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Neue Serie: Die Hausnummer 1 auf den Dörfern / Familie Edeler restauriert geschütztes Ensemble

Hof Edeler - derälteste Bauernhof in Uchtdorf

Uchtdorf. Ein altes Anwesen nur schön zu finden, ist eine Sache. Es aber über viele Generationen zu erhalten und zu pflegen, dazu gehört weit mehr, können Ulrike Edeler und ihr Ehemann Stefan Eggert-Edeler aus Uchtdorf bestätigen. Ihr Bauernhof an der Kasseler Landstraße 4 gehört zum Kern der Neubesiedlung des Dorfes nach dessen Verlegung von der früheren Höhenlage in die Externiederung. Die ursprüngliche Hausnummer 1 am rechten Balken des Dielentores zeigt: Der Hof Edeler ist der älteste in Uchtdorf.

veröffentlicht am 30.07.2008 um 00:00 Uhr

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Im Jahr 2001 haben die jungen Eheleute die Aufgabe auf sich genommen, das Familienerbe zu restaurieren. Mit allen Konsequenzen, die die Ausweisung im Jahr 1988 als denkmalgeschütztes Ensemble mit sich bringt. Das stattliche Anwesen ist "eine der wenigen vollständig erhaltenen Hofanlagen im Schaumburger Land", umreißt es der Historische Ortsspaziergang für Krankenhagen und Uchtdorf. Das Haupthaus in Vierständer-Bauweise trägt am Torbogen die Jahreszahl 1824. Die ältesten Belege weisen auf den Ursprung des Gehöfts im Jahr 1561 hin. Ulrike Edeler und ihre acht- und zweijährigen Töchter Johanna und Louisa repräsentieren inzwischen die 13. beziehungsweise 14. Generation auf dem Familienbesitz mit seinen sechs Gebäuden. Links vom Haupthaus steht ein nicht weniger imposantes Gebäude, die sogenannte Leibzucht. Großzügige Stall- und Scheunenbauwerke rahmen den Hof ein, an dessen Südseite ein ungewöhnlich großes Backhaus im Dornröschenschlaf auf seine Restaurierung wartet. Viel Idealismus, Fachkenntnis, realistische Kosten-Einschätzung und praktischer Einsatz in geduldiger Eigenarbeit: So schultern die jungen Eheleute ihren Teil im Generationenprojekt. "Das ist unser gemeinsames Hobby, denn wenn man es als Arbeit ansieht, dann kann man so was nicht", gesteht Ulrike Edeler offen ein. Als Ausgleich am Wochenende für die Schreibtischarbeit unter der Woche, so sieht es Stefan Eggert-Edeler mit leisem Humor, den der Architekt mit professioneller Tischlerausbildung in das Familien-Gemeinschaftswerk investiert. Und das ist im neunten Jahr nach Beginn der Arbeiten längst zum Vorzeigeobjekt für private Denkmalschutz-Initiative geworden. Von 2001 bis 2004 haben die Edelers zunächst das Haupthaus für sich hergerichtet. Dabei ist unter anderem die klassische Wirtschaftsdiele zum rustikal stilvollen Wohnbereich geworden. Die moderne Empore in Stahlkonstruktion mit dem Treppenaufgang zu den oberen Wohnräumen verrät die Handschrift des Architekten. "Wir wollten gerne einen gewissen Kontrast zu dem alten Baustil schaffen", erklärt Ulrike Edeler." Es ist vor allem eine starke emotionale Verbindung, die dem Projekt nachhaltig Schubkraft verleiht. Ulrike Edeler selber bringt diese Zutat mit, ist sie doch mit ihrer Schwester Heike auf dem Hof groß geworden. Und zwar im Anbau, den ihre Eltern Friedrich-Wilhelm und Erika Edeler im Jahr 1968 an das Haupthaus angeschlossen haben. Nach der Heirat hatten Ulrike Edeler und ihr Ehemann zunächst in Krankenhagen gewohnt und von dort aus die Restaurierung ihres heutigen Heimes gestartet. Zusammen mit dem atmosphärischen klassischen Bauerngarten ist das Haupthaus gewissermaßen die Keimzelle für die vielen weiteren Schritte. Auch das aktuelle Projekt haben die Edelers nach ihrem bewährten Rezept angepackt. Damit betreiben sie zurzeit die "Gebäudesubstanz-Erhaltung" für die Leibzucht. Das Altenteiler-Haus, das ungewöhnlicherweise mit 220 Quadratmetern die gleiche Grundfläche wie das Hauptgebäude hat, soll für die nächsten Generationen gesichert werden und vorerst als Scheune und Lagerraum dienen. "Anschließend werden wir überlegen, was wir daraus machen können", sieht es Ulrike Edeler nüchtern und praktisch. Die neu ausgemauerten Fachwerkfelder und eine Reihe von ersetzten Türen und Fenstern zeigen, es geht voran, einen Schritt nach dem anderen... Nach historischen Vorlagen braucht Stefan Eggert-Edeler nicht lange zu suchen. Nicht zuletzt die alten Alben mit Familienfotos zeigen, wie es früher ausgesehen hat auf dem Edeler-Hof. So das Foto vom Ernteumzug 1937 vor dem Dielentor des Haupthauses. Dass heute noch ein Pferd sowie vier Galloway-Rinder im Seniorenalter auf dem Hof leben, liegt daran, dass die Edelers auf dem 20 Hektar großen Familienbesitz eine Nebenerwerbslandwirtschaft betreiben.




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