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Kompetenzzentrum der Drehflügler – 50 Jahre Heeresfliegerwaffenschule am Standort Bückeburg

„Hier wird hervorragende Arbeit geleistet“

und Brigadegeneral Reinhard Wolski als General der Heeresflieger und Schulkommandeur sowie Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann waren sich einig über die Bedeutung der Schule und die Kompetenzen und Fähigkeiten, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten aufgebaut worden sind. Und die Leistung, die die Soldaten und zivilen Mitarbeiter erbracht haben: „Ihnen gilt unser Dank.“

veröffentlicht am 30.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 12:21 Uhr

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Clauß: „Die Heeresfliegerwaffenschule ist das Aushängeschild der deutschen Streitkräfte.“ Schünemann: „Hier wird hervorragende Arbeit geleistet, der internationale Ruf ist überragend.“ Wolski: „Wir sind ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für das Land Niedersachsen, die Schule wird sich zunehmend international ausrichten.“

Dass die Schule bereits jetzt auf einem sehr guten Weg zum internationalen Kompetenzzentrum für Drehflügler ist, wurde beim Einmarsch der Ehrenformation, angeführt vom Marinemusikkorps Nordsee aus Wilhelmshaven, deutlich. Unter den angetretenen Soldaten mischten sich Uniformen aus der Schweiz, aus Frankreich, Estland, Großbritannien und Schweden mit denen der drei deutschen Teilstreitkräfte, denn auch Luftwaffe und Marine lassen seit Jahren ihre angehenden Hubschrauberpiloten in Bückeburg bei den Heeresfliegern ausbilden. Ebenso waren Polizeien, Bergretter oder Rettungsdienstorganisationen aller Herren Länder vertreten, die auch regelmäßig in Bückeburg ausbilden lassen. Griechen und Jordanier verhandeln derzeit.

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Vier Jahre unfallfreies Fliegen: General Wolf-Joachim Clauß (l.) überreicht die Urkunde an Heeresflieger-General Reinhard Wolski.

1,1 Millionen Realflugstunden sind in den vergangenen Jahrzehnten an der Heeresfliegerwaffenschule geflogen worden, knapp die Hälfte davon mit der Alouette II, nannte General Clauß eine beeindruckende Zahl. Dazu kommen rund 80 000 Flugstunden, die seit 2003 in den hochmodernen Simulatoren – am Boden – geflogen worden sind. In den besten Zeiten, zu Beginn der achtziger Jahre, wurden an der Schule jährlich rund 1000 Piloten aus- oder weitergebildet. Dazu kamen jährlich 1250 Lehrgangsteilnehmer und 1300 Rekruten, die durch die Lehrgruppe B in der Jägerkaserne in der Innenstadt geschleust wurden.

Worauf der Generalmajor nicht verwies – im Rahmen eines Jubiläums zu verstehen: Drei Jahrgängen angehender Piloten, insgesamt 150, ist in den vergangenen Monaten eine andere Laufbahnverwendung zugewiesen worden, da durch die verzögerte Auslieferung der hochmodernen Einsatzhubschrauber die Heeresflieger keine Verwendung für sie haben. Und dass die Jägerkaserne vor der Schließung steht, wenn auch noch nicht absehbar ist, wann.

Clauß ging auch mit keinem Wort darauf ein, inwieweit die Heeresflieger und die Waffenschule von der bevorstehenden Umstrukturierung der Bundeswehr betroffen sind, ob sich tatsächlich am Standort kursierende Informationen bestätigen, dass die Zahl der Heeresflieger von 9000 auf 3000 reduziert wird, die CH-53 unter das Kommando der Luftwaffe gestellt wird oder aber ein zentrales Bundeswehrkommando „Luftbeweglichkeit“ den Befehl über alle luftbeweglichen Kräfte der Bundeswehr übernehmen wird, also auch über die Heeresflieger. Oder ob aufgrund der Logistik besonders die süddeutschen Standorte der Heeresflieger von Schließungen bedroht sind, was natürlich Rückwirkungen auf die Waffenschule hätte.

Nur so viel zu aktuellen Entwicklungen vom Chef des Heeresamtes: Die „alten Hubschraubertypen Alouette, Bell, und CH-53 hätten sich über Jahrzehnte bewährt und ihre Beschaffungen seien gute Entscheidungen der jeweiligen Kommandeure gewesen. Transporthubschrauber NH90 und Kampfhubschrauber Tiger müssten das noch beweisen. „Hier stehen uns noch einige Anstrengungen bevor.“

Die Schaumburger Öffentlichkeit sei in den vergangenen Jahrzehnten Zeuge der rasanten Entwicklung der Heeresflieger am Standort Bückeburg geworden, die Bundeswehr eile schon seit Jahren von Reform zu Reform, so Innenminister Schünemann. Er sprach sich gegen eine weitere Ausdünnung von Standorten in der Fläche aus, auch wenn die Standortfragen erst ganz am Ende der Strukturplanungen stünden. Bei der Reform müsse der Bundesverteidigungsminister auf eine ausreichende Personaldecke der Bundeswehr, die gebotene technische Ausstattung und eine möglichst schnelle Erreichbarkeit des Einsatzortes achten. Die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, möglichst viele Standorte im Landesgebiet zu erhalten. „Niedersachsen ist Bundeswehr-Land und soll dies auch in möglichst großem Umfang bleiben.“

Die Heeresfliegerwaffenschule wurde am 1. Juli 1959 in Niedermendig in der Eifel aufgestellt und am 12./13. Januar nach Bückeburg-Achum verlegt. Der erste Lehrgang Hubschraubergrundausbildung fand 1962 statt, in dem Jahr, als die Heeresflieger ihr Können bei der Hamburger Sturmflut bewiesen. Generalmajor Clauß: „Nicht nur da haben sie sich hohes Ansehen erworben. Mein größter Respekt.“




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