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83 der schönsten Luftboten im Mittelpunkt

Großer Bahnhof für Brieftauben

Meinsen/Warber. Nicht nur Ortsbürgermeister Dieter Wilharm-Lohmann hat den gefiederten Luftboten bei der Brieftaubenausstellung der Reisevereinigung Nesselblatt Bückeburg seine Aufwartung gemacht, auch Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach und VizeLandrat Horst Sassenberg waren zur Eröffnung der Schau in die Räume der Kyffhäusergemeinschaft Meinsen-Warber gekommen. 83 der schönsten Tiere wurden im Rahmen dieser Schau gezeigt und erhielten bereits bei der Eröffnung von den prominenten Besuchern die gebührende Hochachtung.

veröffentlicht am 27.01.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:22 Uhr

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Gut getan haben dürfte diese Aufmerksamkeit aber auch den Mitgliedern der Reisevereinigung Nesselblatt Bückeburg, denn einfacher ist für sie das Vereinsleben in den letzten Jahren nicht geworden. Wie nahezu alle Hobby- und Kleintierzuchtvereine sind auch die Brieftaubenzüchter aus der Fürstenresidenz seit Jahren von Überalterung und Mitgliederschwund betroffen. 23 Mitglieder zählt der eingetragene Verein heute noch, davon sind ganze 13 noch aktive Züchter. Kein Vergleich also mit früheren Spitzenzeiten, als die Reisevereinigung Bückeburg zeitweilig über 70 Brieftaubenzüchter unter dem Nesselblatt vereinigte. Immerhin konnte der Verein im letzten Jahr bei den passiven Mitgliedern wieder deutlich zulegen: Neun neue fördernde Mitglieder seien hinzugekommen, freute sich der seit 2007 amtierende Vorsitzende, Wilfried Wacker aus Seggbruch, unter ihnen ist auch der amtierende Meinser Ortsbürgermeister Dieter Wilharm-Lohmann.

Erschwerend hinzu kommt speziell bei den Bückeburger Brieftaubenzüchtern das Raumproblem. Mit der Schließung der Meinser Traditionsgaststätte Bruns verlor die Reisevereinigung Nesselblatt nicht nur ihr angestammtes Vereinslokal, sondern auch die Einsatzstelle für ihre Vögel. „Einsatzstelle“, darunter verstehen Brieftaubenzüchter den Ort, an dem ihre Tiere vor einem Wettkampfflug gesammelt, registriert und dann per Fahrzeug bis zum sogenannten Auflassort transportiert werden, von wo aus sie sich durch die Luft auf den Weg nach Hause machen. Im Falle der Gaststätte Bruns war dies eine Scheune, die sich die Brieftaubenzüchter mit einem hohen Aufwand an Eigenleistung hergerichtet hatten, die jedoch nach Schließung der Gaststätte ebenfalls nicht mehr zur Verfügung stand. Und hätte Anfang 2013 nicht Landwirt Ludwig Pohl den Brieftaubenzüchtern ein ehemals landwirtschaftlich genutztes Gebäude seines Betriebs in Hevesen zur Verfügung gestellt, vermutlich würde es den gesamten Verein heute nicht mehr geben. So konnte die Reisevereinigung jedoch im April 2013 ihre neue Einsatzstelle an der Heveser Straße in Rusbend einweihen.

Kompliziert stellte sich auch die Suche nach einem geeigneten Raum für die diesjährige Brieftaubenausstellung dar. Ursprünglich habe man die Schau in einer Achumer Gaststätte durchführen wollen, berichtete Wilfried Wacker, man habe diese Pläne dann jedoch aufgrund der zu befürchtenden Staubentwicklung durch die Tiere und ihre Käfige wieder verwerfen müssen. Ganz kurzfristig habe man von der Kyffhäuserkameradschaft Meinsen-Warber dann das Angebot erhalten, in ihren Räumen unter der Meinser Sporthalle die schönsten Brieftauben auszustellen. Für Vize-Landrat Horst Sassenberg ein klares Zeichen der Hoffnung: „Hier auf dem Dorf hält man noch zusammen und hilft sich gegenseitig.“

Erfolgreichster Aussteller war diesmal Dieter Hupe: Der Brieftaubenzüchter aus Stadthagen zeigte den schönsten Standardvogel, das schönste Standardweibchen und die fünf besten Tiere.

Eine weitere Konsolidierung ihrer Vereinsaktivität erhoffen sich die Brieftaubenzüchter von einer Kooperation mit den Reiseflugvereinigungen der Nachbarstädte Porta Westfalica und Minden: Vor genau einem Jahr brachten die drei Vorsitzenden Wilfried Wacker (Bückeburg), Dieter Tasche (Porta Westfalica) und Heinz Gerling (Minden) die Bildung einer gemeinsamen Fluggemeinschaft ins Gespräch.




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