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Heute Einweihung des Neubaus der Paritätischen Gesellschaft Behindertenhilfe GmbH

Hier ist jeder Mensch

veröffentlicht am 27.08.2009 um 19:20 Uhr

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Teil eines Ganzen

Eines fällt beim Neubau der Paritätischen Gesellschaft Behindertenhilfe in Afferde sofort auf: Weder das Gebäude noch die Menschen sind verschlossen. Im Gegenteil: So offen und einladend wie sich der Bau präsentiert, sind auch die Menschen, die dort beschäftigt sind. In den Werkstätten der PGB in Afferde werden geistig behinderte Menschen an verschiedene Arbeiten herangeführt. Die meisten kommen im jugendlichen Alter in die Werkstätten und sind zum Teil noch als Senior dabei. „Wir haben einige Beschäftigte, die von Beginn an – und das sind in Hameln 38 Jahre – bei uns sind“, erzählt Werkstattleiter Ulrich Hasenbruch. Fast alle Beschäftigten kennt er beim Namen, die meisten sprechen auch ihn mit Namen an. Freundschaftlich wird hier miteinander umgegangen, jeder ist hier teil eines Ganzen. „Wir sind ein Lohnbetrieb, arbeiten als Partner für viele heimische Unternehmen und wir ermöglichen behinderten Menschen die Teilnahme am Arbeitsleben“, sagt Hasenbruch.

Es geht hier zu wie in jedem anderen Betrieb

Ob in der Metallbearbeitung, in der Elektrotechnik und in der Garten- und Landschaftspflege oder in den Bereichen Hauswirtschaft, Montage und Verpackung – „wir gucken, wer welche Fähigkeiten und Talente besitzt und versuchen, sie dann in diesen Bereichen dann einzusetzen“, erklärt Hasenbruch. Leistungs- und Termindruck sind dabei an der Tagesordnung, dafür leisten die Beschäftigten hochwertige Arbeit. „Wir sind bekannt für unsere Flexibilität, denn wir können uns auch anderen Werkstätten gegenseitig aushelfen“, erklärt der Werkstattleiter. In den PGB-Werkstätten geht es eben zu wie in anderen Unternehmen auch. Für die Beschäftigten besteht auch die Chance auf Praktika in heimischen Betrieben, einige wurden schon als Arbeitskräfte in Unternehmen vermittelt. Doch die meisten der 240 Beschäftigen bleiben in der Werkstatt in Afferde. Ihnen stehen 40 Mitarbeiter als Betreuer zur Seite, die sich sowohl pädagogisch als auch fachlich um die Beschäftigten kümmern. „Wir fördern jeden sehr individuell und gehen mit der Tagesförderstätte sogar in den Bereich der Pflege hinein“, erklärt Ulrich Hasenbruch. Für die schwerst mehrfach behinderten Menschen stehen Wasch- und Ruheräume zur Verfügung, zudem gibt es ein ergotherapeutisches Angebot.

Gemeinsam essen, lachen und spielen

Es ist aber nicht nur so, dass die Menschen zusammen arbeiten – sie essen, lachen und spielen gemeinsam. Kicker, Tischtennisplatte und Relaxzone stehen den Beschäftigten zur Verfügung. Fast zwei Monate nach dem Umzug in den Neubau merkt hier jeder: Dieses Haus ist mit Leben gefüllt.

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Das ist die Paritätische Gesellschaft Behindertenhilfe GmbH

Alles begann vor 39 Jahren in Bückeburg: Die Paritätische Gesellschaft Behindertenhilfe arbeitet mit 13 Behinderten im dortigen Werkheim. Doch dabei bleibt es nicht: Ein Jahr später übernimmt die PGB die bestehenden Werkstätten in Stadthagen und Hameln und weiht in der Rattenfängerstadt sogar kurze Zeit später die neue Werkstatt in der Carl-Lüders-Straße ein. Schon vier Jahre später steht die erste Erweiterung an. Mit einem Filialbetrieb: Hahlbrockweg 1, der heutigen Gerd-Hahlbrock-Werkstatt. Der erste Standort: Werkstatt für Behinderte Hameln I, Zur Lust, wird räumlich vergrößert, da die PGB eine angrenzende Turnhalle anmietet. Auch am Hahlbrockweg wird es bald zu eng: Für die zweite Werkstatt werden weitere Räume gepachtet. Im Jahr 2000 wird dann der Spatenstich für einen dritten Standort im Stadtgebiet Hameln gesetzt: In Afferde soll eine Werkstatt für seelisch behinderte Mitarbeiter mit 60 Plätzen errichtet werden. Diese ist heute besser unter dem Industrie-Service Afferde bekannt. Diese wurde 2009 um 30 Arbeitsplätze erweitert und liegt nur 300 Meter vom Neubau der PGB-Werkstatt entfernt. Mit der Gerd-Hahlbrock-Werkstatt hat die PBG somit drei Standorte in Hameln, die ehemalige Werkstatt in Rohrsen wurde komplett geschlossen. Neben den Standorten in Hameln arbeitet die PGB unter anderem in Stadthagen, Obernkirchen, Bückeburg und Rinteln. Verwaltet wird die Gesellschaft von Stadthagen, wo sich auch eine Fachschule für Heilerziehungspflege befindet.

Zahlen, Daten, Fakten zum Neubau

- Der erste Spatenstich wurde im August 2007 gesetzt.

- Richtfest wurde im März 2008 gefeiert.

- Der Umzug fand am 3. Juli 2009 mit Hilfe der englischen Pioniere statt.

- 4500 Quadratmeter wurden bebaut.

- Das Grundstück ist 15 000 Quadratmeter groß.

- Es gibt drei Gebäudekomplexe, im mittleren Teil ist die Verwaltung untergebracht.

- Die Gebäude sind komplett ebenerdig gestaltet, so dass sich auch Rollstuhlfahrer drinnen problemlos fortbewegen können.

- 240 Beschäftigte können in den Gebäuden arbeiten.

- Das Gebäude ist auf dem neusten Stand. So kann zum Beispiel im Elektrobereich der Fußboden Spannung ableiten, so dass kleinste Elektronikbauteile dort bearbeitet werden können.




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