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Dorfgemeinschaft in Rusbend legt olympiareifen Start in die Erntefestsaison hin

„Ihr seid eigentlich das Maß aller Dinge“

Rusbend (mig). Einen olympiareifen Start in die Erntefestsaison hat die Dorfgemeinschaft in Rusbend hingelegt. Drei Tage lang wurde gefeiert und getanzt – Höhepunkt war das Aufziehen der Erntekronen. Zum Schluss waren sich alle einig: „Das war ein Auftakt nach Maß“.

veröffentlicht am 14.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 22:21 Uhr

In Rusbend ist die Welt noch in Ordnung. Da werden die Erntefeste gefeiert, wie sie fallen und jeder macht mit: Neubürger, Jugendliche und Senioren – ausgeschlossen wird keiner. „Dass Schöne ist, dass hier alle gemeinsam feiern“, freute sich der Vorsitzende der Trachtengruppe Marvin Wiebke, über die „tolle Resonanz“. „Alle gemeinsam“: das schließt auch Pastor Ulrich Hinz ein, der sich am Freitag den Auftritt von „Grace“ anschaute.

Hinz blieb einige Zeit und sprach mit seinen „Schäfchen“: „Ich habe schon einmal eine kurze Kostprobe genommen“, meinte er schmunzelnd. Seine ehemaligen Konfirmanden haben sich über den „Besuch“ sehr gefreut. „Wir haben einen echt coolen Pastor“, lobte einer den Geistlichen. „Der kann gut mit uns Jugendlichen.“ Ehrensache, dass der obligatorische Zelt-Gottesdienst am Sonntag gleich noch besser besucht war.

Noch ein wenig mehr los war dann beim Umzug der 13 Erntewagen am Nachmittag. Zunächst wurde Erntemaid Regina Burghardt abgeholt, danach ging es in einer Schleife um den Ortsteil. Am Hilgenhop, bei Familie Harmening, zeigte die Rusbender Trachtengruppe dann beim „Freischütz“ ihr großes Können. Während in einiger Entfernung ein Mähdrescher über die Felder kurvte, wirbelten zwei junge Kerls ihre Maiken waagerecht durch die Luft – ein echter Kraftakt, der bei über 30 Grad Celsius ziemlich schweißtreibend ausfällt. Vor allem unter den Fellmützen könne es sehr warm werden, bestätigte Christoph Rollke, stellvertretender Vorsitzender der Trachtengruppe. „Unsere Mädchen haben es aber noch schwerer.“ Und wenn man einige Teile weglassen würde? Rollke lacht: „Nein, das geht nicht. Das Tragen ist schließlich Tradition, es gehört einfach dazu. Außerdem: So schlimm ist es gar nicht. Wir sind es ja gewohnt.“

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Zum Höhepunkt der Veranstaltung – dem Aufziehen der Erntekronen – war dann das ganze Dorf auf den Beinen. Die Trachtengruppe zeigte den „Bauerntanz“, die Kinder den „Heufahrer“, es wurde gestampft und getanzt, dass es eine Freude war zuzusehen. Die traditionelle Ernterede – gehalten von Monika Wiebke und Nikolai Weißer – griff kleinere und größere Ereignisse im Ort auf. „An die Erntekrone banden wir mühsam jeden Strauß, denn Plastik kommt uns nicht ins Haus“, reimte Wiebke beispielsweise. Und Weißer: „Beim Toltern übertrafen wir unseren Rekord von 2008. Als wir fertig waren, war es schon Nacht.“

Bürgermeister Andreas Struckmann bedankte sich bei der Trachtengruppe und allen Helfern mit den Worten: „Ihr habt es wieder einmal geschafft und ein tolles Erntefest auf die Beine gestellt. Dieses Erntefest ist ein Höhepunkt des Sommers.“ Ins gleiche Horn stieß auch der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Bückeburg, Horst Schwarze. „Ihr seid die Ersten, die in Bückeburg Erntefest feiern, und Ihr seid eigentlich das Maß aller Dinge.“ Rusbends Erntefest, so Schwarze weiter, sei ein „rundum tolles Erlebnis“.

Verschnaufpause mit dem Nachwuchs auf dem Schoß.

Jeder macht mit: Neubürger, Jugendliche und Senioren – ausgeschlossen wird keiner.




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