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Farr und Brockmann bei Bürgerinitiative: Lässt sich die B65-Umgehung überhaupt noch verhindern?

„Gute Gründe“ gesucht

NIENSTÄDT. Die Verhinderung der B 65-Ortsumgehung dürfte für die Bürgerinitiative (BI) „Keine B 65 neu durch Nienstädt“ schwierig werden. „Dafür müsste eine Änderung des Bundesverkehrswegeplans erreicht werden. Und dafür braucht man wirklich gute Gründe“, sagte Landrat Jörg Farr am Mittwochabend vor zahlreichen Zuhörern bei einer Info-Veranstaltung der BI im Berghotel Sülbeck.

veröffentlicht am 05.07.2018 um 17:50 Uhr

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Autor:

Thomas Rocho
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2016 habe der Bundestag mit der Fortschreibung dieses Plans eindeutig den vordringlichen Bedarf für den Ausbau festgestellt – ein „Schlüsselzeitpunkt“, zu dem man Widersprüche habe äußern können, was aber offenbar nicht geschehen sei.

Wie auch immer: „Es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir uns über das Thema unterhalten“, sagte Farr. Wie auch Markus Brockmann, Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, betonte Farr, dass aktuell keine Planungsschritte liefen. Der Landrat plädierte für eine gemeinsame Lösungsfindung mit allen Betroffenen. „Befürworter wie Gegner haben Argumente auf ihrer Seite.“ Wichtig sei das Miteinander, eine Änderung des Verkehrswegeplans sei eher zu erreichen, wenn man einig auftrete. Allerdings stellte Brockmann klar, dass die Umgehung auch von der örtlichen Politik getragen werde. „Diese sind die einzigen, die noch sagen können: Das wollen wir nicht.“

Brockmann erläuterte zudem die Rolle seiner Behörde. „Die Politik gibt uns den Auftrag, wir setzen diesen um“, sagte er. In seinem Bezirk seien derzeit 19 Ortsumgehungen angedacht, wovon elf im Entstehen seien – darunter nicht Nienstädt. Ohnehin seien weitere Schritte nötig, ehe sich hier etwas tue: Mit der aktuell kursierenden Durchschnittszahl von 13 700 Fahrzeugen pro Tag „können wir nichts anfangen“, sagte er. Die Zählstelle, auf der dieser Wert beruhe, liege außerhalb Nienstädts. Einige der Anwesenden schlugen darum vor, zunächst selbst eine Zählung vornehmen zu lassen, um ein solides Fundament für die Diskussion zu schaffen. „Auch wir brauchen eine genaue Erkenntnis: Wo ist wie viel Verkehr, wie würde sich dieser verlagern?“, so Brockmann. „Dass die Situation hier nicht einfach ist, ist uns klar.“ Derzeit sei für die Umgehung in Nienstädt aber ohnehin kein Geld zur Verfügung gestellt – sei es einmal so weit, gehe er ab diesem Zeitpunkt von einem Zeitrahmen von zehn bis 15 Jahren für die Maßnahmen aus.

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Die BI jedenfalls will weitermachen. Sprecher Michael Neumann hatte zuvor noch einmal betont: „Wir wollen den Umbau der B 65 so nicht akzeptieren. Für die Problematik an der bestehenden Bundesstraße wollen wir eine Lösung finden, die für alle Nienstädter akzeptabel ist.“ Friedrich Deventer sagte: „Unser Standpunkt ist klar. Das Ding muss aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen werden.“




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