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Konzert von „Daisy Town“ lockt viele Besucher in Brückentorsaal

Gute Tradition wiederbelebt

RINTELN. Was macht man so am 23. Dezember, dem Abend vor dem Weihnachtsfest? Die letzten Geschenke einpacken? In Rinteln ging das auch ganz anders: Hier lud die Band „Daisy Town“ zum Jahreskonzert. In Rinteln ging man also in den Brückentorsaal und freute sich über handgemachte Countrymusic und Rock’n‘Roll, der von den Stühlen riss.

veröffentlicht am 26.12.2017 um 15:55 Uhr

Wohin kurz vor Heiligabend, wenn sich alle in der Heimatstadt wiederfinden? In Rinteln schien es klar zu sein: ab in den Brückentorsaal. Foto: csu

Autor:

Christel Sundermann

RINTELN. Was macht man so am 23. Dezember, dem Abend vor dem Weihnachtsfest? Die letzten Geschenke einpacken, den Baum schmücken, noch mal feucht durchwischen, die Festtagsgarderobe überbügeln oder die Rouladen anbraten? Kann man – muss man aber nicht.

In Rinteln geht das auch ganz anders: Hier lädt die Band „Daisy Town“ zum Jahreskonzert. In Rinteln geht man in den Brückentorsaal und freut sich auf handgemachte Countrymusic und Rock’n‘Roll, der von den Stühlen reißt. Der Brückentorsaal ist an diesem Abend allerdings eigenwillig dekoriert: Weihnachtliche Elemente setzen die Tannenbaum-Arrangements aus Heinrich Brands Schonung, den Stilbruch erreichen die Liegestuhlgruppen unter den „Bodega“-Sonnenschirmen. Es ist ein bisschen „Christmas at the Beach“, und die Cocktails vom Bodega-Team passen perfek dazut.

Die Schirmherrschaft für dieses Konzert übernahm Bürgermeister Thomas Priemer, der gern eine Rintelner Band auf der Bühne sieht. 2014 fand die Erstauflage dieses speziellen Weihnachtskonzertes von Daisy Town hier statt und war aus dem Stand ein solcher Erfolg, dass eine Neuauflage fest eingeplant wurde. Und dass, obwohl damals der Start durch den tragischen Unfalltod des Sängers Paul Normen Eyres überschattet wurde. Kurzfristig sprang der Hamelner Singer-Songwriter Leo Meiner ein, doch der Verlust von Eyres forderte von den Bandmitgliedern seinen Tribut und eine zweijährige Pause war nötig, bevor 2017 die gute Tradition wiederbelebt werden sollte. Im Sommer dieses Jahres hat sich die erfolgreiche Gruppe, die man aus diversen Auftritten in Rinteln und Umgebung kennt, neu formiert.

Die Stimmung war gelöst, spätestens, als „Daisy Town“ spielte. Foto: csu
  • Die Stimmung war gelöst, spätestens, als „Daisy Town“ spielte. Foto: csu
Über den schönen Abend freuen sich auch Cornelia und Sascha Strübe sowie Denise Winter - ehemalige Schüler von „Daisy Town“-Bandmitglied Daniel Ellermann. Foto: csu
  • Über den schönen Abend freuen sich auch Cornelia und Sascha Strübe sowie Denise Winter - ehemalige Schüler von „Daisy Town“-Bandmitglied Daniel Ellermann. Foto: csu
Beate und Frank Brunner kennen Daisy Town gut. Foto: csu
  • Beate und Frank Brunner kennen Daisy Town gut. Foto: csu

Zur „alten Garde“ gehören Bandgründer Daniel Ellermann am Schlagzeug, Gitarrist Tobias Carmine und Sängerin Franzi Kuhlmann. Neu dabei sind Bassist und Sänger Markus Lehmann sowie Gitarrist Norman Inoue. Auch in der Stilistik setzt Daisy Town neben der traditionellen Countrymusic verstärkt auf die etwas modernere Variante, die mit ihren rockigen Elementen in Deutschland noch nicht so integriert ist, während sie in den US-Charts rauf und runter läuft.

Besonders freut Daniel Ellermann – seines Zeichens stadtbekannter Gymnasiallehrer und Bigband-Leiter am Ernestinum – dass die Gruppe musikalisch wie menschlich in relativ kurzer Zeit ausgesprochen gut zusammengefunden hat und alle Riesenspaß an den gemeinsamen Projekten haben. Gleichzeitig dankt er allen Unterstützern wie etwa dem Bodega-Team um Arif Sanal, Audio-Systeme aus Luhden und den vielen Helfern, die dieses Konzert erst möglich machten.

Pünktlich um 19.30 Uhr ging es los mit Leo Meiner, der mit gecoverten und eigenen Liedern auf Daisy Town einstimmte. Deren Begeisterung für ihre Musik transportierte die Formation dann hörbar und sichtbar bereits mit den ersten Songs. Nicht erst mit Franzis „Jolene“ holten sie ihre Fans ab. Dave Dudleys „Six Days on the Road“ in der Daisy-Town-Version und Klassiker wie „On the Road again“ gefielen ebenso wie Brad Paisleys „Welcome to the future“. Beim „Old Lucky Diamond Hotel“ war man auf der Route 66 unterwegs und als Daisy Town sich mit ihrer „L.A. Woman“-Zugabe verabschiedeten, wollte man sie eigentlich gar nicht gehen lassen.

Doch das Publikum wurde aufs Feinste entschädigt, auch für die Umbaupause. Die Stadthäger Jungs von den „Hot’n Totten“, die sich dem Rock’n‘Roll und Rockabilly verschrieben haben, frönten ihrer Leidenschaft mit so viel Spaß, dass sie nicht mehr als Elvis „A little bit conversation“ brauchten, um ihre Leute ganz dicht vor der Bühne zu haben. „Summertime Blues“, „Great Balls of Fire“ und „Crazy little thing called Love“ kamen schnell, tanzbar und begeisterten ebenso wie Lena Meyer-Landruts Hit „Satellite“.

Ein bunt gemischtes Publikum feierte im Brückentorsaal, darunter viele Daisy-Town-Kenner und Ellermann-Schüler, aber auch Beate und Frank Brunner als Daisy Town-Ultras, seit Beates Patenkind Christian Döpke hier mitmachte. Zwar ist er inzwischen nach Frankfurt abgewandert, aber als Fans der ersten Stunde sind die beiden natürlich dabei. Cornelia und Sascha Strübe sowie Denise Winter sind ehemalige Ellermann-Schüler und freuten sich auf einen schönen Abend bei toller Musik. Und natürlich hat es sich auch Andreas Kuhlmann, Franzis Vater, nicht nehmen lassen, dabei zu sein, wenn seine Tochter in Rinteln Musik macht.

So schön ließ es sich ins Weihnachtsfest feiern und dabei noch viel Gutes tun, gehen doch die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern an die Stiftung für Rinteln. Es hätten ein paar mehr Leute in den Brückentorsaal gepasst, doch das lässt sich ja bei der Wiederholung im nächsten Jahr korrigieren.

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