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„Oma Elsbeth“ alias Elke Kuboschek schildert Erfahrungen mit dem Sensenmann: Meine Putzfrau kehrt nie wieder

Hintersinniger Witz statt Kalauer-Keule im Hofcafé

Petzen (bus). „Wer nicht stirbt, hat nie gelebt“, lautet die messerscharf recherchierte Erkenntnis von „Oma Elsbeth“. Die nach eigener Auskunft 86 Jahre alte Dame muss es wissen. „Ich bin schon über den Deister und über die Wupper gegangen“, lässt sie das Publikum im Hofcafé „Peetzen 10“ wissen. Über den Jordan allerdings noch nicht. „Das war mir dann doch zu weit.“ Mit Wortspielen wie diesen hat Elke Kuboschek am Wochenende in der Rolle der vorurteilsfrei sinnierenden Großmutter die Sympathie der Hofcafé-Besucher für sich gewonnen.

veröffentlicht am 09.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 15:41 Uhr

Zwei Wochen vor Totensonntag kam den kabarettistisch orientierten Zeitgenossen das Programm mit dem Titel „Oma Elsbeth und der Sensenmann“ augenscheinlich nicht rundweg ungelegen. Zumindest stellte „Öhmchen“ unter Beweis, dass im Umfeld des Schnitters nicht nur Trübsal geblasen werden muss.

Schon das Äußere der Hochbetagten – Kleinkrempenhut, Handtasche, Krückstock, Handschuhe, Söckchen und geschnürte Schuhe – zauberte erste Schmunzler in die Gesichter des Auditoriums. Womöglich war das Outfit ihrer Abstammung aus einem alten Adelsgeschlecht – „in Wirklichkeit heiße ich Elisabeth von Kalkreuther“ – geschuldet.

Zu den Blaublütigen fällt „Oma Elsbeth“ wie zu vielen anderen Weisheiten ein relativierender Nachsatz ein. „Beim Adel ist es allerdings wie bei der Kartoffel: Die beste Seite liegt unter der Erde.“ „Die Guten sterben immer zuerst – man muss sich schämen, dass man überhaupt noch lebt.“ „Helfen Moorbäder denn gegen Rheuma? – So kann man sich schon mal an die feuchte Erde gewöhnen.“ „Meine Putzfrau ist auch schon tot – die kehrt nie wieder.“ „Ich bin dem Tod schon einmal von der Schippe gesprungen – und habe mir dabei den Fuß verknackst.“

Dass Kuboschek nicht mit der Kalauer-Keule daherkommt, sondern mehr dem hintersinnigen Witz frönt, dass sie nicht auf schallendes Gelächter sondern auf charmante Heiterkeit abzielt und dass sie ihren Sensenmanngeschichten keinen übermäßig dicken Trauerrand gönnt, kommt bei den Zuhörern gut an. Da nimmt es nicht wunder, dass trotz Totensonntagsnähe selbst eine Allerweltserkenntnis von „Oma Elsbeth“ Applaus erhält: „Es gibt auch Völker, die aus einer Beerdigung ein richtiges Fest machen.“




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