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Regioport-Verbandsversammlung hört Berichte zu Stromleitung, Umwelt und Immissionsschutz

Hochspannungsmast soll um 26 Meter wachsen

Bückeburg/Minden (bus). Die Versammlung vom „Planungsverband Regioport Weser“ hat während ihrer jüngsten Sitzung Sachstandsberichte zu mehreren Themenbereichen des Containerterminal-Neubaus gehört.

veröffentlicht am 26.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 03:21 Uhr

Im Sitzungssaal der Kreisverwaltung Minden-Lübbecke standen vor allen Dingen die Verlegung der 110-Kilovolt-Stromleitung und die Umweltprüfung sowie der Immissionsschutz hinsichtlich Schall- und Lichtentwicklung im Mittelpunkt des Interesses.

110-Kilovolt-Leitung: Der regelmäßig tagende Regioport-Arbeitskreis hat sich für die Höherlegung der Überlandleitung auf gleicher Trasse ausgesprochen. Im Resümee wurde festgehalten, dass diese Variante die „technisch einfachste, die am schnellsten realisierbare und die kostengünstigste“ sei. Als weitere Varianten waren eine Erdverkabelung und die Errichtung einer neuen Trasse diskutiert worden. Gegen die unterirdische Verlegung sprachen insbesondere Finanzierungsaspekte. „Die Kostenabschätzung wurde wegen der Unwirtschaftlichkeit nicht abgeschlossen“, erläuterte der Berichterstatter.

Dem im sogenannten Masterplan dargestellten Neubau (eine Verlegung Richtung Osten in den Bereich der Bückeburger Aue) standen nach Ansicht der Experten „insgesamt gravierende ökologische Auswirkungen“ entgegen. Für den „standortgleichen Ersatzneubau“ sprachen sowohl die Kosten von etwa 660 000 Euro (Neubau: rund 820 000 Euro) als auch die Tatsache, dass bei dieser Version kein Planfeststellungsverfahren erforderlich ist. Die jetzt favorisierte standortgleiche Lösung erfordert die Erhöhung der unmittelbar am Mittellandkanal postierten Hochspannungsmasten um 20 (Nordseite) respektive 26 Meter (Südseite).

Umweltprüfung: Hier geht es um Grundlagenermittlungen zu den Bereichen Biotop-Typen, Vogelwelt, Fledermäuse, Nachfalter im Schaumburger Wald, Libellen an der Bückeburger Aue und Reptilien entlang der Bahnstrecken sowie um gewässer- und fischereibiologische Untersuchungen von Mittellandkanal und Bückeburger Aue. Die Erfassung und Bewertung erfolgt mit Bezug auf die Schutzgüter Menschen, menschliche Gesundheit, Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt, Wasser, Klima, Luft, Landschaft, Kultur- und sonstiger Sachgüter sowie Wechselwirkungen unter Berücksichtigung der vorhandenen Vorbelastungen.

„Im Rahmen der Analyse sind keine Umweltfaktoren festgestellt worden, deren Betroffenheit grundsätzlich zu einer Ablehnung des Vorhabens an diesem Standort führen könnten“, führt die Zusammenfassung aus. Die Auswirkungen des Vorhabens auf die einzelnen Umweltfaktoren würden im Rahmen der weiteren Planungen entsprechend prognostiziert und zudem werde aufgezeigt, durch welche Maßnahmen die Eingriffe ausgeglichen werden sollen.

Immissionsschutz Schall: Ziel der Planer ist das Erreichen der Richtwerte für Allgemeine Wohngebiete speziell in den Siedlungsbereichen Dankersen-Reckhöfen, Bückeburg-Cammer und Bückeburg-Berenbusch. Die Werte sollen durch die Kombination mehrerer Lärmminderungsmaßnahmen erzielt werden. Vorgesehen ist

die Errichtung einer Lärmschutzwand auf der westlichen Seite der Bundesstraße 482 in nördlicher Verlängerung der bestehenden Lärmschutzwand,

die Einschränkung des nächtlichen Bahnbetriebs,

die Einschränkung des nächtlichen Betriebs der Kräne im Bereich der Lagerfläche,

die Höhenreduzierung der Verladebrücke an der Schiffsanlegestelle,

die Verschiebung des Kühlcontainerlagers,

die Reduzierung des nächtlichen kanalseitigen Umschlags auf eine Liegestelle,

die Errichtung einer Schallschutzwand westlich der neuen Bahnanbindung und

der Verzicht auf den Nachtbetrieb im südöstlichen Teil des Gewerbegebietes Minden-Päpinghausen.

Immissionsschutz Licht: In diesem Punkt gilt es, die Schutzansprüche von Menschen und Tieren auf der einen sowie die Anforderungen aus den Betriebsabläufen und der Arbeitssicherheit plus die Sicherheit des Schiffsverkehrs auf der anderen Seite unter einen Hut zu bringen.

Die Planer legen ihr Augenmerk im Wesentlichen auf die Wahl insektenfreundlicher Leuchtmittel und geeigneter Lampengehäuse sowie die Anzahl, die Höhe und die Standorte von Lichtmasten. Zur Beurteilung der Beleuchtungsauswirkungen soll ein Gutachten in Auftrag gegeben werden.




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