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Vor Gericht: Geldstrafe für Frauchen / Anderen Hundebesitzer als „Hurensohn“ beschimpft

Hund ohne Leine nervt tierisch

Bückeburg. Wer seinen Hund ständig frei laufen lässt, nimmt in Kauf, dass andere Menschen tierisch genervt sind. Eine Frau aus Bückeburg ging noch einen Schritt weiter. Sie beleidigte ein Paar, für das der nicht angeleinte Vierbeiner der 44-Jährigen ein stetes Ärgernis ist. „Na, du Hurensohn, bist du wieder mit deiner Schlampe unterwegs?“, rief die Radfahrerin dem Mann im Schlosspark eine bissige Bemerkung zu.

veröffentlicht am 17.09.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:21 Uhr

Sie hätte sich besser selbst einen Maulkorb verpasst. In einem Prozess vor dem Amtsgericht hat Richter Armin Böhm die Frau jetzt zu einer Geldstrafe von 750 Euro verurteilt. In ihrem Fall sind das 25 Tagessätze, fast ein Monatseinkommen also. „Sie haben ihren Hund dort an der Leine laufen zu lassen“, versuchte Böhm der Angeklagten klarzumachen.

Ob der Appell fruchtet, wird sich zeigen. Schon einmal ist die 44-Jährige wegen ihres Hundes mit dem Gesetz in Konflikt geraten, damals wegen Körperverletzung und Beleidigung. Vor mehr als vier Jahren war sie in Meinsen auf eine Spaziergängerin losgegangen. Entzündet hatte sich jener Streit daran, dass ihr (nicht angeleinter) Mischling die Rassehündin der anderen Frau decken wollte.

Obwohl dieses Urteil längst rechtskräftig ist, will es die Angeklagte bis heute nicht wahrhaben. Sie fühlt sich offenbar als Justizopfer. Im jüngsten Prozess um den Zwischenfall im Schlosspark hatte der Richter sein Urteil noch nicht verkündet, da begann die Bückeburgerin schon zu zetern. „Ich bin so enttäuscht von der deutschen Justiz“, machte sie aus ihrem Herzen keine Mördergrube. „Täter werden laufen gelassen.“ Von dem Mann, den sie als „Hurensohn“ beschimpft hat, will die Angeklagte „schon einige Male angegriffen“ worden sein. Im Schlosspark hat sie ihren Hund angeblich nur losgemacht, um besser flüchten zu können. „Ich werde dauernd bedroht, hinter Büschen und Garagen abgefangen“, behauptete die 44-Jährige vor Gericht. Den Beweis blieb sie indes schuldig.

Ein Beweisfoto, gemacht mit seinem Handy, hatte dagegen der Mann vorzuweisen. Es zeigt die radelnde Bückeburgerin und ihren kleinen Hund, der ohne Leine vorausläuft. Für plausibel hält Richter Böhm die Geschichte der Angeklagten ohnehin nicht. „Wer solche Angst hat, sucht sich einen Ausweg und fährt nicht noch an den Leuten vorbei“, erklärte er.

Der Mann, ebenfalls Hundebesitzer, war an jenem Sonntag mit Ehefrau und Mutter unterwegs. Die Bückeburgerin mit dem Mischling kennt er „negativ vom Sehen“. Es sei „schon mehrfach passiert, dass unser Hund angefallen wurde“. Als Zeuge vor Gericht gab der Arbeiter (34) außerdem über die Angeklagte zu Protokoll: „Zwischen ihr und anderen Hundebesitzern eskaliert es jedes Mal. Ihr Hund reagiert nicht, wenn sie ruft.“ ly




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