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Freisprechungsfeier für zehn „Renos“ aus Schaumburger Anwaltskanzleien

Großes Kino: 100 von 100 Punkten

BÜCKEBURG/LANDKREIS. Zehn neue „Renos“ haben ihre Fachangestelltenbriefe in der Tasche. Leicht hatten es die Prüflinge nicht. Mehrere von ihnen mussten die Ausbildung nach einem Wechsel in anderen Kanzleien beenden. Alle bekamen es mit der neuen Prüfungsordnung für Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte zu tun – ein Sprung ins kalte Wasser.

veröffentlicht am 02.07.2018 um 15:04 Uhr

Bestanden: Die zehn „Renos“ mit Rechtsanwalt Ulf Möller (hinten), dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Foto: ly

Autor:

Stefan Lyrath
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„Sie konnten nicht einfach bei älteren Kollegen nachfragen“, so Rechtsanwalt Ulf Möller, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, während der Freisprechungsfeier im Saal des Bückeburger Schwurgerichts. „Dies war eine besondere Klasse“, fasste er zusammen.

Zur Prüfung angetreten waren zwölf Auszubildende aus Schaumburger Anwaltskanzleien, von denen sechs im ersten Anlauf bestanden. Vier gingen in die Verlängerung und erreichten das Ziel in der mündlichen Ergänzungsprüfung. „Es ist nicht so, dass alle auf dem Zahnfleisch durchs Ziel gekrochen sind“, beugt Ulf Möller Missverständnissen vor. „Es waren auch tolle Leistungen dabei.“ So erzielte Nicole Kaufhold in einer schriftlichen Arbeit 100 von 100 möglichen Punkten. „Das war großes Kino“, stellt Möller fest. Den Titel Prüfungsbeste teilen sich Sara Kaussow und Jessica Krassa, unterm Strich jeweils mit der Note „Zwei“.

Von den zehn Absolventen werden vier übernommen, vier suchen noch, zwei schließen eine weitere Ausbildung an. Es waren schon mehr Renos, 16 und 15 zum Beispiel in den Jahren 2009 und 2010. „Es ist schwieriger geworden, geeignete Bewerber zu finden“, erklärt Möller auf Nachfrage. Ein „Dauerthema“ sei aber auch, dass einige Kanzleien „nicht besonders ausbildungsfreudig“ seien.

Dass die Justiz für die Freisprechungsfeier ihre „gute Stube“ zur Verfügung stellt, den früheren Plenarsaal des Landtags von Schaumburg-Lippe, wo heute auch der Staatsgerichtshof verhandelt, sieht der Vorsitzende als „Zeichen der Wertschätzung“. Wohl wahr. Regina Benz, Direktorin des Amtsgerichts Stadthagen, hatte den frischgebackenen „Renos“ denn auch gleich eine Stelle anzubieten. „Wir lecken uns die Finger danach, solche Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte zu bekommen“, sagte sie. „Die Justiz weiß, wie qualitativ hochwertig diese Ausbildung ist.“ Den erfolgreichen Prüflingen gab die Direktorin in ihrer Begrüßungsrede den Rat: „Jeder sollte seinen Beruf so ausüben, dass er aus der Sicht dessen, für den der Beruf erschaffen wurde, zufrieden mit der Leistung wäre. Das gilt auch und gerade für Berufe in der Justiz.“

Bestanden haben Ute Brockhausen, Sophia Rebecca Cording, Görebet Esmeray, Felix Goergen, Sophie Jarysto, Nicole Kaufhold, Sara Kaussow, Jessica Krassa, Anna Matzel und Miriam Modoi. Unter den Absolventen sind sieben Notarfachangestellte sowie drei Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte.




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