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Grüne wollen kommunale Energiewende

Stadthagen (ssr). Ein weitreichendes Programm für eine kommunale Energiewende schwebt den Stadthäger Grünen für die Kreisstadt vor. Dabei gehe es darum, Klimaschutz und Schonung fossiler Rohstoffreserven mit einer Stärkung der regionalen Wirtschaft zu verbinden, sagte deren energiepolitischer Sprecher Ernst Lenk.

veröffentlicht am 05.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Energiesparen müsse für die Kommune mit Investieren beginnen, räumte Lenk ein. Aber: Steigende Energiepreise würden diese Investitionen zunehmend rentierlich machen. Angesichts hoher Ausgaben für eine erhoffte Steigerung der Wirtschaftstätigkeit stelle sich die Frage, warum ausgerechnet nachhaltiger Umgang mit Energie keine Investitionen kosten dürfe. In ihrer Initiative sehen die Grünen einen von zahlreichen Wegen, "die vorhandenen wirtschaftlichen Strukturen der Region zu stärken, und nicht nur die Rettung durch Investoren von außen zu erwarten". Für die Stadt am schnellsten zu verwirklichen sei der Bezug von Ökostrom für städtische Gebäude und Betriebe inklusive Straßenbeleuchtung. Lenk: "Es sollten dabei nur Anbieter zum Zuge kommen, die nachweisen können, dass ihre Gewinne ausschließlich in Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie fließen." In den stadteigenen Gebäuden seien bei Heizung, Brauchwassererzeugung und Beleuchtung Energieeinsparungen sowie Umstellungen auf erneuerbare Energie oder Kraft-Wärme- Kopplung möglich, so Lenk. Die Grünen zielen darauf, dass unabhängige Energieberater für alle städtischen Gebäude Vorschläge unterbreiten. Als Verfahren zur Finanzierung biete sich das so genannte Contracting an. Es wird von Institutionen angeboten, die Modernisierung und anschließenden Betrieb der Anlagen solange auf eigene Rechnung durchführen, bis die auf dem vorherigen Niveau weiter gezahlten Betriebskosten des Gebäudeeigentümers die Investition amortisiert haben. Der dritte Vorschlag der Grünen: "Bürger legen Geld zusammen und gründen Gemeinschaften zum Erwerb und Betrieb von Photovoltaikanlagen." Damit sich auch Menschen ohne eigenes geeignetes Dach daran beteiligen können, so Lenk, könne die Stadt Dächer oder andere Aufstellungsorte mietfrei zur Verfügung stellen. Voraussetzung sei ein Ratsbeschluss zur Freigabe geeigneter Flächen - "und den werden die Grünen beantragen", kündigte Lenk an. Gebäudemodernisierung und Photovoltaik erforderten die verschiedensten handwerklichen Leistungen, die aufgrund ihres Einzelumfangs regional vergeben werden dürfen - ein weitererFaktor zur Stärkung der heimischen Wirtschaft.




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