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Abenteuerlicher Ausflug zum Ith / Mädchen bezwingen Steilwand und Höhle

Gut gerüstet für die Klettertour: AnÄsten und Laternen vorher geübt

Bückeburg (mig). Vorsichtig tastet die neunjährige Anna Krause über sich, findet eine Felsspalte und zieht sich daran langsam nach oben. Sie hat noch die Worte von Betreuer Jörn Isolt im Ohr: "Immer mit drei Armen und Beinen an der Wand". Wie eine Spinne hängt sie am starken Seil, schiebt sich Stück für Stück höher. Dann hat sie es geschafft - ihre Hände tasten über ebenen Boden.

veröffentlicht am 03.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

So hoch wie Anna ist bisher noch keine der zehn Teilnehmerinnen gekommen. Höchst-Leistungen sind aber auch nicht das Ziel der Kletteraktion am Ith, in Nordeutschlands größtem Klettergebiet. "Die Kinder sollen lernen zusammenzuarbeiten, ein Team zu bilden und natürlich sollen sie auch mal rauskommen," meint Bückeburgs Stadtjugendpfleger Stefan Reinecke, der Organisator des Ausflugs. Seit 1995 wird eine Klettertour angeboten, schon zum dritten Mal jetzt in das Gebirge bei Bodenwerder. Nicht nur Reinecke ist erstaunt, dass sich diesmal nur Mädchen für die Ferienveranstaltung angemeldet haben. Das hat aber auch seine Vorteile: "Mädchen sind einfach nicht so heldenmäßig, klettern nicht sofort drauflos" erklärt der Stadtjugendpfleger. Damit die Kinder sich mit der Bewegung in der Vertikalen vertraut machen können, haben die Betreuer zunächst eine etwas einfachere Wand ausgesucht. Nach einer kurzen Unterweisung durch Betreuer Jörn Isolt geht es dann, durch ein Seil abgesichert, etwa 20 Meter nach oben. Dabei müssen die Kinder Mut zeigen, sich voll und ganz konzentrieren. Während eine Gruppe noch klettert, marschieren andere schon einmal zur Rotesteinhöhle. Diese Wanderung über Stock und Stein macht den Kids sichtlich Spaß. Um einen Bachlauf zu überqueren, müssen sie erst einmal über einen Baumstamm balancieren. Die Höhle selbst erweist sich als eng und dunkel, genau das richtige für mutige Mädchen. In einer anderen, kleineren Höhle finden einige von ihnen - sehr zum Erstaunen der Ehrenamtlichen - sogar einen weiteren Ausgang. Auch hierbei vorneweg: "Kletterfloh" Anna Krause. "Wir haben zuhause Laternenpfähle und Äste, an denen habe ich geübt," erläutert sie. "Erlebnispädagogik" nennt Stefan Reinecke das Konzept der Klettertour. Die Kinder bringen es neudeutsch auf den Punkt: "Das war geil."




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