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Kuppel wieder an ihrem Platz in 40 Meter Höhe / Arbeiten im Innern des Glockenturms gehen voran

Goldene Zeiten für die Oldendorfer Kirche

Oldendorf (top). Kraftvoll zupackend, hält Dachdeckermeister Uwe Böddicker die mit der Sonne um die Wette strahlende Kirchturmkuppel in den Händen, bevor er die nahezu einen Meter umfassende Kuppel sanft, aber bestimmt auf die Kirchturmspitze gleiten lässt. Ein paar letzte Drehungen werden getan, bevor die vor über fünf Monaten abgenommene Kuppel wieder fest in ihrer Verankerung sitzt. Die vielen Monate des Wartens sind nun endlich vorbei, und die Turmbekrönung der Oldendorfer Kirche erstrahlt nach ihrer Restauration in neuem Glanz.

veröffentlicht am 30.11.2009 um 11:00 Uhr
aktualisiert am 04.12.2009 um 12:48 Uhr

Oldendorf (top). Kraftvoll zupackend, hält Dachdeckermeister Uwe Böddicker die mit der Sonne um die Wette strahlende Kirchturmkuppel in den Händen, bevor er die nahezu einen Meter umfassende Kuppel sanft, aber bestimmt auf die Kirchturmspitze gleiten lässt. Ein paar letzte Drehungen werden getan, bevor die vor über fünf Monaten abgenommene Kuppel wieder fest in ihrer Verankerung sitzt. Die vielen Monate des Wartens sind nun endlich vorbei, und die Turmbekrönung der Oldendorfer Kirche erstrahlt nach ihrer Restauration in neuem Glanz. Glänzend zeugen die vergoldete Kuppel, die Wetterfahne und die Kirchturmspitze von den Arbeiten an der alten romanischen Kirche; der erste Bauabschnitt ist nun abgeschlossen. Die Besonderheit lag im Befüllen der Kupferkapsel, die sich im Inneren der Kirchturmkuppel befindet und die aktuellen Geschehnisse zur Zeit des Umbaus auch für kommende Generationen noch darstellen soll. Unter den Augen von nahezu 150 kleinen und großen Oldendorfern befüllte Pastor Wilhelm Meissner die Kapsel mit schriftlichen Informationen zu den Umbaumaßnahmen, der aktuellen Ausgabe des Gemeindebriefes und einer Dewezet des Tages, einem Set Euro-Münzen sowie zahlreichen Fotos vom Umbau. „Wir möchten, dass die nächsten Generationen, wenn die Kapsel einmal geöffnet werden sollte, nicht so enttäuscht sind wie wir, als wir die Kapsel vor nahezu einem halben Jahr leer vorfanden“, sagte der Oldendorfer Pastor. Bei starkem Wind ließen es sich sowohl der Pastor als auch zahlreiche Anwesende aus dem Vereinsleben und der Politik sowie die Oldendorfer Bürger nicht nehmen, hautnah mitzuerleben, wie die Kirchturmkuppel von Dachdeckermeister Uwe Böddicker wieder auf die Kirchturmspitze aufgebracht wird. „Dies mitzuerleben, ist einmalig“, freute sich Cornelia Hessing, die sich schon nach dem Klang der Glocken sehnt.

Denn neben dem Anbringen der vergoldeten Kuppel, der Wetterfahne und der Kirchturmspitze gab es noch eine Besonderheit, die sich in den vergangenen Tagen in der St.-Nicolai-Kirche zu Oldendorf ereignete. Die vier einige Tonnen schweren Glocken wurden wieder in den Glockenturm gebracht. Sehr erfreut über die Restauration der alten Glocken zeigte sich Dieter Homann. Der geschichtsinteressierte Oldendorfer konnte seinen Blick besonders von der restaurierten Bienenkorbglocke aus Bronze kaum lassen. „Es ist einfach faszinierend, eine solch seltene Glocke in unserer Kirche zu haben“, schwärmte der Rentner. Die nahezu 900 Jahre alte Glocke ist das älteste Stück der alten romanischen Kirche.

„In Niedersachsen gibt es heute nur noch sieben Glocken dieser Art“, bestätigte der Architekt Thido Saueressig die Seltenheit dieser Glocke. Auch wenn die Glocken nun bereits im Glockenturm einlagern, werden noch ein paar Monate vergehen, bis die Oldendorfer wieder dem gewohnt schwungvollen und lautstarken Klang der Glocken lauschen dürfen. Denn noch sind die Arbeiten im Glockenturm bei weitem nicht abgeschlossen. In den Wintermonaten erfolgt noch der Ausbau des alten Glockenstuhls. Die Ausschreibungen hierfür laufen, doch auch diese Arbeiten werden einige Wochen in Anspruch nehmen.

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„Zudem ist es wichtig, die Arbeiten am Kirchturm ruhen zu lassen, um dem Turm nach seinen Stein-, Fugen-, und Putzarbeiten die Möglichkeit zum Aushärten und Ruhen zu geben“, fügte Thido Saueressig hinzu. Der Architekt vom Amt für Bau- und Kunstpflege in Hildesheim betreut die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen seit Beginn an und findet es immer wieder faszinierend, welche optische Veränderung ein Bauwerk durchmachen kann. Auch wenn sich von außen in den nächsten Wochen und Monaten nur wenig erahnen lässt, schreiten die Arbeiten im Inneren des Glockenturmes merklich voran, um auch bald wieder den Klang der vier alten Glocken über Oldendorf erklingen lassen zu können.

Karl-Meinhard Böddicker und Pastor Wilhelm Meissner befüllen und schließen die Kapsel.

Thido Saueressig (links) und der geschichtsinteressierte Oldendorfer Dieter Homann bestaunen die tonnenschweren Kirchturmglocken.

Dachdeckermeister Uwe Böddicker (re.) beim Aufsetzen der Kuppel in über 40 Metern Höhe.

Architekt Thido Saueressig richtet einen letzten fachmännischen Blick auf die restaurierte und neu eingesetzte Kirchturmuhr.

Fotos: top




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