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Marie Rosa Günter und Jan-Aurel Dawidiuk siegen beim Lions-Jugend-Musikpreis 2013

„Große Qualität in diesen Saal gezaubert“

Bückeburg. „Was für ein Niveau, was für atemberaubende Vorträge“: Mit diesen Worten eines begeisterten Zuhörers lässt sich der Lions-Jugend-Musikpreis 2013 des Distrikts 111 Niedersachsen/Hannover wohl am besten zusammenfassen. 15 Teilnehmer hatten sich im Palais Herminenstraße eingefunden. Im Hauptfeld gewann die souveräne Marie Rosa Günter mit dem „Scherzo op. 4 es-moll“ von Brahms. Bei den Schülern siegte der zwölfjährige Jan-Aurel Dawidiuk mit dem „Scherzo B-Dur D593 Nr.1“ von Schubert.

veröffentlicht am 27.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:41 Uhr

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Über dem herrschaftlichen Park liegt an diesem Morgen romantische Stille. Die Schneedecke verschluckt sämtliche Geräusche, nur vom Kirchturm der Stadtkirche ist Glockengeläut zu hören. Als die schwere Eingangstür geöffnet wird, dringen einige Takte von Mozarts „Phantasie d-moll, KV 397“ ans Ohr – das Pflichtstück des Wettbewerbs, der in diesen Minuten im oberen Geschoss begonnen hat. Im Foyer sitzt der zwölfjährige Jan-Aurel Dawidiuk am Tisch und bewegt die Finger. Man müsse erst mal warm werden, sagt er. „Das ist wie beim Sport“, ergänzt er schmunzelnd. Viel üben dürfe man vor einem Wettbewerb aber nicht. „Dann verkrampft man“, ist sich Jan-Aurel sicher.

Durchschnittlich zwei Stunden am Tag muss der junge Musiker üben, um sein hohes Niveau zu halten und noch besser zu werden. Als angehender Konzertpianist sieht sich der Schüler des VIFF in Hannover trotzdem nicht. „Da ist die Konkurrenz zu groß“, meint er nachdenklich. Wichtig sei ihm nur, dass sein Beruf etwas mit Musik zu tun hat. „Vielleicht werde ich Dirigent.“

Der Lions-Jugend-Musikpreis wird auf drei Ebenen veranstaltet. Zunächst auf District-Ebene (die entspricht, bis auf wenige Ausnahmen, den Bundesländern), danach auf Bundesebene und schließlich auf europäischer Ebene (plus Israel und Türkei). Die Gewinner der jeweiligen Ausscheidung können so bis zum „Lions European Musical Competition“ in Istanbul kommen.

Das sei für die von den Lions Clubs vorgeschlagenen Kandidaten eine große Chance, findet der Musikbeauftragte des Districts, Holger Lustermann. „Sie können sich zeigen und werden auch weiterhin von den Clubs unter die Fittiche genommen.“ Junge Menschen, die später Berufsmusiker werden wollten, lernten hier, souveräner zu werden und sich in einem Wettbewerb zu behaupten. Das sei bei der großen Konkurrenz „nicht zu unterschätzen.“ Den Austragungsort, das Palais Bückeburg, lobte Lustermann mit den Worten: „Das Ambiente passt großartig zum Wettbewerb. Wir haben eine großartige Atmosphäre vorgefunden.“ Einen Dank richtete Lustermann an den „Hausherrn“ Rüdiger Maxin (Governor des Districts 111 N/H und Schulleiter der Blindow-Schule). Dieser habe die Veranstaltung exzellent vorbereitet.

Am Nachmittag strömte dann auch das Publikum zum Palais, um die Teilnehmer des Schüler- und des Jugendwettbewerbs mit viel Beifall zu unterstützen. Das Niveau war sehr hoch, sodass die Jury (unter anderem bestehend aus Siebelt Meier, Bückeburg und Olga Kasakova, Stadthagen) eine schwere Entscheidung treffen musste. „Es war eine ganz knappe Sache“, ließ Rüdiger Maxin das Publikum wissen. Stellvertretend für den Rest der Jury verkündete Lars Keitel aus Friedrichsdorf das Ergebnis mit den Worten: „Es gibt an diesem Tag keine Verlierer. Sie alle haben eine große Qualität in diesen Saal gezaubert; es war ein toller Tag.“

Die Siegerin des Jugendwettbewerbs, Marie Rosa Günter, habe die Jury mit ihrem „Scherzo op. es-moll“ von Brahms restlos überzeugt und „aufs Tiefste ergriffen“. Zwei zweite Preise gingen an Meng Sun und Elisabeth Brauß. Jeweils ein Sonderpreis bekamen Nima Mirkoshhal (Governor), Tsuzumi Namikawa (Gertrud-Fricke-Preis, Roland Stenger (Kabinettspreis), Dominik Ukolov (Sonderpreis District), Mareike Busse (Förderpreis), Niklas Beumer (Förderpreis) und Julia Krause (Förderpreis).

Den Schülerwettbewerb gewann mit Jan-Aurel Dawidiuk (1. Preis) ausgerechnet der jüngste Teilnehmer. Weitere Preise gingen an Victoria Nitschke (2. Preis), Silja Bothe (3. Preis) und Tilman Grunwald (Förderpreis).




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