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Maria und Friedrich Aldag feiern Fest der Eisernen Hochzeit / Ersten scheuen Blickkontakte in Steinhude aufgenommen

Gratulation vom Bundespräsidenten zum großen Glück

Bückeburg (bus). Das Ehepaar Maria und Friedrich Aldag hat das seltene Fest der Eisernen Hochzeit gefeiert. Über der im Mai 1944 im Standesamt zu Bückeburg besiegelten Ehe scheint in den zurückliegenden 65 Jahren stets ein guter Stern gestanden zu haben. Trotz einiger körperlicher Beschwernisse vermittelt das Jubelpaar einen hochzufriedenen Eindruck. „Das Wort Frührentner gefällt uns nicht, man muss doch etwas tun“, gibt der 88-jährige Ehemann eines seiner Lebensgeheimnisse preis.

veröffentlicht am 26.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 18:41 Uhr

Frau Aldag, die vielen Weggefährten nur als „Ria“ bekannt ist, erblickte am 19. März 1923 als Maria Sanktjohanser im westfälischen Herten als Tochter eines Schwimmmeisters das Licht der Welt. Herr Aldag, der mit vollem Vornamen Friedrich Wilhelm Daniel heißt, wurde am 17. Juni 1920 in Knatensen geboren. Sein Vater war Bergmann. Das Paar hatte zwei inzwischen gestorbene Kinder, von denen zwei Enkelkinder stammen.

Die Verbindung der Westfälin mit dem Schaumburger geht auf sozialpolitische Eigenarten des Dritten Reichs zurück. „Ich hatte 1940 die Wahl zwischen Munitionsfabrik und Kindergarten“, so die Ehefrau. Da lag die Entscheidung (pro Kindergarten) nah, der Ort der Beschäftigung (Steinhude) indes fern. In dem Kindergarten war eine Abteilung der Hitlerjugend-Erntehilfe untergebracht, was 1942 den Ehemann in spe auf den Plan rief. Als nach scheuen Blickkontakten im Juli der erste Kinobesuch vereinbart wurde, nahm das glückliche Schicksal seinen Lauf.

„Uns war schnell klar, dass wir heiraten wollten“, erläutert das Paar. Im Anschluss an die Hochzeit nahmen Aldags ihren Wohnsitz in Bückeburg, wo sie später 1958 ein Haus am Grenzweg erwarben. Nachdem im Jahr darauf das erste eigene Auto – Friedrich: Ein preiswerter Opel Olympia, Maria: Wir waren stolz wie Oskar – auf den Hof gerollt war, standen zahlreiche Familienausflüge auf dem Programm. Spätere Urlaubsreisen hatten oft Bayern und zumeist Österreich zum Ziel.

Das Brautpaar Aldag im Mai 1944. Foto/Repro: bus

Friedrich Aldag hatte eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten im Landeskirchenamt absolviert und eine Anstellung in der Kanzlei Böttcher gefunden, wo bis zu ihrem 60. Lebensjahr auch Maria Aldag beschäftigt war. Den Namen Aldag paaren viele Bückeburger aber nicht nur mit Kanzleitätigkeiten. Er findet vor allen Dingen in Verbindung mit der Behindertensport-Gemeinschaft Bückeburg (BSG) Erwähnung, der Friedrich Aldag 32 Jahre vorstand und in der Maria Aldag sich lange um organisatorische Dinge kümmerte.

Das Echo auf das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement ist nicht verklungen. „Es rufen immer noch alle möglichen Leute an und wollen etwas wissen“, erzählen die „Eisernen“. Jetzt hat sich sogar Horst Köhler gemeldet. Der Bundespräsident gratulierte dem Ehepaar per Brief zu dem „besonderen Glück, die Eiserne Hochzeit feiern zu können“.

Es ist zu erwarten, dass die Kontaktaufnahmen noch eine geraume Weile eine Fortsetzung finden werden, zumal Friedrich Aldag nach wie vor tageweise in der Kanzlei Martens & Fischer mitarbeitet sowie als BSG-Übungsleiter aktiv ist und beide Ehepartner über eine tadellose geistige Frische verfügen.




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