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Werner Zedler gibt nach Krebs nicht auf

„Ich will 2015 zurück sein“

Lauenau. Ein ganzes Jahrzehnt hat sich Schwimmmeister Werner Zedler im Lauenauer Mineralbad um Sicherheit und Wohlbefinden der Badegäste gekümmert, nun muss er wegen einer schweren Erkrankung diese Saison pausieren. „Die Herzlichkeit meiner Badegäste hat mir unglaublich viel Kraft gegeben. Ich will 2015 wieder zurück sein“, sagt er.

veröffentlicht am 08.04.2014 um 20:34 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 13:42 Uhr

Der Lungenkrebs hat den 57-Jährigen enorm geschwächt. Doch er kämpft jeden Tag gegen die Folgen seiner Erkrankung. Ein Viertel seiner Lunge hat er durch die Krankheit verloren. Als Ende Oktober vergangenen Jahres die Diagnose stand, prognostizierte der Chirurg ihm noch zwei Jahre Lebenszeit. An eine rettende Operation war nicht mehr zu denken, der Tumor in der Lunge hatte schon die Größe von zwei Tennisbällen erreicht.

Zedler nutzte die für ihn einzig noch mögliche Chance: Chemotherapie mit Bestrahlung. Nach vier Wochen war der Tumor so klein, dass er doch noch operiert werden konnte. „Der 15. Januar, der Tag meiner Operation, war für mich wie ein zweiter Geburtstag.“ Denn seitdem hat Zedler keine Krebszellen mehr in seinem Körper. „Aber ich kann nicht 20 Minuten lang ununterbrochen reanimieren und auch keine vier Meter tief tauchen. Ich bekomme einfach zu wenig Luft, seit ein Stück meiner Lunge fehlt“, erklärt Zedler sein derzeitiges Ausscheiden im Mineralbad.

Doch er trainiert hartnäckig, um 2015 wieder als Bademeister am Beckenrand stehen zu können. „Ich gehe jeden Tag zwischen vier und fünf Kilometer walken, damit meine Lunge wieder kräftiger wird“, sagt Zedler. Im Sommer wolle er dann versuchen wieder seine ersten Bahnen im Lauenauer Mineralbad zu ziehen. Die etwa drei Kilometer von seinem Wohnort Altenhagen II zum Mineralbad will er dann hin- und wieder zurückwalken.

Zedler vermisst seine Badegäste und die Kollegen. „Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die morgens mit einem Lächeln aufwachen und sich freuen, zur Arbeit zu fahren“, sagt er. Das Schönste an seiner Arbeit sei das Verhältnis, wie sich Bademeister und Badegäste gegenüberständen – freundschaftlich, geradezu familiär. Einen strengen und ernsten Aufsichtsstil gibt es bei ihm nicht, daran mussten sich Kollegen und Badegäste in den ersten zwei bis drei Jahren gewöhnen. „Jetzt läuft fast alles, wie von selbst“, sagt, er und die Gäste haben sich daran gewöhnt, dass er auch ein Auge zudrückt, um den Spaß nicht zu verderben. gus




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