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Tauchergruppe im Bergwerk stellt sich mit Vortrag vor

Heikle Suche nach dem schmalen Durchbruch

Kleinenbremen (ly). Vier Monate nach ihrer Freigabe zieht die „Blaue Lagune“ im Besucherbergwerk erfahrene Sporttaucher aus ganz Deutschland an. „Wir sind bis Dezember 2010 ausgebucht“, sagt Tauchlehrer Trevor Barritt aus Hille. Neugier wecken die Aktivitäten der Froschmänner und -frauen auch in der Bevölkerung. Deshalb stellt sich die Tauchergruppe am Sonnabend, 28. November, um 19 Uhr im Medienraum vor. Eintritt: drei Euro.

veröffentlicht am 26.11.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 13:21 Uhr

Bisher sind 66 Taucher durch den unterirdischen See geschleust worden und haben damit ein früheres Abbaugebiet erkundet, das über die Jahre mit Wasser vollgelaufen ist. Anfragen gibt es aus Österreich und Holland.

Drei alte Abbaufelder sind angeordnet wie eine Terrasse, getaucht wird streckenweise durch ein Höhlensystem. In 18 Metern Tiefe liegen Rolllöcher, im Bergbau Durchbrüche zur Verbindung von Sohlen, die zu einem schmalen Gang führen. Dessen Boden ist mit feinen Ablagerungen bedeckt, die leicht aufwirbeln können. Vor dem Ausstieg müssen die Taucher ein Rollloch finden.

„Dies ist das Heikelste“, so Barritt. „Wenn Ablagerungen aufgewirbelt werden, die Sicht dadurch gleich null wird, jemand nicht wesensfest ist und die Orientierung verliert, klebt er plötzlich unter der Decke. Und es kann passieren, dass Menschen in Panik geraten und sich die Maske vom Gesicht reißen.“ Kann passieren, darf aber nicht.

Zur Sicherheit wird daher nur in Gruppen getaucht, sogenannten Buddy-Teams aus zwei bis drei Leuten. Leinen mit Leuchtpfeilen weisen zum Ausgang. Angezogen sind die Sportler, die mindestens 50 registrierte Tauchgänge vorweisen müssen, in dem sieben Grad kalten Wasser mit einem Trockentauchanzug gegen Unterkühlung. Alle haben zwei getrennt arbeitende Atemregler.

Ebenfalls zur Vorsicht ist bisher bei einer Tiefe von 20 Metern Schluss, die Tauchdauer auf eine Stunde begrenzt. Kommendes Jahr soll die zweite Ebene freigegeben werden. „Wir müssen erst ganz sicher sein, dass die Decke heil ist“, betont Barritt. „Außerdem kann es dort unten noch alte Kabel geben, in denen Taucher sich verheddern können.“

Das Ziel sind 80 Meter, ein Vorstoß ins zweite Abbaufeld und die eigentlichen Höhlen. Mehr würde keinen Sinn ergeben, auch wenn der Grund des Untertagesees bei 380 Metern liegt. „Man müsste zu viel Ausrüstung mitnehmen“, erklärt Barritt. „Das würde keinen Spaß machen, weil man nicht mehr beweglich wäre.“

Bettina Barritt, ebenfalls Lehrerin in der zehnköpfigen Tauchergruppe, verspürt „Entdeckerlust“, wenn sie 800 Meter in den Berg vordringt, 60 Meter unter der Erdoberfläche in den beleuchteten blauen See steigt und sich fragt, wie weit man kommt. „Dort einzutauchen, wo seit Jahrzehnten kein Mensch mehr war, das ist ein Kick.“

Unter Wasser finden die Taucher eine fremde Welt mit Kulissen aus Kalkgebilden, die wie eine Gebirgskette wirken. Oder ein paar alte Seile und Dosen für Sprengpaste.




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