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Interhelp, Stadt Shabla und bulgarisches Sozialministerium gründen Zentrum für Rehabilitation und Integration

Hilfe aus Bückeburg an einem Ort der „sozialen Wärme“

Bückeburg/Shabla (rd). Für ein wichtiges soziales Projekt in Bulgarien engagiert sich die heimische Hilfsorganisation Interhelp. Hilfsgelder auch aus Bückeburg fließen in die Integration älterer kranker und behinderter Menschen. Schirmherr Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe dazu: „Ein schöner Nebeneffekt dieser humanitären Hilfe ist, dass vier neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.“

veröffentlicht am 28.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 17:21 Uhr

Wenn es ihnen gutgeht, werden sie kreativ, dann häkeln sie aus alten Plastiktüten Blumenübertöpfe, dann stellen sie aus Klebstoff, Sand und Muscheln kleine Kunstwerke her. Die 30 Frauen und Männer im Alter von 55 bis 75 Jahren haben eines gemeinsam: Sie sind arm, zum überwiegenden Teil gelähmt oder stark sehbehindert. Schlaganfälle, Gehirnblutungen, Herzinfarkte und Krebserkrankungen haben sie zu Invaliden gemacht. Im neuen Zentrum für Rehabilitation und Integration wird ihnen seit Kurzem geholfen – kostenlos. Eine Sozialarbeiterin, eine Krankenschwester, ein Ergo- und eine Physiotherapeutin kümmern sich dort um Menschen, denen nichts weiter geblieben ist, als ihre Würde. „Ohne Förderung würden sie allein zu Hause sitzen, mit der Zeit ihre sozialen Kontakte und dazu noch die Reste ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten verlieren“, sagt die Ärztin und Vorsitzende der lokalen Hilfsorganisation „Gemeinsam für Shabla“, Dr. Jordanka Stoeva, die die Idee hatte, ein binationales Projekt zu starten. Dank Interhelp sei es gelungen, in der Stadt einen Ort der sozialen Wärme zu schaffen. „Wir wollten das schon vor ein paar Jahren machen, aber immer hat irgendetwas gefehlt zu unserem Glück“, sagt Dr. Stoeva. „Erst nach der Zusage von Interhelp, den Aufbau einer Sozialstation für behinderte Menschen finanziell zu unterstützen, konnten wir einen Antrag auf Übernahme der Personalkosten beim Sozialministerium in Sofia stellen.“

Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ wurde der ehrgeizige Plan umgesetzt. Die Stadt Shabla stellte frisch renovierte Räume im Erdgeschoss der ehemaligen Poli-Klinik zur Verfügung und kaufte Sportgeräte, Interhelp finanzierte Monitore und Computer mit Spezialsoftware für blinde Menschen, Tische, Stühle, Geschirr und vieles mehr. Und das Ministerium bezahlt die Gehälter der Angestellten. „Ohne Interhelp hätten wir es nicht geschafft“, sagt Dr. Stoeva. Die Leiterin der Einrichtung, Darina Jordanova, hat gemeinsam mit ihren Patienten eine kleine Ausstellung mit selbstgebastelten Exponaten organisiert und Ulrich Behmann, den Vorsitzenden von Interhelp, eingeladen. „Wir wollen auf diese Weise unsere Dankbarkeit ausdrücken“, sagt sie. „Wir sind so glücklich, können unsere Freude kaum in Worte fassen“, sagt die Chefin des Sozialzentrums.

Interhelp sei stolz darauf, dieses segensreiche bulgarisch-deutsche Hilfsprojekt mit aus der Taufe gehoben zu haben, sagt Behmann. Kranke und behinderte Menschen würden nun aus der Isolation herausgeholt und ihre gesundheitlichen Probleme gelindert, so der ehrenamtliche Helfer aus Hameln.

Interhelp bittet um Spenden, um weiterhin Menschen in Not helfen zu können: Spendenkonten: Nr. 20313 Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10); Nr. 700 700 000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 621 60) und Nr. 33233 bei der Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01).

Interhelp im Internet: www.interhelp.info

Krankenschwester Lidia überwacht das Trainingsprogramm. Auf modernen Sportgeräten trainieren Senioren, die an schweren Krankheiten laborieren. Sie sollen möglichst bald wieder ohne fremde Hilfe in ihren eigenen vier Wänden leben können.

Fotos: pr.




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