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Jugendliche mit besonderen Begabungen werden in der Heimvolkshochschule gefördert

Hoch hinaus mit der „Junior-Akademie“

Loccum (ade). Sie sind Detektive der Vergangenheit, studieren Loccumer Inszenierungen ein, ergründen, wie aus einer Urlandschaft eine Kulturlandschaft geworden ist, und diskutieren über Macht und Machtmissbrauch - 60 Jugendliche mit besonderen Begabungen arbeiten für eine Woche in der „Junior-Akademie“ der Loccumer Heimvolkshochschule auf wissenschaftlichem Niveau.

veröffentlicht am 16.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:22 Uhr

Manches wiederholt sich. So wie bereits im vergangenen Jahr, als die Heimvolkshochschule erstmals zu einer „Junior-Akademie“ einlud, haben viele der Jungen und Mädchen schnell Freundschaft geschlossen. Die Fraktion der Mädchen, die in der Gruppe der „Detektive der Vergangenheit“ Geschichte und Architektur des Loccumer Klosters untersucht, schließt sich Arm in Arm zu einer langen Reihe zusammen, als sie in Kleingruppen getrennt werden soll. Kichernd begutachten die Mädchen in der Zehntscheune des Klosters eine Waage, an deren Haken früher wohl halbe Schweine hingen – um im nächsten Moment dem Ingenieur, der sie begleitet, fundierte Antworten zu der Tragkonstruktion des Gebälks der Scheune zu geben. Weder der Spaß miteinander noch der Spaß am Forschen, am Erfahren und am Wissen kommen in dieser Loccumer Woche zu kurz.

Ähnlich ergeht es den Jungen aus der Detektivgruppe, die mehr zu den baulichen Problemen der Klosterkirche erfahren. Welches Glück für sie, dass die Kirche vor einiger Zeit eingerüstet wurde – und sie die Erlaubnis bekommen, die Gerüste zu erklimmen. Bis an die Spitze des Klosterdaches klettern sie, begutachten die auseinander driftenden Wände, schauen in Bohrlöcher und genießen die Aussicht von ihrem hohen Standort.

Wer bei der „Junior-Akademie“ dabei sein wollte, der musste ein Empfehlungsschreiben von einem Lehrer vorlegen oder zuvor erfolgreich an einem Wettbewerb wie „Jugend forscht“ teilgenommen haben. Darüber hinaus mussten die Elf- bis 15-Jährigen bereit sein, eine Woche in den Ferien hart zu arbeiten. Ein Auswahlverfahren gab es dennoch, denn mehr als 60 Plätze sind nicht vorhanden. Da kam es auf die Begründungen der Jugendlichen an: weshalb sie sich in einem der Kurse mit Philosophie, Architektur, Theater- oder Naturwissenschaften auseinander setzen wollten.

Belohnt wurde ihr Interesse an der „Junior-Akademie“ mit hochkarätigen Dozenten und Gesprächspartnern, die ihren Ansprüchen gerecht werden konnten. So gab es für die Philosophie-Gruppe etwa einen Talk im Kloster mit dem ehemaligen Direktor der Evangelischen Akademie Loccum, Fritz Erich Anhelm. Zum Thema Macht und Machtmissbrauch innerhalb der Kirche war er ein hervorragender Diskussionspartner für die diskutierfreudigen Jugendlichen.




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