewegen kann und jede Stufe ein unüberwindbares Hindernis darstellt, war sich die sofort einberufene Krisenrunde einig, dass sie sich in der Nähe aufhalten müsse.

El Salmi rätselte selbst nach möglichen Zielen eines Ausflugs: „Demenzpatienten suchen das Licht“, weiß der Experte für solche Krankheitsbilder. In drei Gruppen wurden alle Räume samt Waschmaschinen und Kühlzellen sowie der Außenbereich mehrfach kontrolliert. „Ich war selbst auf dem Dachboden“, räumte El Salmi ein.

Gegen 19 Uhr wurde die Polizei informiert, weil die Sorge wuchs, die Frau könnte gestürzt sein. Umgehend nahmen einige Streifenwagenbesatzungen die Suche auf. Radiosender verbreiteten Durchsagen, teilweise jedoch mit falschen Details. Sie würde nur russisch sprechen, hieß es. Tatsächlich aber sorgt der Grad der Erkrankung für eine schwer verständliche Mischung aus Deutsch und Polnisch.

Gegen 23 Uhr wurde die Feuerwehr um Amtshilfe gebeten. Gemeindebrandmeister Jürgen Wilkening alarmierte die Aktiven in Lauenau, Feggendorf, Pohle, Messenkamp und Hülsede. 80 Helfer waren im Einsatz, die zum Teil in Privatfahrzeugen vor allem Siedlungsstraßen, Feldwege, Regenrückhaltebecken und Spielplätze kontrollierten. „Wir wissen, was wir zu tun haben“, unterstrich Wilkening die sofortige Einsatzbereitschaft. Er will jedoch den Vorschlag machen, die uniformierten Helfer schneller einzusetzen. Am Dienstagabend waren bereits sechs Stunden seit dem Verschwinden vergangen.

Das Happyend folgte gestern gegen 9 Uhr. Elisabeth S. kauerte in einem Winkel unterm Dach. Zwei Stunden später sah El Salmi sie bereits „fröhlich wie immer“ im Aufenthaltsraum. Trotzdem kam der Hausarzt zur Kontrolle. Noch am Vormittag wurde der Mangel im System behoben. Eigentlich soll nur ein Spezialschlüssel den Fahrstuhlbetrieb bis in den dritten Stock ermöglichen. Doch die Funktion war nicht ordnungsgemäß installiert: S. drückte den Knopf mit der „3“, landete auf dem Dachboden und irrte dort umher.

„Es ist das erste Mal in acht Jahren, dass so etwas passiert ist“, bilanzierte El Salmi nach dem glücklichen Ausgang. Ausschließen könne man dies jedoch nie: „Jede Aufnahme eines neuen Demenzkranken ist mit drei Wochen Sorgen verbunden.“ Im „Nora“ leben 95 ältere Menschen.




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