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Erfolgsquote der Nenndorfer Schiedsleute liegt bei 65 Prozent / Fortan zwei Bezirke in der Samtgemeinde

Gut geschlichtet

Samtgemeinde Nenndorf. Die beiden Nenndorfer Schiedsleute gehen sich fortan aus dem Weg. Keine Bange: Die ehrenamtlichen Schlichter – Eike Loos und Volker-Dietrich Maemecke – sind nicht etwa miteinander in Streit geraten. Die neue Einteilung der Samtgemeinde in zwei Schiedsbezirke (wir berichteten) ist der Hintergrund.

veröffentlicht am 30.01.2015 um 14:13 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 12:42 Uhr

Denn Loos und Maemecke verstehen sich prächtig, schließlich hatte der Haster Loos den Bad Nenndorfer Maemecke aufgefordert, sich als Schiedsmann aufstellen zu lassen. Zunächst fungierte dieser als Loos’ Stellvertreter, doch der möchte nach knapp fünf Jahren in dem

Amt etwas kürzertreten. So wurde die Samtgemeinde in zwei Bezirke geteilt: Maemecke übernimmt die Stadt Bad Nenndorf, Loos die drei Nordgemeinden.

Damit dürfte ein neues Zahlenverhältnis entstehen. Bisher erledigte Loos 75 Prozent der Schlichtungsverfahren, Maemecke 25 Prozent. Doch die Statistik weist 32 der insgesamt 52 Verfahren seit Loos’ Amtsübernahme der Stadt zu, 20 den Nordgemeinden (Haste elf, Hohnhorst fünf, Suthfeld vier). Somit dürfte Maemecke fortan mehr zu tun bekommen als sein Haster Pendant.

André Lutz (links) und Mike Schmidt (rechts) mit den Schiedsleuten Eike Loos (Zweiter von links) und Volker-Dietrich Maemecke. gus

Mit 11,8 Fällen pro Jahr stechen die Nenndorfer Schiedsleute deutlich hervor, denn andernorts sind drei bis vier Verfahren per anno üblich. Dies führt Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt auf die umfangreiche Werbung zurück. Loos hält Vorträge bei Vereinen und Organisationen über das Schiedswesen, Maemecke verteilte kürzlich gedrucktes Informationsmaterial in großer Auflage. André Lutz, Leiter des Amtes Bildung und Soziales, verweist zudem auf Mund-zu-Mund-Propaganda, und auch sein Amt verweise Menschen, die mit Streitfällen kommen, an die zwei Schiedsleute.

Die gängigen Nachbarschaftsstreite von Lärm- und Geruchsbelästigung bis hin zu Pflanzenteilen,

die über die Grundstücksgrenze ragen, bilden Betätigungsfelder der Schlichter. Auch Beschimpfungen und leichte Körperverletzungen gehören dazu. Seit 2010 ist es sogar Vorschrift, mit solchen Delikten erst zum Schiedsmann zu gehen, ehe ein Gericht angerufen wird.

Loos und Maemecke setzen auf intensive Gespräche mit den Streitparteien. Er habe zwar als Sachbearbeiter am Amtsgericht Hannover gearbeitet, sagt der Justizfachwirt Maemecke, doch eigentlich komme es auf eine juristische Ausbildung gar nicht an. Ziel sei es, mit den beiden Streitparteien eine Lösung zu finden. Dabei helfe es, die Gesprächspartner dazu zu bewegen, sich in den jeweils anderen hineinzuversetzen. Denn nur wenn beide einer Schlichtungsvereinbarung zustimmen, gilt der Fall als erledigt. 65 Prozent beträgt die Nenndorfer Erfolgsquote seit 2010. In 33 Prozent der Verfahren kam es nicht zur Schlichtung, vier Prozent wurden zwischenzeitlich eingestellt.

Ein Schiedsverfahren kostet einen Antragsteller maximal 50 Euro. Was nach Abzug aller Nebenkosten unterm Strich übrig bleibt, wird geteilt: Eine Hälfte bekommt der „Schiedsrichter“, eine Hälfte die Samtgemeinde. 115 Euro überreichten Loos und Maemecke der Samtgemeinde für das Jahr 2014. Übrigens: Die Schiedsarbeit ruht nicht – die ersten Verfahren des Jahres 2015 laufen bereits.gus




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