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Pendler und Reisende sauer über technische Probleme bei der Westfalenbahn

Heizung kalt, außerplanmäßige Halts

Bückeburg. Pendler und Reisende aus Bückeburg, aber auch dem gesamten Schaumburger Land, haben derzeit Probleme, pünktlich und nicht durchgefroren an ihre Arbeitsstätten in Hannover oder Minden zu kommen oder aber ihre Anschlusszüge zu erreichen, wenn sie Züge der Westfalenbahn nutzen. Wiederholt wurden Züge der Westfalenbahn auf freier Strecke langsamer und schlichen in langsamer Fahrt in den nächsten Bahnhof. Dort musste die Zugtechnik neu hochgefahren werden, um weiterfahren zu können. Zudem fielen häufiger die Heizungen aus. Stattdessen sprang die Klimaanlage an und kühlte das Zuginnere fast auf die winterlichen Außentemperaturen herunter. Das schilderten mehrere betroffene Pendler in Telefonaten mit unserer Zeitung.

veröffentlicht am 17.02.2016 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:22 Uhr

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Die Westfalenbahn hatte im Dezember die Regional-Expresszüge R 60 (Ems-Leine Express) und R 70 (Weser-Leine EXpress) nach einer entsprechenden Ausschreibung der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen von der Deutschen Bahn AG Regio übernommen. Seitdem soll es zu den Problemen gekommen sein.

Erst gestern Morgen war es wieder so weit, als der Zug, der um 5.14 Uhr in Bückeburg losfährt, im Bahnhof Haste wegen technischer Probleme nicht losfahren konnte, die Technik zwei Mal wieder hochgefahren werden musste, um mit 20-minütiger Verspätung Hannover Hauptbahnhof zu erreichen. Das schilderte Wolfhard Müller, Pendler und Ratsherr, gegenüber unserer Zeitung. Es sei nicht das erste Mal, das ihm so etwas passiert. Erst in der vergangenen Woche sei er zwei Mal betroffen gewesen. Einmal seien er und die Insassen eines Zuges im Bahnhof Stadthagen per Durchsage aufgefordert worden, den Zug zu wechseln und in einen kurz nachfolgenden Zug der Westfalenbahn umzusteigen. Mit den Verspätungen könne er zumindest leben, da er mit seinen Arbeitszeiten flexibel ist. „Am schlimmsten aber ist die Kälte, die überall durchkriecht“, beschwerte er sich: „Es dauert Stunden, bis man wieder durchgewärmt ist. Da wird man krank.“ Von den Verspätungen seien anderen Pendler dagegen erheblich mehr betroffen, schilderte Müller weiter. Sie hätten zum Teil Probleme mit ihren Arbeitgebern.

Aufgrund seiner Tätigkeit als Ratsherr sei er wiederholt von anderen Pendlern aus Bückeburg angesprochen worden, die ihm ihre Probleme und auch die Verspätungen und technischen Schwierigkeiten mit anderen Zügen zu anderen Fahrzeiten geschildert hätten, so Müller weiter. „Wenn die Westfalenbahn die Probleme nicht sehr schnell in den Griff bekommt, werde ich in den Bückeburger Rat eine Resolution einbringen.“ Denn: Auf schriftliche Beschwerden habe die Westfalenbahn bis heute nicht reagiert.

Die Westfalenbahn teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass sie die Schilderungen über die Aktivierung der Klimaanlagen in ihren Zügen bis hin zur Kühlung unter die gegebene Außentemperatur nicht bestätigen könne. Bei vielen der eingesetzten so genannten „KISS Doppelstock-Triebwagen“ entstünden „gelegentlich“ sogenannte Klimazonen. Dies bedeute, dass manche Teile der Züge wärmer beziehungsweise kälter sind als andere: „Diese Temperaturunterschiede werden, häufig zur Winterzeit, oftmals extremer wahrgenommen, als sie eigentlich sind.“ Oftmals helfe es, einen Wagenteil weiter Platz zunehmen. Der Hersteller sowie die Instandhaltung der Westfalenbahn arbeiteten intensiv daran, diese Zonen zu beseitigen.

Zu dem Langsamerwerden, beziehungsweise längeren Halts in Bahnhöfen teilte die Westfalenbahn mit, dass sie sich „von vereinzelt auftretenden technischen Problemen“ nicht freisprechen könne. Jedoch sei die Sicherheit der Fahrgäste in solchen Situationen nicht gefährdet. Eine Fahrt mit gedrosselter Geschwindigkeit habe nicht immer einen betriebsbedingten Hintergrund. Es könne vorkommen, dass die Triebfahrzeugführer aufgrund vieler verschiedenen Faktoren auf Sicht fahren müssen. Das Stehen bleiben von Zügen auf offener Strecke sei sehr unwahrscheinlich. Falls es jedoch zu solch einem Falle kommt, werde die Leitstelle davon informiert, um gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen und den Fahrverkehr wieder aufzunehmen. Auch hierbei sei die Sicherheit der Fahrgäste nicht gefährdet.

Und: Schriftlich eingereichte Beschwerden würden generell immer bearbeitet und beantwortet. Um den bestehenden Sachverhalt gründlichst zu prüfen, bedürfe es etwas Zeit; generell etwa sieben Tage Bearbeitungszeit.




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