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Mehr als 3000 Besucher feiern die Osterrocknacht in den Kronenwerken

Heiße Rhythmen gegen die Kälte

Bückeburg. Heiße Rhythmen gegen die Kälte, das ist das Motto der zwölften Osterrocknacht, veranstaltet von „United Noise“ und der „Schraub-Bar“ gewesen. Sieben fantastische Bands brachten die über 3000 Besucher, die an diesem Tag zum Ex-Kronenwerksgelände gepilgert waren, zum Schwitzen.

veröffentlicht am 07.04.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:22 Uhr

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„Wir hatten eigentlich fast immer eine kalte Nacht“, meint einer. Das sei aber immer noch besser als Regen oder Sturm, wie in der ersten Hälfte der vergangenen Woche, meint Björn Steinmann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. „Mit den kalten Temperaturen können wir gut leben, solange es trocken bleibt.“ Und die Fans? Die seien wetterfest und nicht aus Zucker, ergänzt Vorstandsmitglied Dennis Akyol. „Und wenn es ganz kalt werden sollte: Wir haben ja auch noch ein Osterfeuer.“

Aufwärmen am wohlig prasselnden Osterfeuer? Das war in den meisten Fällen gar nicht notwendig, fast alle Besucher zeigten sich an diesem Abend bestens präpariert. Kaum einer, der keine Handschuhe, Mützen und Schals dabeihatte, zumindest aber einen dicken Anorak oder einen warmen Pullover. „Ich kenne das schon von den vorhergehenden Osterrocknächten“, sagt Doreen Harmening, eine gebürtige Bückeburgerin, und deutet auf ihre dicken Stiefel und zwei dicke Jacken. Sie habe einmal bei einer Osterrocknacht gefroren, „das wird mir nicht wieder passieren“. Doreen will in Bückeburg nicht nur gute Musik hören, sondern auch alte Freude treffen. „Da ich in München studiere, sehe ich meine Freunde vor allem zu Ostern und Weihnachten und manchmal in den Semesterferien – Bayern ist eben ziemlich weit weg.“ Die Osterrocknacht sei jedenfalls eine ideale Gelegenheit, um Leute zu treffen, die man lange nicht mehr gesehen habe. Und überhaupt: „Wo bekommt man sonst sieben Bands für nur zwei Euro zu sehen? Das kenne ich nur von der Osterrocknacht.“

Tatsächlich musste manch ein Besucher zweimal nachfragen, bevor er kopfschüttelnd den Eintritt zahlte. „Was, nur zwei Euro?“ war eine an diesem Abend besonders häufig gestellte Frage. In Großstädten könnte man sicher das 30-Fache nehmen.

Dass der günstige Eintrittspreis keine Auswirkung auf die musikalische Qualität hatte, war spätestens beim Blick auf das Line-up klar. Die „Ole Hauk & Band“ (Modern Rock ’n’ Roll), „Leet“ (Pop/Rock), „Queen of Smoke“ (Rock’n Roll), „Jabba’s Cortex“ (Rock), „Voltage“ (Rock) und „Westpol“ (Rock) sind allesamt klasse Livebands, die spielten, bis der Arzt kam. Vor allem Jabba’s Cortex und ihr Cover von „Killing in the Name“ und Ole Hauks genialer Rock’n Roll 2.0 waren sehr hörenswert. Ebenfalls ein Lecker-Schmecker: Leets tolle Melodien zu harten Gitarrenriffs.

Noch eine Schippe drauf legten die Headliner des Abends, die „Bad Nenndorf Boys“. Ihr Ska-Punk ging sofort in die Beine und holte auch den letzten Tanzmuffel aus seiner Ecke. Die Jungs legten so ein Tempo vor, dass sogar der Hochtöner in die Brüche ging – Sänger Dennis Koller rannte, tanzte und hüpfte, dass es eine Freude war. Vor der Bühne wurde wild getanzt, die Stimmung war auf dem Siedepunkt. Frieren musste hier niemand mehr. Dann, bei „In der Nacht sind alle Katzen grau“, stürzt sich der erste Fan in die Menge. Stagediving ist angesagt. Was das heißt? Einfach die Arme und Beine ausbreiten und sich auf einem Meer aus Armen tragen lassen. Ein Gefühl wie fliegen, sagt ein Fan später. „Man wird von allen getragen, das ist wie eine große Gemeinschaft.“

Fazit: ein mehr als nur tolles Festival, das es so wohl nur in Bückeburg und nirgendwo sonst gibt.




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