weather-image
×

Helmhold: Monster-Lkw sind sinnlos

Landkreis (jan). Als sinnloses Projekt bezeichnet die heimische Abgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag den von Wirtschafts- und Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) genehmigten Probelauf von mehreren so genannten Giga-Linern auf Niedersachsens Straßen.

veröffentlicht am 04.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

"Minister Hirche will den steigenden Güterverkehr in den Griff bekommen, indem er überlange Lastkraftwagen über Niedersachsens Straßen rollen lässt", so die Politikerin aus Rinteln. Statt die weitere Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene zu unterstützen, eröffne der Minister mit der bundesweit einmaligen Ausnahmegenehmigung für die so genannten GigaLiner einen ruinösen Wettbewerb zwischen Schiene und Straße und unter den Spediteuren, schreibt Helmhold in einer Pressenotiz. "Viele Verkehrsexperten warnen vor unzähligen praktischen Probleme und Gefahren. Was passiert zum Beispiel, wenn so ein GigaLiner wegen einer Autobahnsperrung auf die Umleitungsstrecken ausweichen muss, die er technisch wegen Kreisverkehren oder engerer Straßenführung gar nicht bewältigen kann? Wie soll man sich das zum Beispiel imAuetal vorstellen?" fragt Helmhold. Mit mehr als 25 Metern Länge behinderten diese Lkw den Verkehrsfluss erheblich und zögen mögliche Überholmanöver bedenklich in die Länge. Damit seien Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer und Gigastaus vorprogrammiert. Wirkliche Entlastungen für Mensch und Umwelt würden nur erreicht, wenn mehr Güter auf der Schiene transportiert würden, so Helmhold weiter. "Schon ein 40-Tonnen-Lkw zerstört normale Straßen in Rekordzeit. Was die 60 Tonnen schweren Monster-Lkw anrichten werden, kann man sich leicht ausrechnen", so die Grüne. "Hirche öffnet einem Verdrängungswettbewerb die Tür, der am Ende auf Kosten der Steuerzahler und zu Lasten der Umwelt geht". Kurioserweise befindet sich Helmhold mit ihrer Auffassung in bester Gesellschaft mit einer Organisation, der die Grünen ansonsten eher nicht "grün" sind, denn auch der ADAC spricht sich in seinem aktuellen Clubmagazin, der "ADACmotorwelt" vom August, vehement gegen das Pilotprokt aus. Selbst die Transportwirtschaft, schreibt der ADAC, gebe zu, dass ein Großteil der erhofften Einsparungen durch hohe Umladekosten wieder aufgehoben werden könnte - "die Jumbos können ja nicht in Städte fahren".




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige