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Lauenauer Kraftfahrzeugmeister Bernhard Arnold erwirbt das ehemalige Rathaus

Hinter dem alten Rathaus stehen bald alte Autos

Lauenau (nah). Der 45-jährige Kraftfahrzeugmeister Bernhard Arnold will einem zweiten markanten Gebäude im Flecken Lauenau zu neuem Glanz verhelfen. Nachdem er acht Jahre lang den ehemaligen Stützpunkt der Casala-Werksfeuerwehr für eigene Wohnzwecke restaurierte, hat er nun das ehemalige Rathaus in der Rodenberger Straße erworben – und sich weitere acht Jahre für dessen Ausbau vorgenommen.

veröffentlicht am 14.05.2010 um 18:21 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:22 Uhr

Arnolds Herz schlägt eigentlich für Automobile aller Art. Neben Wartung und Reparatur von aktuellen Fahrzeugen hat er ein besonderes Faible für Oldtimer entwickelt. Besonders für Modelle aus den fünfziger bis siebziger Jahren gilt er als kompetenter Ansprechpartner. Seine Spezialkenntnisse über italienische Fabrikate ließen ihn bundesweit bekannt werden. Längst hat sich dieses Wissen auch auf deutsche, amerikanische und englische Autos erweitert. Dabei gilt das Interesse nicht nur den Motoren: Arnold versteht sich unter anderem auf die Sattlerei mit Nachbauten von verschlissenen Sitzen oder passenden Neukonstruktionen.

Doch dieser handwerkliche Teilbereich genügte ihm nicht. Als er vor 15 Jahren in seiner kleinen Werkstatt in Kobbensen vom anstehenden Verkauf der Casala-Feuerwache samt historischem Behelfsheim aus der Kriegsendezeit und angrenzender Fahrzeughalle erfuhr, zögerte er nicht lange. Bald ließ er dem täglichen Werkeln an Motoren und Karossen den Umgang mit Stein und Mörtel folgen. Heute gilt der alte Brandbekämpferstützpunkt als Schmuckstück – bis hinauf zum privaten Sitzplatz in der Spitze des Schlauchturms. „Alte Sachen haben halt Charme“, sagt Arnold und meint damit gleichermaßen Autos und Häuser.

Nun also das ehemalige Rathaus. „Es gibt da schon Ideen“, verrät er auf Anfrage. Doch so ganz konkret sind diese zumindest für das Hauptgebäude noch nicht. Aber er könnte sich eine mittels Aufzug barrierefrei zugängliche Praxis vorstellen. Denkbar seien auch behinderten- und altengerechte Wohnungen. Die Idee kam ihm nicht nur wegen der Nähe zu Ärzten und Ortsmitte und wegen der geplanten Servicewohnanlage: „Es gibt gerade ältere Leute, die gern in einer Altbauwohnung mit hohen Räumen leben.“

Aber der Ausbau des 1844 errichteten „Amtshauses“, das zunächst das Amtsgericht, später Forstamt, Gemeindeverwaltung und schließlich die DRK-Sozialstation beherbergte, ist für ihn erst ein zweiter Schritt. Deshalb räumt er dem hier musizierenden örtlichen Jugend- und Kulturforum bis auf weiteres ein Bleiberecht ein.

Den Anfang soll die eher unscheinbare Fachwerkscheune auf der Hofseite machen. Hier wird ein Ausstellungsraum für bis zu 15 Oldtimer entstehen. Neben einem gelegentlichen eigenen Fahrzeug soll der Verkauf im Kundenauftrag erfolgen. „Endlich nicht nur per Bild, sondern als Präsentation in passender Umgebung“, hat sich Arnold vorgenommen. Ihm schwebt sogar ein gelegentliches oder regelmäßiges Treffen von Oldtimern und ihren Fans vor: „Das könnte Lauenau zu einem Mittelpunkt der Szene machen.“

Allen Gerüchten, nach hier auch seine komplette Werkstatt verlegen zu wollen, erteilt Arnold eine Absage: „Ich bin froh über die räumliche Trennung.“ Der Alltag mit Hebebühne und öligen Fingern bleibt weiterhin in der Molkereistraße. Die schöne Seite von Chrom und Blech aber findet bald hinter dem ehemaligen Amtssitz statt. „Noch in diesem Jahr“ will der 45-Jährige erste Zeichen setzen.




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