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200. Jubiläum der Hartingschen Mühle und Eröffnung des Kreismühlentages gemeinsam begangen

Groß kann jeder: Winzling wird Besuchermagnet

Kleinenbremen (mig). Seit 200 Jahren klappert sie schon, die Hartingsche Wassermühle direkt am Mühlensteig gelegen. Gefeiert wurde der runde Geburtstag am Sonntag mit der Eröffnung des Kreismühlentags und einem Jubiläumsbierdeckel.

veröffentlicht am 26.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 04:21 Uhr

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Im Schatten des großen Mühlrades begann der Tag zunächst mit einem Open-Air-Gottesdienst. Pastor Ekkehard Karottki erinnerte an das Jahr, in der die Mühle gebaut wurde (1809), in seiner Predigt verknüpfte er geschickt die Lokal- mit der Weltgeschichte.

Eröffnet wurde der Mühlentag dann vom Vorsitzenden des Mühlenvereins, Wilhelm Krömer, Grußworte kamen unter anderem vom Bürgermeister der Stadt Porta Westfalica, Stephan Böhme und dem Landrat des Kreises Minden-Lübbecke, Dr. Ralf Niermann. Niermann lobte Kleinenbremen für seine Aktivitäten, viele touristische Höhepunkte seien hier konzentriert.

Dass Kleinenbremen noch andere „Zuckerstücke“ hat, zeigte eine von Angelika Heine verlesene E-Mail der Eigentümer. „Meine Mutter und mein Mann denken mit Wehmut an den guten Kleinenbremer Zuckerkuchen“, schrieben Verena Günther-Afout und Erna Günther aus dem fernen Italien.

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Anschließend gab’s Geschenke, unter anderem von Pastor Karottki, der ein 1:87-Modell der Hartingschen Wassermühle angefertigt hatte. „Ich habe das Ensemble hier gesehen und gleich gedacht, dass es einen Nachbau wert ist“, erläuterte der Pastor, der sich bei seiner Arbeit auf Bilder aus der Zeit um 1900 gestützt hatte. Das Modell mit den kleinen Figuren (sogar winzige Mehlsäcke sind zu erkennen) wurde schnell zum Besuchermagneten. Vor allem Kinder waren am Zustandekommen interessiert und ließen sich von Karottki alles genau erklären.

Ihre Eltern besuchten derweil die Mühlendokumentation von Ahnenforscher Hans-Walter Juhl und Ortsheimatpfleger Wolfgang Karras oder lasen spannende Mühlengeschichten der heimischen Schriftstellerin Marlies Kuhlmann. Geboten wurde aber auch ein interessanter Einblick in altes Handwerk (Glasmanufaktur, Ölpresse, Stuhlmanufaktur) oder neue Tourismuskonzepte. Dr. Johannes Großewinkelmann am Stand der „Touristikbörse Kleinenbremen“: „Wir setzen auf Vernetzung. Oft wollen Besuchergruppen nach der Besichtigung noch etwas anderes machen. Besucherbergwerk und Hartingsche Wassermühle ergänzen sich da wunderbar.“

Gut vernetzt ist die Wassermühle über die Westfälische Mühlenstraße auch mit den anderen 42 meist funktionsfähigen Wind-, Wasser-, Ross- und einer Schiffsmühle. Von dort kamen zahlreiche Radwanderer, das Ehepaar Susanne und Heinrich Hattenhorst besuchte an diesem Tag sogar gleich drei Mühlen. Susanne Hattenhorst: „Es war sehr schön, gerade bei diesem Wetter.“ Pech hatten die beiden aber bei einer Panne, die sie fast zum Abbruch der Tour gezwungen hätte. „Es war aber gut, das wir doch gekommen sind, sonst hätten wir den zu Jubiläum und Kreismühlentag herausgegeben Bierdeckel nicht bekommen.“ Im Schatten der herrlichen Eiche und bei Musik und Tanz (vom Shanty-Chor Lahde, den Schlingborner Musikanten und der Tanz- und Trachtengruppe des TuS Kleinenbremen) konnte das Ehepaar dann ausspannen.

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