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Kammerchor Cantemus glänzt bei Konzert im Festsaal des Schlosses

Großartige Stimmen, lebendiger Vortrag, ausgefeiltes Programm

Bückeburg. Es gibt K onzerte, die einem noch lange in Erinnerung bleiben. Der Auftritt des Kammerchors Cantemus auf Schloss Bückeburg gehört sicher dazu. Obwohl Cantemus erst seit vier Jahren besteht, glänzten die 17 Mitgliedern auf Schloss Bückeburg mit großartigen Stimmen, lebendigem Vortrag und ausgefeiltem Programm.

veröffentlicht am 09.10.2008 um 00:00 Uhr

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Zur musikalischen Weltreise hatten die Sänger neben bekannten Madrigalen und Volksliedern auch selten Gehörtes in den voll besetzten Festsaal mitgebracht. Der schwedische "Sommarpsalm" (Waldemar Ahlen), ein Erntedanklied, und "Och jungfrun hon gar i ringen" (Hugo Alfven) gelangen den Sängern frisch und mit viel Ausdruck. Auch bei der Volksweise "Fein sein, beinander bleibn" (Österreich um 1870) glänzte der Chor mit Präzision und gutem Gespür für den Gesamtklang. Einen ersten Höhepunkt erlebte das Programm dann mit Bela Bartóks lebhaften "Tanzliedern aus Medzibrod und Poniki" (aus "Vier slowakische Lieder"). Bartók hatte die Lieder auf Reisen gesammelt und in Noten gesetzt. Trotz schwieriger Harmonien meisterten die Akteure das "Hochzeitslied", das "Heuerntelied" oder das temperamentvolle "Tanzlied" mit Bravour. Im Zeichen des Erntedankfestes standen Antonin Dvoráks "Wenn die Sense scharf geschliffen" und "Flog ein Täubchen zum Ackerrain" ("Klänge aus Mähren"): Die kleinen Meisterwerke voller rasanter, ungestümer Passagen im Wechsel mit herzzerreißenden Klagen gelangen dank eines homogenen Chor-Körpers und stimmlicher Ausnahmeleistungen. Begleitet wurden die Sänger von Dr. Martin Gieseking am Flügel. Nach einer russischen Volksweise und einem italienischen Madrigal ("Matona mia cara"), brachte der Kammerchor "Drei griechische Volkslieder"-"Ssupa Mana", "Mare je" und "Jerakjina" zu Gehör. Mit dem fröhlichen "Lord's Prayer", einem afrikanischen "Vater unser", endete der erste Teil des Programms. An den Beginn des abschließenden Teils hatten die Sänger das japanische Traditional "Nippon no Melody" gesetzt. Der Chor meisterte die ungewohnten Harmonien gekonnt und zeigte auch bei Robert Shaws Spirituals "Set down Servant" keinerlei Schwächen. Mit Volksweisen aus Südamerika ("Dulce embeleso"), Brasilien ("Boiadero") und Andalusien ("Boleras Sevillanas"), sowie drei Madrigalen (unter anderem "Come again" von John Dowland) endete die Reise durch verschiedene Liedtraditionen. Den Schluss machten Robert Schumanns sentimentales "Zigeunerleben", Franz Schuberts "Der Gondelfahrer" und das "Abendlied" von Josef Rheinberger. Fürst Alexander lobte den Chor und Stephanie Feindt (musikalische Leitung) nach dem vielfältigen Programm zu Recht für "höchste Musikalität in Verbindung mit großer Sangeskunst". Der Hausherr nutzte die Gelegenheit zudem, um für das am 18. Oktober stattfindende Benefiz-Konzert mit Startenor Terry Barber und Starklarinettistin Lone Madsen zu werben.




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