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Frei gewordene Frequenzen könnten Wiedensahl besseren Empfang bringen / O2 winkt ab

Handynetz: Ein schwacher Hoffnungsschimmer

Wiedensahl (gus). Die Einwohner der Gemeinde Wiedensahl können sich nur bedingt Hoffnungen darauf machen, dass der dortige Handyempfang besser wird. Das hat eine Recherche dieser Zeitung ergeben.

veröffentlicht am 28.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 01:42 Uhr

Der Gemeinderat ist kürzlich von Bürgern aufgefordert worden, sich erneut um das Thema Mobilfunknetz zu kümmern (wir berichteten). Unsere Zeitung hat sich bei einigen möglichen Netzbetreibern umgehört, und zwar bei jenen, die im vergangenen Frühjahr neue Funkfrequenzen ersteigert haben.

Bei der Auktion der früheren analogen Radiofrequenzen erhielten die Deutsche Telekom, Vodafone und O2 die Zuschläge. Frei geworden waren die Sendebereiche, weil die allermeisten Radiosender mittlerweile auf Digitalfunk umgestiegen sind. Alle drei Unternehmen kündigten seinerzeit an, Internet- und Handy-Netze mit diesen Wellenlängen zu verstärken. Dies hatte die Bundesnetzagentur zur Bedingung gemacht.

Tatsächlich plant O2 in Stadthagen einen Netzausbau, um Funksignale über die ersteigerten Frequenzen im 800-Megahertz-Bereich versenden zu können. Nach Angaben von O2-Pressesprecher Markus Oliver Göbel wird der Busch-Geburtsort davon aber nicht profitieren. Obernkirchen, Lindhorst und Stadthagen erhalten demnach zwar neue Sendestationen, doch selbst der Stadthäger Standort ist laut Göbel zu weit vom Ziel entfernt. „Das Kerngebiet von Wiedensahl liegt leider abgeschattet hinter einem Waldstück“, so der O2-Sprecher.

Die Antwort der Deutschen Telekom klingt ähnlich ernüchternd, eine gänzliche Absage erteilte Pressesprecherin Stefanie Halle indes nicht. Es seien momentan keine Aktivitäten vorgesehen, doch sei nicht vollends verplant, wo die aus der sogenannten „Digitalen Dividende“ ersteigerten Frequenzen zu besserer Handytelefonie führen könnten.

Halle verweist auf den Rückzug des Unternehmens Vodafone, das einen Handy-Funkmast in Wiedensahl plante, sich dann aber zurückzog (siehe Kasten). Dass dieser Schritt aus wirtschaftlichen Beweggründen heraus gegangen wurde, sei „ein schweres Indiz“. „Der Standort ist aus wirtschaftlichen Gründen schwierig“, schreibt Halle.

Ähnlich vorsichtig formuliert Bernd Hoffmann, Pressesprecher bei Vodafone, seine Prognose für Wiedensahl. Zwar plane sein Unternehmen grundsätzlich die Tilgung aller „weißen Flecken“ auf der Funknetz-Karte. Doch es sei zunächst vorgesehen, bis Ende 2011 alle vorhandenen Standorte auszubauen – wie sich dies auf den Busch-Geburtsort auswirkt, sei noch offen.

Vodafone hat vor, die sogenannte Long Term Evolution Technologie (LTE) zu installieren, womit in erster Linie die Internet-Versorgung in Randgebieten verbessert werden soll. Auch Handy-Telefonie sei per LTE-Netz möglich. „Aber nur mit LTE-fähigen Geräten“, schränkt Hoffmann ein. Solche Handys seien in der Entwicklung, aber noch nicht auf dem Markt.

Sollte mit dem LTE-Ausbau keine Verbesserung des Handynetzes in Wiedensahl zu erzielen sein, ist es laut Hoffmann nicht auszuschließen, dass auf anderem Weg eine – wirtschaftliche – Lösung gefunden wird. Aber: „Nicht von heute auf morgen“, warnt der Vodafone-Sprecher vor zu viel Optimismus.




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