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Vierbeiner-Unterkunft am Hasengarten sucht für Katzen Pflegestellen und fordert Kastrationspflicht

Hachmeister: Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Bückeburg (jp). Das Bückeburger Tierheim sendet SOS. So schlimm wie noch nie leidet die Vierbeiner-Unterkunft am Hasengarten unter dem Fehlen einer Katzenschutzverordnung und der daher nach wie vor vorherrschenden völlig unkontrollierten Vermehrung von Katzen „in freier Wildbahn“ oder bei verantwortungslosen Haltern, die ihre Tiere verwahrlosen lassen. Während die meisten Landkreise und Städte in der Umgebung eine solche Katzenschutzverordnung, die die Kastration von Freigänger-Schnurrern zwingend vorschreibt, entweder zurzeit umsetzen oder bereits in Kraft gesetzt haben, ist eine solche Regelung in Schaumburg trotz intensivster Bemühung von Tierschützern nicht in Sicht.

veröffentlicht am 08.09.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:21 Uhr

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Die Folgen trägt das Bückeburger Tierheim: War es bislang schon im Katzenbereich völlig überbelegt, so sind die Tierschützer der Residenzstadt mit dem jüngsten Eintreffen von 13 weiteren Jungkatzen, darunter ein Kätzchentrio samt Mutter, mit ihren Kapazitäten und ihrem Latein gleichermaßen am Ende. Sämtliche Räume des Heims mussten vorübergehend zur behelfsmäßigen Katzenunterkunft umfunktioniert werden, denn natürlich dürfen die Neuankömmlinge auch bei der schlimmsten Raum- und Platznot nicht sofort, sondern erst nach einer kurzen Quarantänephase und einem tierärztlichen Check mit den anderen Bewohnern des Tierheims zusammenkommen, um sicherzugehen, dass keine Infektionen eingeschleppt werden.

Die meisten der Tiere stammen aus Cammer und aus Volksen und hätten nie den Weg ins Bückeburger Tierheim antreten müssen, wären ihre vormaligen Besitzer verpflichtet gewesen, ihre Katzen rechtzeitig kastrieren zu lassen. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln, Monika Hachmeister, sieht daher in der Passivität von Politik und Verwaltung bei der Umsetzung einer Katzenschutzverordnung einen klaren Verstoß gegen das in Deutschland geltende Tierschutzgesetz: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“, steht in Paragraf 1 dieses Gesetzestextes. „Und genau das ist der Punkt“, sagt Hachmeister. „Dieses unermessliche Katzenelend, mit dem wir ständig konfrontiert werden, wäre vermeidbar.“

Doch selbst wenn jetzt sofort eine Kastrationspflicht in Kraft träte, sie würde erst langsam greifen und ganz sicher den derzeit im Bückeburger Tierheim untergebrachten Vierbeinern nicht mehr helfen.

Wie also ist der akuten Not der vielen herrenlosen und ungewollten Katzen und Kater beizukommen? Dazu sucht das Bückeburger Tierheim dringend weitere Pflegestellen, in denen einige dieser Katzen, insbesondere die jungen und jüngsten, eine vorübergehende Bleibe finden können. Pflegestelle, das bedeutet, dass die jeweiligen Schnurrer nicht auf Dauer in neue Hände gehen, sondern nur für einen vorübergehenden, zuvor festgelegten Zeitabschnitt außerhalb des Tierheims einquartiert werden. Die Tiere bleiben dabei formal im Besitz des Tierschutzvereins, der auch weiterhin alle Kosten für Futter und tierärztliche Behandlungen trägt. Alles Weitere regelt ein formeller Pflegevertrag.

Besonders wichtig sind solche Pflegestellen für Jungkatzen oder für Katzenmütter mit ihren Babys. Sie können zum einen in einer solchen Pflegestelle aufwachsen und laufen dabei nicht Gefahr, sich mit Katzenschnupfen, Lungenentzündung oder anderen gefährlichen Krankheiten zu infizieren. Zum anderen werden sie durch den Kontakt mit ihren menschlichen Pflegeeltern an den Umgang mit Menschen gewöhnt, werden dadurch zahm und zutraulich und sind deshalb anschließend viel leichter in neue Hände vermittelbar, als wenn sie verwildert und scheu ins Tierheim kommen. Gesucht werden möglichst katzenerfahrene Tierfreunde aus der Umgebung, die sowohl die Zeit als auch den Platz haben, sich vorübergehend um einige der herrenlosen Stubentiger zu kümmern.

Kontakt: Wer daran Interesse hat, kann sich an den Tierschutzverein unter (05722) 52 20 (Montag bis Donnerstag und Samstag 15 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 13 Uhr) wenden.

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